Wireless Gaming Headset

Sennheiser Headset GSP 670 im Test: Das sagt das Audio-Labor

7.8.2019 von Oliver Ketterer

Das Sennheiser GSP 670 will ambitionierte Spieler mit seiner True Wireless Funktion begeistern. Wir haben das Headset im Audio-Labor und beim Zocken getestet.

ca. 4:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Sennheiser GSP 670
Der Sennheiser GSP 670 mit Funktechnologie kostet rund 350 Euro.
© Josef Bleier

Pro

  • Kabelloser Betrieb
  • Nicht wahrnehmbare Latenzzeiten
  • Sehr gutes Klangbild
  • Einfache Installation
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Sehr hoher Tragekomfort

Contra

  • Zu frühe Begrenzung der Maximallautstärke
  • Hohes Gewicht
  • Häufige akustische Meldungen

Fazit

Der Sennheiser GSP 670 ist zweifelsfrei eine sehr gute Wahl für Spieler. Bei den aufgerufenen 350 Euro erwarten wir aber ein rundum perfektes Produkt – das ist er aber (noch) nicht. Wir hoffen auf ein Firmware-Update.


90,0%

Sennheiser gehört zu den Technologieführern, wenn es um exzellenten Hörgenuss geht. Auch bei der drahtlosen Funkübertragung (engl. wireless) versteht das Unternehmen mit Produkten, wie etwa den Im-Ohr-Kopfhörern (engl. ear buds) Momentum True Wireless, komplexe und störanfällige Funktechnologie zu miniaturisieren und diese für den Alltag gebrauchstüchtig zu machen. Außerdem ruft Sennheiser traditionell vergleichsweise hohe Preise für seine Produkte auf. Mit diesen beiden Gegebenheiten im Sinn haben wir uns also an den Test gemacht. Unsere Erwartung sind also sehr hoch: mit weniger als einem rundum perfekten Produkt geben wir uns nicht zufrieden.

Einrichtung, Ausstattung und Qualität 

Es gibt wahrlich nur wenige wirklich gute Funk-Gaming-Headsets. Das Sennheiser GSP 670 gehört – so viel sei vorab gesagt – dazu. Aber es gab leider auch Grund zum Meckern, dazu später mehr. In der edlen Verpackung finden wir den GSP 670 selbst, eine Kurzbeschreibung und Sicherheitshinweise, ein USB-Kabel und den Funk-Dongle GSA 70, der im 2,4-GHz-Band arbeitet. Wo man die aktuelle Software herunterladen soll, steht in der Beschreibung. Die Installation der Software auf unserem Windows-10-Testrechner verläuft völlig problemlos, wir achten allerdings darauf, den GSA 70 erst anschließend mit dem USB-Port zu verbinden. Die finale Software-Einrichtung des GSP 670 erfolgt dann allerdings erst als wir das Gaming Headset am zweiten USB-Port zum Aufladen mit dem beiliegenden Kabel verbinden. 

Sennheiser GSP 670
Außer dem Headset selbst befindet sich noch der 2,4 GHz-Dongle und ein USB-Ladekabel in der Box des Sennheiser GSP 670.
© Josef Bleier

Man mag vom Design des Sennheiser GSP 670 denken, was man will. Der „Androide-Cyber-Military-Look“ kann gefallen, muss aber nicht. Eines ist aber nicht diskutierbar. Die Qualität der Verarbeitung und die gewählten Materialien sind von erster Güte. Bei diesem Headset sieht und fühlt man sofort, dass es für ein langes Leben produziert wurde. Notorische „Sollbruchstellen“, wie die Ohrmuschelhalterungen am Kopfbügel sind aus Metall gefertigt und mit ebenso vertrauenserweckenden Scharnieren aus Metall bestückt. Die Ohrpolster sind austauschbar und so weich, dass auch Brillenbügel darunter perfekt abgefangen werden. Insgesamt bieten die Polster kombiniert mit den Einstellmöglichkeiten einen Tragekomfort, der nicht häufig von Gaming Headsets erreicht wird. Der Anpressdruck der Ohrmuscheln wird mit zwei Schiebern im Kopfbügel eingestellt und garantiert auf Wunsch einen festen Sitz. Das ist übrigens in unserem Praxistest beim Gaming auch sehr positiv aufgefallen: Selbst bei stärkeren Kopfbewegungen verrutschte das Headset kaum, zu einem kompletten „Abwurf“ ist es auch nicht gekommen. Das könnte ein interessanter Aspekt sein für jene, die das Headset für die Sony Playstation PS4 für Spiele einsetzen möchten, die viel körperliche Bewegung verlangen. Mit Microsofts Xbox ist das GSP 670 leider nicht kompatibel. Es hat keine Buchse für den guten alten Klinkenstecker. 

Sennheiser GSP 670
Das Mikrofon des GSP670 lässt sich nicht abnehmen. Wird der Arm nach oben geklappt, schaltet es sich ab.
© Josef Bleier

Test des Sennheiser GSP 670 im Gaming-Marathon

Unser Labormitarbeiter Rolf Korobka ist leidenschaftlicher und ambitionierter Gamer. Ein so edles Produkt wie das GSP 670 ihm für einen Praxistest in die Hand zu drücken, liegt also nahe. Schließlich hat er nicht nur eine lange, mehrjährige Spieler-Historie, sondern auch Erfahrung mit anderen Sennheiser-Produkten, zum Beispiel dem GSP 600 und dem GSP 300. Von seiner 14-stündigen CSgo-Session mit dem GSP 670 am Wochenende bringt Rolf viele Eindrücke mit in die Redaktion. Unterm Strich bescheinigt er dem Headset eine sehr gute Latenz, d. h. er konnte keinerlei zeitlichen Versatz zwischen dem Gehörten und dem Gesehenen Feststellen. Das ist für Gamer besonders wichtig, da man in den meisten Fällen zuerst hört, wenn man beschossen wird, bevor man es sieht. Rolf ist beeindruckt von der sehr guten und klaren Sprachqualität, die das Headset im Teamchat erreicht. Nun, ein wenig mehr Bass hätte vielleicht nicht geschadet; aber insgesamt doch sehr überzeugend für ein Funksystem, was wohl auch auf das implementierte Noise Cancelling, eine digitale Funktion, die Umgebungsgeräusche im Moment der Übertragung herausfiltert, zurückzuführen ist.

Dass 14 Stunden Headset-Tragen für jeden Kopf eine Herausforderung darstellen, wird niemand bezweifeln. Das Sennheiser GSP 670 meisterte diese Herausforderung mit Bravour und natürlich der oben schon erwähnten Qualität der Polsterung. Wenig Verständnis hatte Rolf allerdings dafür, dass das Headset in der maximalen Lautstärke so früh begrenzt wurde. Seiner Ansicht nach war es zu leise. Gamer brauchen je nach Situation Reserven. Der zweite Kritikpunkt: Das GSP 670 gibt zu häufig akustische Meldungen über den zuneige gehenden Akkustand aus. Das will man einfach nicht so oft hören! Und warum kann man diese lästigen Ansagen eigentlich nicht komplett abschalten, vielleicht bis auf eine – sagen wir mal: fünf Minuten vor Licht aus? Vielleicht hat Sennheiser ja ein Einsehen und ändert das noch. Das Gute ist nämlich, dass die Software zwar schon recht ausgreift ist und viele Einstellungen erlaubt. Aber es ist zudem auch möglich, die Firmware des Headsets über die Software zu aktualisieren. Das ermöglicht also im Nachhinein solche Dinge wie die Intervalle für Meldungen abzuändern. 

Audiotests im Labor und Optionen in der Software

In der Software kann man auch ein eigenes Klangbild einstellen und dies als persönliches Preset abspeichern und wieder aufrufen. Spieler machen das dann wohl für jedes ihrer Lieblings-Games individuell. In der Software gibt es zahlreiche weitere Konfigurationsmöglichkeiten, so darf man zum Beispiel zwischen den Kanälen 2.0 und 7.1 umstellen. Dass man das Klangbild trimmen kann, ist gut. Im Labor messen wir jeden Kopfhörer, ohne die Voreinstellungen zu ändern.

Frequenzmessung Sennheiser GSP 670
Der Sennheiser GSP 670 ist analytisch abgestimmt.
© Oliver Ketterer

Fazit

Der Sennheiser GSP 670 ist klar analytisch abgestimmt, das ist ein großer Vorteil für Sprachübertragung, aber nicht unbedingt beim Musikhören. Dennoch kann man sagen,  der GSP 670 ist klanglich sehr präzise, durchaus ausgewogen, aber mit leichter Mittenbetonung. Letztlich ist es auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und der persönlichen Präferenzen. Die einhellige Meinung der Tester aus der Redaktion und dem Gaming-Lager ist aber, dass etwas mehr Bässe nicht geschadet hätten.

[Testsiegel] PC Magazin Note Sehr Gut
© PC Magazin / Weka Media Publishing GmbH

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