Anpassbares Gamepad im Test

Scuf Prestige: Programmierbarer Controller für Xbox One im Hands-On-Test

Controller von Scuf Gaming sind in der E-Sport-Szene keine Seltenheit. Wir haben das Gamepad-Modell Prestige in die Hand genommen. Vermag der Pro-Controller zu begeistern?

Gamepad

© Scuf Gaming

Der Scuf Prestige Controller von Scuf Gaming richtet sich an Pro-Gamer.

Pro

  • sinnvolle Zusatztasten
  • Remapping der Paddle-Tasten ohne spezielle Software möglich
  • extra langes Ladekabel im Lieferumfang

Contra

  • Paddle-Control-System verhindert Nutzung von Ladestationen

Fazit

Gelegenheitsspieler brauchen keinen Blick riskieren, aber Gaming-Profis erhalten starke Unterstützung.
Hervorragend

Im Shop auf der offiziellen Webseite von Scuf Gaming ist der Scuf Prestige Controller derzeit für 159,95 Euro zu haben. Im Vergleich zu den knapp 50 Euro, die der originale Xbox-Controller von Microsoft regulär kostet, ist das ein ordentlicher Aufpreis. So stellt sich zunächst die Frage, welche zusätzlichen Funktionen der Scuf Controller bietet, die den Mehrpreis rechtfertigen.

Technische Ausstattung und Lieferumfang

  • kompatibel mit Xbox und PC
  • Standardtasten wie beim Xbox-Controller von Microsoft
    • Menü-Taste, Xbox-Taste, Sync-Taste, View-Taste
    • Aktionstasten (A, B, X, Y)
    • Steuerkreuz (D-Pad)
    • zwei Sticks
    • vier Schultertasten (LB, RB, LT, RT)
  • Paddle-Control-System (vier zusätzliche Tasten)
  • Anpassungstasten: Hair-Trigger, Trigger-Stop-Switch, Reset-Knopf
  • Lithium-Ionen-Akku (fest verbaut)
  • 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer
  • Anschluss für Xbox-Chat-Adapter
  • Micro-USB-Anschluss
  • Lieferumfang:
    • geflochtenes Micro-USB-Kabel, ca. 3 Meter
    • 2x zusätzliche Sticks
    • Magnet-Schlüssel zur Neubelegung der Paddle-Tasten
    • 0,9-mm-Schlüssel zur Feinabstimmung der Tasten
    • Design-Sticker
    • Bedienungsanleitung

Mehr Tasten und Funktionen

Neben den bekannten Tasten und Steuerkreuzen, die ein jeder Controller mitbringen sollte, verfügt der Scuf Prestige Controller über vier zusätzliche Bedienelemente, die sogenannten Control-Paddles. Das Paddle-System ist auf der Rückseite angebracht und kann individuell konfiguriert werden. Mittels elektromagnetischem Remapping (EMR), wofür der Packung ein Magnetschlüssel beigelegt wurde, lassen sich die Taster nach Wunsch belegen.

Vorteil der von Scuf patentierten EMR-Technologie: Um die Tasten neu zu belegen, muss keine spezielle Software installiert und gestartet werden. Das Remapping funktioniert schnell und vollkommen unabhängig von Zusatzprogrammen "on the fly", wie es Scuf selbst ausdrückt.

Feinabstimmung ist Pflicht

Über den Hair Trigger, der sich ebenfalls hinten befindet, können die Tasten in ihrer Intensität und Empfindlichkeit variiert werden. Dazu dient ein weiterer spezieller Schlüssel. Diese Feinabstimmung soll dazu beitragen, die Reaktionszeiten weiter zu verkürzen. Hier muss jeder Spieler für sich selbst ausprobieren, wieviel eine leicht reduzierte Bewegung der Paddle am Ende wirklich ausmacht.

Auch rein optisch ist der Scuf Prestige wandlungsfähig: Die Faceplate ("Frontblende") des Controllers ist magnetisch angebracht und kann daher leicht abgenommen und gegen eine Blende mit anderem Design ausgetauscht werden. Zudem sind die einzelnen Sticks wechselbar.

Das farbliche Design und einzelne Features (z.B. konkave oder konvexe Controllersticks) können zum Beispiel im Scuf-Shop individualisiert werden.

Zeit zum Spielen

Zunächst fallen die Unterschiede zwischen Scuf- und Microsoft-Variante nicht wirklich ins Gewicht - und das wortwörtlich, denn das Gewicht beider Modelle ist sehr ähnlich. Zudem liegt der Drittanbieter-Controller genauso gut in den Händen, wie das originale Eingabegerät. Ohne hinzuschauen, dürften wohl nur Pro-Gamer, die ihr Gamepad wirklich häufig in Gebrauch haben, auf Anhieb einen Unterschied erfühlen.

Doch irgendwann machen sich die Zusatz-Paddles auf der Rückseite dann doch bemerkbar. Was für die einen ein Segen, wird für andere zum Fluch.

Natürlich lassen sich bestimmte Funktionen mit diesen Tasten noch komfortabler und teils deutlich schneller auslösen. Das funktioniert tadellos und entlastet durch die etwas bequemer zu erreichende Lage die sonst schnell schmerzenden Finger spürbar, besonders bei Dauerfeuer und anderen häufig nötigen Eingaben - ein Gewinn für Pro-Gamer.

Benötigt man die Paddles in einem Spiel jedoch nicht, sind sie gerade Anfängern ab und zu doch im Weg. Wer nicht daran gewöhnt ist, dass sich an dieser Stelle klickbare Steuerungselemente befinden, dürfte immer wieder den einen oder anderen Taster versehentlich auslösen. Was als Bedienvorteil gedacht ist, wird für Nutzer ohne Übung zur Spielbehinderung - eine Stolperfalle für Casual Gamer.

Immerhin sind die Paddles komplett abnehmbar - doch den teuren Pro-Controller gänzlich ohne die Taster zu benutzen, würde den Kauf natürlich ad absurdum führen.

Die zusätzlichen Steuerungsoptionen haben einen weiteren entscheidenden Nachteil: Werden in anderen Xbox-Controllern Akkus benutzt, befinden sich die Ladekontakte genau an der Stelle, an der jetzt die Taster sind. Der Scuf Prestige lässt sich daher nicht in eine Ladestation legen, sondern kann nur über das mitgelieferte Kabel aufgeladen werden. Dieses ist mit gut 3 Metern zumindest so lang, dass man auch ohne Probleme während des Ladens bequem weiterspielen kann.

Fazit: Nichts für Casual Gamer, toll für Profis

Das Hauptaugenmerk des Scuf Prestige Controller liegt ganz klar auf Individualisierung. Mit ein bisschen optischer Anpassung hier und etwas Feintuning der Funktionsweisen da soll das Gamepad insbesondere Pro-Gamer ansprechen, die viele Stunden mit dem Steuerungsgerät "arbeiten" und daher kleine zusätzliche Annehmlichkeiten sehr zu schätzen wissen.

Für Spieler, die ihre Konsole nur alle paar Wochen für eine lockere Runde Couch-Koop anwerfen, dürften die netten Luxus-Features des Prestige hingegen kaum ins Gewicht fallen, zumal die Einrichtung nach individuellen Ansprüchen einige Zeit benötigt.

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