Testbericht

Schneller booten/herunterfahren

Schneller booten/herunterfahren

PC-Optimierung für Windows XP

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Schlechter Rat: XP Turbo Tuning empfiehlt, den Systemwiederherstellungs-Dienst von Windows XP auszuschalten.

Bis auf WinSpeedUp 2.9 verfügt keiner der Testkandidaten über eine eigene Tuning-Option für schnelleres Hoch- und Herunterfahren, sondern erledigt das über die automatische Optimierungsfunktion.

Im Test bewirken nur diejenigen Programme unterschiedliche Boot- und Shutdown- Zeiten gegenüber dem Original-Windows, die mehrere der folgenden Tuning-Maßnahmen durchführen: Registry-Einträge ändern oder löschen, Festplatte defragmentieren, Dienste deaktivieren sowie Autostart-Einträge entfernen. Wie sich im Test zeigt, bringen die beiden letzteren Maßnahmen jedoch keinen Tempovorteil. Auch die Dienst-Entrümpelung ist eher kosmetischer Natur und hat keine Auswirkung auf die Systemleistung (siehe entsprechende Kategorien).

Keines der Programme schafft es, die Zeiten für Booten und Herunterzufahren gleichermaßen zu verringern. Immerhin halbieren Twin XP und SystemUp Tuning 2009 die Shutdown-Zeit per Auto-Tuning, allerdings erhöht sich die Bootzeit mit beiden Programmen um ein paar Sekunden. Ganz am Ziel vorbei schießt das WinOptimizer 6 - der Test-PC startet nach dem Tuning satte sieben Sekunden langsamer und benötigt 23 statt 16 Sekunden.

Vom restlichen Testfeld zeigt sich das Testsystem relativ unbeeindruckt, bootet weder schneller und fährt nicht zügiger herunter. Auch PC Booster 6, nach dessen Tuning Windows XP "atemberaubend schnell" herunterfahren soll, bleibt ohne Wirkung. Das gilt auch für die von allen Testkandidaten praktizierte Registry-Verschlankung, die einen Zeitgewinn beim Starten einfahren soll. Allerdings beläuft sich die Platzersparnis maximal auf einige MByte.

Warum das Registry-Tuning größtenteils keine Zeitersparnis bringt, wird deutlich, wenn man sich die einzelnen Schlüssel und Werte genauer ansieht. Mit dem Freeware-Tool Regshot 1.8.2 speichern wir die komplette Registry vor und nach dem Tuning und vergleicht anschließend die Änderungen. Während das Magix-Tool die Registry erst gar nicht anrührt, greifen die anderen Testkandidaten auf ein relativ dünn bestücktes Sortiment an Registry-Tweaks zurück. Diese rütteln aber nur wenig an der Gesamtleistung des Systems.

Beispielsweise deaktiviert SystemUp Tuning 2009 mit dem Eintrag NtfsDisable8dot3NameCreation die Erstellung von 8.3-Dateinamen und Twin XP hebt mit dem Registry-Eintrag TcpNumConnections die TCP- Verbindungsbeschränkung des Service Pack 2 auf und aktiviert den UDMA66-Modus. Moderne Systeme wie den Testrechner macht das jedoch keinen Deut schneller.

Immerhin haben beispielsweise Twin XP und SystemUp Tuning 2009 noch ein Ass im Ärmel: Sie verkürzen mit WaitToKillServiceTimeout die Wartezeit beim Beenden von Anwendungen von 20 auf 10 beziehungsweise zwei Sekunden. Das zeigt Wirkung und verkürzt die Shutdown-Zeit deutlich.

Dienste deaktivieren

PC-Optimierung für Windows XP

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Rodung: Magix PC Check & Tuning entfernt sämtliche Autostarteinträge - einen Geschwindigkeitsvorteil hat das jedoch nicht gebracht.

Kaum ein Tuning-Programm im Test wagt sich an die Windows-Dienste heran. Das ist grundsätzlich in Ordnung, weil diese Hilfsprogramme teils grundlegende Systemaufgaben wie die Hardware-Erkennung via Plug&Play übernehmen. Unbedacht deaktivierte Dienste können daher im schlimmsten Fall das komplette System lahm legen.

Dementsprechend fehlen bei PC Booster 6, XP Master Tuning 4, PC Check & Tuning und Simontools SystemTuning sämtliche Einstellmöglichkeiten für Dienste. Die übrigen Testkandidaten beschränken sich größtenteils darauf, wenige und als ungefährlich eingestufte System-Helfer wie Uhrzeitsynchronisation, Nachrichtendienst und automatische Fehlerberichterstattung zu deaktivieren.

Während Twin XP und WinOptimizer 6 einige "harmlose" Dienste beim Tunings automatisch abschalten, muss man bei den übrigen Programmen selbst tätig werden. Besonders SystemUp Tuning 2009 unterstützt den Anwender dabei vorbildlich. Das Tool listet alle verfügbaren Dienste auf und gibt konkrete Empfehlungen, welche davon wirklich benötigt werden. Als Orientierungshilfe dient eine Community- Bewertung, die für jeden Dienst zwischen einem Stern (vernachlässigbar) und fünf Sternen (unverzichtbar) rangiert.

Der Mittbewerb agiert deutlich vorsichtiger und präsentiert dem Anwender höchstens eine handverlesene Auswahl an Diensten. Das schränkt das Tuning deutlich ein, andererseits kann im Ernstfall auch nicht viel schief gehen. XP Turbo Tuning und WinSpeedUp 2.9 fallen trotz Mini-Auswahl mit schlechten Ratschlägen negativ auf.

So führt WinSpeedUp den Update-Dienst von Windows als potenzielles Sicherheitsrisiko auf und rät zum Deaktivieren. Gleiches empfiehlt das XP Tubro Tuning für den Systemwiederherstellungsdienst. Damit erhöht man jedoch keineswegs die Zuverlässigkeit des Systems - auch wenn der Hersteller auf der Webseite Gegenteiliges behauptet.

Wie die Programme beispielsweise beim Autostart vorgehen, erfahren Sie auf Seite 3...

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