Outdoor-TV

Samsung "The Terrace" im Test

12.11.2020 von Roland Seibt und Klaus Laumann

Mit den Modellen „The Terrace“ bringt Samsung staub- und spritzwassergeschützte TV-Geräte und Soundbars für den Extremeinsatz auf den Markt. Gibt es Kompromisse durch die besondere Belastbarkeit? Lesen Sie unseren Test hierzu.

ca. 6:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Samsung The Terrace - Key-Visual_With-Soundbar
Samsung The Terrace im Test - Das komplette Gehäuse ist aus Metall gefertigt und lackiert. Lüftungsschlitze gibt es keine.
© Samsung

Pro

  • Outdoor-Kombi (IP-55)
  • massiv
  • extrem brillantes Bild
  • dynamischer Sound
  • viel Smart-TV
  • satte Farben

Contra

  • hoher Preis
  • TV-Klang (ohne Soundbar) mies
  • Lüfter

Fazit

video-CHECK!-Urteil: "Preis/Leistung: sehr gut" für SAMSUNG The Terrace 65 & HW-LST70T; "video Innovation"

So gut wie jeder Raum in der Wohnung ist inzwischen mit TV-Geräten ausgestattet. Im Wohnzimmer hängt das prächtigste Modell, das alle paar Jahre – je nach Technikfortschritt – erneuert wird. Die älteren Fernseher wandern dann in Schlafzimmer, Arbeitszimmer und die Chillout-Lounge der Kiddies.

Schon ein Einsatz in Küche oder Bädern fällt meist flach, wenn man sich an die Bedienungsanleitungen hält, die meist recht konservative Einsatzszenarien in puncto Temperatur und Luftfeuchtigkeit vorschreiben. Einen normalen Fernseher in freier Wildbahn einzusetzen, wo ihn im Extremfall Regen erreichen kann, ist ja auch wirklich lebensgefährlich aufgrund der Hochspannung.

Damit ist nicht zu spaßen, und selbst wenn das Gerät unter einer Pergola vermeintlich sicher hängt, könnte es doch leicht von Wasserpistolen angespritzt werden – und überhaupt auch dankbar Staub und Dreck aus der Umwelt aufnehmen, oder von Insekten als toller Unterschlupf entdeckt werden.

Kurz gesagt: Normale TV-Geräte sind für den Inneneinsatz konzipiert und draußen sollte man keine allzu langen Lebenserwartungen in sie setzen.

Samsung The Terrace im Test - Screenshot Menü
Samsungs Ambient Mode zeigt bei ausgeschaltetem Gerät neben Kunstwerken oder Tarnfarben auch das lokale Wetter und News. Sehr praktisch für draußen.
© Screenshot / Montage: video

Erschwerend kommt hinzu, dass auch was die Bild- und Tonqualität betrifft, besondere Anforderungen beim Außeneinsatz gelten. Schon die sommerliche Nachmittagssonne kann den Kontrasteindruck erheblich schmälern, wenn das Display nicht enorm hell werden kann und es im besten Falle dazu noch Fremdlicht gut schluckt statt es zu reflektieren.

Auch die Klangwandler müssen eine erhöhte Dynamik besitzen, wenn sie statt eines geschlossenen Raumes mit Nachhallakustik eine offene Fläche beschallen möchten. All diese Fakten hat Samsung bedacht und jetzt eine Serie von Geräten herausgebracht für die Zielgruppe derjenigen Menschen, die auf den schönsten Terrassen, Pool-Landschaften und Jachten dieser Welt auch die schönsten Film- und Sportereignisse zelebrieren möchten: „The Terrace“.

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Das TV-Gerät, das hier mit korrektem Namen „GQ65LST7TAUXZG“ heißt und 4873 Euro kostet, gibt es auch in 55 Zoll (3898 Euro) und 75 Zoll (6353 Euro) zu kaufen. Grundsätzlich handelt es sich um ein QLED-TV-Modell, das also Quantum-Dot Partikel in den Folien der Hintergrundbeleuchtung nutzt, um besonders hell und superbunt werden zu können.

Das VA-LCD-Panel hat eine 4K-Auflösung, liefert native 10 Bit und wird in 100/120 Hertz angesteuert. Einer der drei HDMI-Eingänge verträgt auch Signale in dieser Bildfrequenz. Alles andere wird äußerst intelligent und nötigenfalls verschönernd aufbereitet, so wie man es von Samsungs Quantum Prozessor 4K gewohnt ist.

Dabei ist die Bewegungsschärfe extrem hoch, das Entruckeln der Bewegungskompensation ist nach Geschmack sehr feinfühlig einstellbar. Artefakte fallen bei Alltagsquellen selten auf. Doch vor der Bildanalyse erst einmal zu den Basiseigenschaften dieses TV-Gerätes.

 Outdoor-TV Samsung The Terrace im Test - Weatherproof
Es regnet! Aber selbst eine Dusche mit dem Gartenschlauch kann Samsungs Outdoor-Kombi nichts anhaben. The Terrace und die zugehörige Soundbar sind staub- und spritzwassergeschützt und halten Temperaturen zwischen −30° und +50° Celsius stand.
© Samsung

Alleinstellung

Eigentlich müsste man dieses Gerät gar nicht weiter testen, denn es verdient neben dem Prädikat „Innovation“ direkt das Label „Alternativlos“. Sucht man nach TVs für draußen, landet man immer wieder exklusiv beim „The Terrace“. Sein schweres Metallgehäuse ist wetterfest lackiert und bietet keine Öffnung für das Eindringen von Wasser oder Staub.

Er ist geschützt nach IP55 und dabei sogar temperaturbeständig von -30 bis +50°C. Das sollte für unsere Breitengrade mehr als ausreichen und wird offenbar durch kühlende Lüfter sichergestellt, deren Aktivitäten man im hermetisch abgedichteten Gehäuse dezent hören kann.

Sicherer Schutz vor Wasser und Staub

Bei Samsungs „The Terrace“ besitzen sowohl TV-Gerät als auch Soundbar die Schutzart IP55 und sind damit zertifiziert wetterfest. Die IP- (=International Protection) Schutzart beschreibt die Eignung eines Elektrogerätes für gewisse Umgebungen sowie den Schutz des bedienenden Menschen.

Sie unterscheidet sich von der Schutzklasse, die sich auf die elektrische Sicherheit (Isolation, Erdung, ...) beschränkt. Es gibt verschiedene Grade an Schutzarten, bezeichnet durch eine zweistellige Zahl und optional zwei nachfolgende Buchstaben, die aufschlüsseln, was mit welchem Körperteil sicher berührt werden darf. Dies alles ist in unterschiedlichen Normen festgeschrieben.

Wichtig für uns ist, dass die erste Ziffer den Schutz gegen Fremdkörper und Berührung angibt, wobei eine 5 bedeutet: „Geschützt gegen Staub in schädigender Menge, vollständiger Schutz gegen Berührung“. Die zweite Nummer beziffert den Schutz gegen Wasser, hier Grad 5 : „Schutz gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel“.

Samsung The Terrace im Test - TV Anschlüsse Fach
Sicherer Schutz vor Wasser und Staub
© Josef Bleier

Ausstattung

Der TV besitzt einen Doppeltuner, drei HDMI-Eingänge und einen USB-Anschluss, die sicher hinter einer abgedichteten Klappe liegen. Die Durchführungen sind für unterschiedliche Kabeldicken vorbereitet und mit Gummistopfen vorbelegt. Sogar das Batteriefach der Fernbedienung ist durch eine zusätzliche Abdichtung wasserresistent. Hier hat Samsung saubere Arbeit geleistet.

Dennoch liegt dem Gerät ein Zettel bei, der beim Auspacken grafisch darauf hinweist, das Gerät keiner direkten Sonnenbestrahlung oder Regen auszusetzen. Vernünftigerweise sollte man sich tatsächlich ein Plätzchen für den TV suchen, das nicht ständig beschneit wird, und Sonnenstrahlen in vollster Intensivität sind ja für kaum ein Material zuträglich – geschweige denn für die Bildqualität, denn die Sonne ist noch viele tausend Male heller als ein Fernsehgerät.

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Soundbars

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Um dieser hohen Lichtanforderung gerecht zu werden, hat Samsung unserer Zählung nach doppelt so viele LEDs im direkt dimmenden Backlight untergebracht wie im 4K-Spitzen-TV 65Q95T. Allerdings sind die Lichthöfe um Objekte, respektive die die Breitenwirkung der Dimmcluster, selbst von der Seite aus kaum differenzierbar.

Auf den abdunkelnden Kontrastfilter, der dem Q95T einen extrabreiten Blickwinkel beschert, hat Samsung hier verzichtet – mit dem Ergebnis, dass „The Terrace“ mehr als doppelt so hell brilliert und in HDR bei unseren Tests über 5000 Nits erreichen konnte. Unser aktueller Rekord an Lichtstärke. Dafür zieht er sich in Spitze auch über 400 Watt aus der Steckdose.

Auch hier wurde die Technik also sinnvoll für den Außeneinsatz konzipiert. Trotz der hohen Leistung bleiben die Farben sehr natürlich – wenn man es wünscht. So sind die heftig dynamischen Bildmodi nur zu ertragen, wenn ansonsten das Sonnenlicht alles überstrahlen würde.

Samsung The Terrace im Test - Fernbedieung Batteriefach
Das Batteriefach besitzt unter dem Schieber einen zusätzlichen Deckel mit Abdichtung.
© Josef Bleier

Abends brennen hier die Augen nicht nur aufgrund der Blendung, sondern auch der übersättigten Farben, glattgebügelten Gesichter und massiv übertriebenen Kontraste. Wer im Filmmaker-Modus jedoch das Backlight hochzieht, erhält sowohl in HDTV als auch in HDR saubere 1600 Nits mit sehr schönen Farben, wunderbaren Akzenten und einer sehr hohen Schärfe.

Für einen optimalen Schwarzwert kann man gerne den Lichtsensor aktivieren, nur in HDR werden einige Inhalte dann etwas düster. Das zuschaltbare adaptive Bild mit seiner künstlichen Intelligenz regelte für unsere Laborumgebung etwas zu heftig, draußen mag das Ganze jedoch durchaus eine positive Wirkung entfalten.

Wie eingangs erwähnt, befinden sich Samsungs Entrauschungs-, Nachschärfungs- und Deblocking-Algorithmen auf marktführendem Niveau. Ganz das Gegenteil ist beim Sound passiert. Hier scheint es so, als hätte Samsung einfach die Schallöffnungen wieder für die Wasserdichtigkeit geschlossen, sodass das Wenige, was nach draußen dringt, leise und sehr mittenbetont plärrig wirkt. Der Klang des TVs ist eine unbefriedigende Notlösung, sodass man unbedingt auf eine externe Lösung setzen sollte.

Soundbar

Hier liefert Samsung auf Wunsch die perfekt dazu passende, ebenfalls witterungsgeschützte Soundbar, die „3-Kanal Soundbar für The Terrace“ (HW-LST70T/ZG), die wir direkt im Set mit testen konnten. Wie das TV-Gerät kommt sie in einem wetterfesten Metallgehäuse, das mit dunklem Lack überzogen ist; frontseitig schützt sie ein stabiles Metallgitter.

Die wenigen Anschlüsse, die das Gerät mitbringt, sind auch hier hinter einer sorgsam abgedichteten Klappe verborgen, genauso wie die Fernbedienung ein besonders geschütztes Batteriefach besitzt. Auch die vier Knöpfe, mit denen sich die Soundbar direkt am Gerät bedienen lässt, sind aus Gründen des Wetterschutzes auf der Unterseite angebracht.

Samsung The Terrace im Test - Soundbar
Schlicht im Design, hochwertig im Klang: Die Soundbar nimmt mit ihrem dunkel lackierten Metallkorpus und dem stabilen Frontgitter die robuste Formensprache des TV-Geräts auf.
© Samsung

Das bedeutet aber auch, dass man sie nicht einfach aufstellen kann, sondern an der Wand montieren muss. Dazu muss man nicht einmal zusätzliche Löcher bohren. Der Soundbar liegen neben den typischen Wandhalterungsösen auch zwei Befestigungsschienen bei, mit denen man sie praktischerweise direkt unter dem Terrassen-Fernseher einhaken kann.

Sonst beschränkte sich Samsung bei der Soundbar auf das Wesentliche. Sie bietet nur einen einzigen optischen Eingang, über den sie maximal Surround-Sound in 5.1 akzeptiert. Im Freien macht es jedoch keinen Sinn zu versuchen, mit virtuellen Quellen oder Wand- und Deckenreflexionen eine immersive Wiedergabe zu simulieren.

Samsung The Terrace im Test - Soundbar Anschlüsse Fach
Wie beim Fernseher sind auch bei der Soundbar die Anschlüsse hinter einer Klappe in einem extra abgedichteten Fach untergebracht. Damit sind diese neuralgischen Punkte besonders gegen Wasser und Staub geschützt.
© Roland Seibt

Hier muss eine Soundbar vor allem laut und tief spielen können, da sich der Schall auf der Terrasse sehr schnell verliert. Und das kann die Outdoor-Soundbar auf jeden Fall. Für ein Einzelsystem ohne Subwoofer-Unterstützung liefert sie sowohl beachtliche Pegel als auch einen ordentlichen Bass und poliert den wirklich flachen TV-Ton damit standesgemäß auf.

Beim Praxistest in unseren Laborräumlichkeiten fiel sie zwar mit einem besonders prägnanten Klangbild auf, das für Innenräume schon fast zu überdreht ist. Im Outdoor-Betrieb garantiert diese Abstimmung jedoch ein Maximum an Sprachverständlichkeit und eine packende Atmosphäre bei Live-Sportübertragungen.

Fazit

Mit der Outdor-Kombi The Terrace liefert Samsung auch noch die Untermalung für die Grillfeier im Garten. Der wetterfeste TV trotzt mit seinem leuchtstarken Display sogar hellem Sonnenlicht und die zugehörige Soundbar zaubert die passende Klangkulisse. Viel Wahl hat man nicht: Das Angebot an Freiluft-TVs ist überschaubar – gut, dass man mit dieser wetterfesten Kombi nichts falsch machen kann.

video CHECK! Preis/Leistung: sehr gut
video CHECK! Preis/Leistung: sehr gut
© WEKA Media Publishing GmbH

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