55-Zoll-QLED

Samsung The Frame 55 (2021) im Test

11.11.2021 von Roland Seibt

Ein Fernseher kann riesig sein und sich dennoch perfekt in ein stylisches Wohnambiente integrieren. Das beweist Samsung mit „The Frame“ – einer Modellreihe, die aussieht wie ein tolles Gemälde. Können die Meisterwerke auch technisch überzeugen? Das haben wir in unserem Test überprüft.

ca. 4:15 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Samsung The Frame 55 im Test
Samsungs „The Frame“ ist der intelligenteste Bilderrahmen aller Zeiten.
© Samsung
EUR 935,43
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Pro

  • Bilderrahmen-Design
  • gutes QLED-Bild
  • sehr viele smarte Optionen

Contra

  • kein perfekter Kontrast

Fazit

video-CHECK!-Testurteil: sehr gut; "Design-Tipp"

So richtig neu ist Samsungs Idee nicht, auf einem Fernseher im ausgeschalteten Zustand Kunst laufen zu lassen. Vor einigen Jahren war die koreanische Firma allerdings die erste, die dieses Konzept erfolgreich umgesetzt hatte – und das besteht aus sehr viel mehr als nur einer simplen Diashow. Der Kunstgedanke ist hier nämlich konsequent zu Ende gedacht und überzeugt durch pfiffige Details in Hardware, Software sowie Inhaltekooperationen.

Nicht nur für Kunstbeflissene: TV-Gehäuse, One-Connect und 4K-Auflösung

Das Konzept basiert auf einem TV-Gehäuse, das genauso aussieht wie ein Bilderrahmen. Beim hier in 55 Zoll getesteten Modell beträgt die Gesamttiefe nur 2,5 cm. Diese vergrößert sich nur marginal, wenn man einen optional erhältlichen Rahmen (aktuell fünf Farbvarianten) am schwarzmatten Kunststoffgehäuse befestigt.

Auch sehr wichtig: Die Ansteuerelektronik befindet sich in einer separaten Box, die über ein einziges dünnes, silbriges Kabel mit dem TV verbunden wird. Das ist natürlich viel gefälliger, als ein halbes Dutzend Kabel vom Bild an der Wand herunterhängen zu lassen. Diese technisch anspruchsvolle, aber sehr ästhetische „One-Connect“-Lösung kennen wir sonst nur von Samsungs Topmodellen.

Samsung The Frame (2021) im Test - Wechselrahmen
Optionale Blenden bringen Holzdekor und puristisches Weiß ins Spiel.
© Samsung

Als Samsung vor einigen Jahren mit „The Frame“ startete, gab es nur kleine Bilddiagonalen, und man hatte den Eindruck, die beste Bildqualität würde den klassischen TV-Serien vorbehalten bleiben. Samsung ging damals in die QLED-Offensive, allerdings blieben die Design-TVs außen vor – vielleicht weil andere Kunstobjekte auch keinen erweiterten Farbraum oder extrahohe Kontraste forderten.

Tatsächlich war der leicht mattierte Bildschirm mit seinem gutem Blickwinkel kaum von gedruckten oder gemalten Bildern hinter Glas zu unterscheiden. Eingeweihte hatten damals jedoch den Eindruck, dass „The Frame“ technisch auf Vorjahresmodellen basierte. Und natürlich waren die Bilder für Fernsehverhältnisse zu klein, die günstigsten Varianten besaßen nicht einmal Ultra-HD-Auflösung oder 120-Hz-Technik.

Samsung

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All diese Kritikpunkte hat sich Samsung zu Herzen genommen, so dass die 2021er „The Frames“ richtig gute Hardware besitzen, teils sogar besser sind als die Einsteiger der normalen QLED-TVs. Während dort der Rotstift angesetzt wurde, finden wir im The Frame 55“ noch ein waschechtes, sehr kontraststarkes Samsung-Panel in VA-Technik – sogar in 120Hz-Ausführung.

Und die Ansteuerelektronik mitsamt „Quantum Processor 4K“ verträgt sogar HDMI-Signale der Norm 2.1, also 4K-Auflösung in 120 Hz. Wenn man der kultivierten Kunst also überdrüssig ist, kann man sich so richtig austoben und am „Bilderrahmen“ im Wohnzimmer zum Beispiel Games von der Xbox Series X in allerhöchster Qualität zocken.

Samsung The Frame (2021) im Test - Seitenansicht & Fernbedieung
(links) Das Gehäuse ist schlank und eckig wie ein Bilderrahmen, die Füße nur eine Notlösung. (rechts) Die smarte Fernbedienung besitzt keine „Kunst“-Taste mehr, dafür eine Solarzelle statt Batteriefach.
© Samsung / Montage: video

Gamebar, Ultrawide Gameview und die anderen Spielefeatures wurden integriert, und mit einer Latenz unter 10 ms ist der Samsung ungeheuer reaktionsschnell. Auch was die vielen Video-on-Demand-Apps, drei Anbieter der Sprachsteuerung, Apple Airplay, Multibild mit PC-Anbindung und Fitness-Coaching sowie das Internet der Dinge betrifft, wird die volle Breitseite an Features geliefert.

Einzig der klassische TV-Empfang ist mit einem Vierwege-Singletuner nicht so ausgeprägt wie bei Samsungs Spitzenmodellen. Mit einem wirklichen Manko müssen vor allem Fans von HDR-Filmen leben. Das QLED-Backlight besitzt kein lokales Dimmen, geschweige denn tausende Mini-LEDs (genannt „Neo-QLED“). Damit ähnelt der begrenzte Schwarzwert des Panels dann doch wieder eher einem analogen Kunstwerk.

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Noch mehr Sinn für Kunst: Der Galerie-Modus

Einen Galerie-Modus, der Diashows oder interaktive Inhalte anzeigt, ja sogar einen Camouflage-Modus bietet, durch den sich der TV als Teil der Wand tarnt, besitzen auch viele andere Samsung-TVs. Ein „The Frame“ kann da entscheidend mehr.

Der Art Mode ist das Herzstück für Kunstfreunde. Schaltet man den Fernseher normal aus, erscheint dieser und gibt bei gesenktem Stromverbrauch, der allerdings immer noch gut 70 Watt beträgt, erstklassige Kunst wieder. Um den Verbrauch zu senken, hat Samsung an einen Bewegungsmelder gedacht, der die Kunst abschaltet, wenn sie gerade niemand sehen kann.

Samsung The Frame (2021) im Test - Galeriemodus
The Frame (2021): Schon der Galeriemodus ist pure Kunst
© Samsung

Als Inhalt des Art Mode gibt es eine große Auswahl aus vielen kuratierten Werken berühmter Museen, von denen allerdings nur die wenigsten kostenlos sind. Samsung bietet spezielle Kunst-Abos an und füttert den Liebhaber mit Einführungsangeboten und kostenlosen Probemonaten an. Irgendwann erkennt man aber, dass echte Kunst halt auch ihren Preis hat, und dann sind die geschätzten Zusatzkosten von 50 Euro für den jährlichen Stromverbrauch ein Schnäppchen im Verhältnis zur Mona Lisa oder der Nachtwache.

Letztere bekommt man natürlich nicht ganz in Rembrands gigantischen Originalformat (3,3 × 4,3 m), aber im Gegensatz zu den ersten Frames werden die 2021er Modelle bis hinauf zu riesigen 85 Zoll angeboten. Wer es dezenter mag, kann sich entscheiden zwischen 43, 50, 55, 65 oder 75 Zoll.

Samsung The Frame (2021) im Test - Kunstmodus Menü
Der Kunstmodus wird im Menü konfiguriert und aktiviert sich im Standby.
© Samsung

Das Angebot ist also so groß, dass sich für jedes Wohnzimmer etwas Passendes findet. Eine ultraschlanke Wandhalterung, die den TV nahezu plan anliegen lässt, befindet sich im Lieferumfang, genauso wie höhenverstellbare Füße, den aber den Designcharakter etwas verwässern. Da passt der optionale Dreibein-Bodenständer deutlich besser ins Ambiente.

Auch Film und Fernsehen machen Spaß

Natürlich durfte der The Frame 55 auch den gesamten Parcours unseres Testlabors bewältigen. Kurz gesagt, leistete er hier deutlich mehr als seine Vorgänger. Im Filmmakermodus sind die Farben ideal voreingestellt, in Standard wirkt das Ganze wie üblich leicht gekünstelt. Bei schlechten Bildquellen leistet Samsungs KI-unterstützte Bildreinigung Erstaunliches.

video CHECK! Preis/Leistung: sehr gut
video CHECK! Preis/Leistung: sehr gut
© WEKA Media Publishing GmbH

Auch wer Bewegungsglättung mag, wird von Samsung qualitativ nicht enttäuscht. Die Brillanz von HDR bleibt im Rahmen, ist aber als ordentlicher Bonus zum Haupteinsatz „Bilderrahmen“ durchaus positiv zu sehen. Der mäßige Schwarzwert bringt minimales Clouding zum Vorschein, aber dank Lichtsensor wird abends Strom gespart und gleichzeitig dieser Effekt verringert.

Wer sich aufgrund der Angst vor dem"großen schwarzen Loch" an der Wohnzimmerwand ansonsten keinen Großbild-TV gönnen würde, bekommt von Samsung hier einen erstaunlich guten Kompromiss aus künstlerischen Designambitionen und technischer Unterhaltungsqualität.

Fazit

Die "The Frame (2021)"-Modelle vereinen fast kompromisslos ein gehobenes Kuntsverständnis mit herausragender TV-Qualität. Durch QLED-Technik, smarte Ausstattung und künstlerische Bonuspakete findet man hier das Beste aus vielen Unterhaltungswelten – sogar wenn der TV im Standby ist.

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