8K-Fernseher

Samsung Q800T im Test: Top-TV mit Soundbar

2.10.2020 von Klaus Laumann und Roland Seibt

Die 8K-Auflösung des Samsung Q800T mit den passenden neuen Übertragungsnormen lässt im Test ein orchestrales Feuerwerk an AV-Emotionen los, das es so bislang noch nicht gegeben hat.

ca. 8:45 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Samsung Q800T im Test: Top-TV mit Soundbar
  2. SAMSUNG HW-Q800T im Test
Samsung
Samsung
© Samsung

Pro

  • äußerst brillantes Bild
  • sehr viel Smart-TV
  • HD-plus integriert
  • Kooperationen

Contra

  • zieht viel Strom

Fazit

Video-Testurteil: überragend (933 von 1005 Punkten); - [ 91% ] -video "Kauftipp"

Video Kauftipp
video Kauftipp
© WEKA

Tatsächlich steht die betreffende Pixelschärfe von 7680 × 4320 Bild­punkten an der Spitze der Evolutions­kette aller Ultra-HD Roadmaps, flan­kiert vom gigantisch bunten BT.2020- Farbraum, HDR-Hyperbrillanz und 100-Hz-Bildruhe.

So legte Samsung, noch bevor die 4K-Technologie (3840 × 2160 Pixel) bis ins letzte Quäntchen ausentwickelt worden war, einen Frühstart hin und leitete bereits vor zwei Jahren die nächste Bildära ein.

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Was erst einmal absurd teuer erschien und aufgrund von auf absehbare Zeit fehlenden Bildquellen von einigen Kritikern als nutzlos hingestellt wur­de, erwies sich in vielen Belangen als äußerst hilfreich.

So zwang sich Samsung selbst zu Meisterleistungen in der Aufbereitung und Optimierung schwächerer Eingangsqualität, lieferte als erster HDMI 2.1-Chips mit ver­vierfachter Pixelbandbreite und holte durch Filterscheiben Kontraste und Blickwinkel aus LCD-Panels heraus, die früher als absolut unerreichbar gal­ten.

So liegt bei diesen Panels der Tageslichtkontrast, der Raumlichtreflexionen berücksichtigt, deutlich höher als bei OLED-Fernsehern, die ihren phänomenalen Schwarzwert vor allem im abgedunkelten Raum aus­spielen können.

Insgesamt kann man leicht argumentieren und durch unse­re Tests belegen, dass Samsungs 8K-Fernseher die besseren 4K-LCD-TVs sind. Und mit dem neuen GQ75Q800T ist der Aufpreis zur viermal schwächeren 4K-Schärfe gar nicht mehr so hoch.

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Er war bei Markteinführung mit bereits vernünftigen 5300 Euro veran­schlagt, doch zur Drucklegung dieses Tests kostete die 75-Zoll-Variante des Q800T offiziell nur noch 4775 Euro. Abzüglich Sofortrabatt kamen Fach­händler gar unter 4000 Euro.

Ein sol­cher absoluter Hammerpreis für ein Gerät mit diesen Fähigkeiten und in dieser Güteklasse ist allemal unser „Kauftipp“-Siegel wert. Wer etwas ge­spartes Budget in die passende Soundbar HW-Q800T investiert, wird mit einem überwältigenden Unterhal­tungserlebnis belohnt.

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Um das nicht nur einfach so zu schreiben, sondern auch in Labor und Hörraum nachvoll­ziehen zu können, orderten wir beide Geräte und testeten vor allem in Kom­bination, wie stark sich der Sound von der Leistung der Einzelgeräte abheben kann.

Samsung integriert nämlich bei technisch passenden Kombinationen das Feature „Q-Symphony“, das erst­mals die Klangpotenziale von TV und Soundbar zusammenfasst, statt allein das externe Gerät anzutreiben, wäh­rend die Chassis im Fernsehgerät stummgeschaltet werden.

Samsung
Mittels Doppeltuner oder Smartphone-Spiegelung sind viele Bild-im-Bild- Optionen möglich, jetzt sogar mit gemischtem Sound.
© Samsung

Gerade bei einer verhältnismäßig schmalen Bar mit eingeschränkter Basisbreite ver­spricht die Addition der TV-Treiber, die sogar am oberen Ende der Rück­wand integriert wurden, einen großen Gewinn an Räumlichkeit.

Der Ge­samtklang sollte also besser sein als der der Soundbar – erstmalig. Neben Q-Symphony hatte Samsung viele weitere Ideen, was die Klangverbesse­rung betrifft, angefangen von der au­tomatischen Selektion der passenden Voreinstellung über die Verteilung von Klangobjekten je nach Position auf dem Bildschirm bis hin zur Über­tönung von störenden Umweltge­räuschen im Wohnzimmer (siehe oben).

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Der Preis liegt mit aktuell 7310 Euro für 75 Zoll auf entsprechend luxuriösem Niveau. Beim Q800T spart man sage und schreibe 2500 Euro, muss aber auf erstaunlich wenig verzichten, was Ausstattung und Bildqualität betrifft.

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Bis auf einen der drei USB-Anschlüsse sind Signalhardware und Bedienung quasi identisch. Der GQ75Q800T besitzt jedoch keine externe Anschlussbox inklusive optischem Superkabel.
Die Stecker von Netz, Antennen und Zuspielern werden wie üblich hinten ins Gerät gestöpselt und sind auch nicht sonderlich gut zu verstecken.

Insgesamt ist der Korpus mit 2,6 cm fast doppelt so tief, beherbergt er doch die TV-Elektronik und das Netzteil. Für Local-Dimming-Technologie mit Fokus auf Bildqualität ist das großflächige Gerät jedoch überaus kompakt und schick.

Samsung
Das Galeriemodus, der statt schwarzem Schirm im „Standby“ Bilder oder interaktive Inhalte anzeigt, verschönt das Wohnzimmer, braucht aber gute 150 Watt.
© Samsung

Der Rahmen bleibt schlank mit unter einem Zentimeter rund ums Bild. Der schwere Metalluß ähnelt dem des Q950T und benötigt nur wenig Standfläche.

Lautsprecher erkennt man auf den ersten Blick nicht, beim Hinhören nimmt man zwei Breitbänder an der Rückseite wahr, die ihre Sounds vor nämlich nach unten abstrahlen.

Sie werden ergänzt durch jeweils zwei Hochtöner seitlich und an den oberen Ecken, die nur durch kleine Schlitze zu identifizieren sind. Das interessante Konzept steht für viel Räumlichkeit – etwas zu viel, wie wir später erklären werden.

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Bezüglich der HMDI-Eingänge lässt Samsung nichts anbrennen und muss ja auch das hohe 8K-Niveau ab­liefern. Das passiert in 60 Hz, wäh­rend 4K und Full-HD bis 120Hz mit­ziehen.

Für Gamer sind der Auto- Low-Latency Modus und VRR inter­essant. HDMI-4 ist durch den erweiterten Audio-Rückkanal eARC DolbyAtmos-fähig.

Hier schließen wir dann auch natürlich unsere Soundbar HW-Q800T an, woraufhin sie schnell erkannt und eingebunden wird. Ein Vierwege-Doppeltuner ist bei Samsungs Top-TVs Programm und sowohl USB-Aufnahmen als auch Bild-im-Bild und Streaming zuträg­lich.

Was die modernen kabellosen Verbindungen und deren Möglichkei­ten betrifft, ist Samsung auch ganz vorn mit dabei.

WiFi und Bluetooth werden nicht nur für Film- und Musikzuspielung genutzt, sondern auch zur Einbindung von Soundgerä­ten (Kopfhörer, Funkboxen) bis hin zur drahtlosen Maus.

Samsung
Aktuell bekommt man beim Kauf dieses hochwertigen Gerätes Medienwerte für viele Hundert Euro geschenkt, allem voran ein super Sportpaket von sky Ticket.
© Samsung

TV-Marktführer Samsung ist eben­falls besonders aktiv bei Inhaltskoope­rationen. So ist die Dekodierungs­funktion für HD+ bereits integriert und der Käufer wird ein halbes Jahr kostenlos mit dem Dienst angefüttert.

Ein noch deutlich wertvollerer Bonus ist die Zusammenarbeit mit Sky. Samsung integrierte als App sowohl sky Q als auch sky Ticket und arran­gierte, dass ein Neukunde ein ganzes Jahr lang das Supersportpaket ge­schenkt bekommt – eine Sonderaktion, die aktuell bis Ende 2020 gilt und stolze 240 Euro spart.

Samsung
Wenige Tasten, intelligent genutzt. Das ist das Credo für Samsungs Fernbedienung, die in der Metallausführung einen hochwertigen Eindruck macht.
© Samsung

Ergänzend ist zu sagen, dass das Smart-TV App- Angebot damit das weitreichendste am Markt ist und auch vor Apple-TV, Apple Music und Airplay2 nicht halt­macht.

Auch vor den komplexesten smarten Themen hat Samsung keine Angst und bestückt den TV mit aktiven Sprachsteuerungen durch Alexa und den hauseigenen Bixby.

Auch Googles Assistant wurde für Sommer 2020 versprochen – offensichtlich ver­schiebt sich die Einführung etwas. Damit man per Spracheingabe nicht nur den TV steuern und kluge Fragen stellen kann, integrierte Samsung auch Smart Things, den zugekauften Standard für das Internet der Dinge, der Partnern zur Zusammenarbeit of­fen steht.

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Auf dem Android Smart­phone hat die Smart-Things-App be­reits alle Steueraufgaben der TV-Tech­nik übernommen (siehe S. 10 unten).

Was die Bedienung angeht, zieht Samsung das moderne Konzept wa­cker durch, bei dem sich alles über­sichtlich auf dem Bildschirm ab­spielt und die Fernbedienung mit möglichst wenig Drückern auskom­men muss.

Samsung
Samsungs Hauptmenü ist konfigurierbar und bedeckt das TV-Bild nur minimal. Zum Inhalts-, oder App-Icon werden sofort passende Optionen angezeigt.
© Samsung

Auch das Zahlenfeld und die Farbtasten (für HbbTV) werden virtuell bedient. Je mehr man nur smarte Apps bedient, umso größer ist der Anteil an Menünavigation, für die diese Fernbedienung ideal ist.

Intelligent gelöst durch zwei Wippen sind Lautstärke und Programmskip. Kurzes oder langes Drücken triggert Sonderfunktionen wie Muting oder EPG. Meist reagieren die Menüs sehr flink, man merkt jedoch sofort, wenn der TV etwas aus dem Internet nachladen muss.

Samsung Q800T - Extrascharfe Bilder

Die 8K-Auflösung ist schon der Wahnsinn. Um feinste Details in unseren Testsequenzen für Schärfe oder Kontrastmodulation (offizielle Messung der Pixelauflösung) dif­ferenzieren zu können, muss man bis unter einen Meter an das riesi­ge Panel herantreten.

Im Gegensatz zur ersten Generation erkennt man dann auch die messerscharfen Ab­grenzungen der 100 Millionen farbigen Subpixel klar.

Die darüberliegende Schicht zur Erweiterung des Blickwinkels und Minimierung von Reflexionen ist nun besser auf die Pixeldichte von 8K abge­stimmt als vor zwei Jahren.

Samsung
Samsung Q800T
© Samsung

Dabei wäre die maximale Schärfe nur vonnöten, wenn man diesen 75-Zöller quasi als Computermonitor nutzt und aus gut 70 cm Betrachtungsabstand schaut.

Die Pixelflut von 8K ist im Filmbereich eher als Überabtastung zu sehen, ungefähr so wie 96 oder 192 kHz Samplingrate im HD-Audiobereich. Je mehr digitale Punkte ein analoges Signal (Film) beschreiben, umso präzi­ser wird es abgebildet.

Hohe Fre­quenzen sehr nahe der Nyquist­grenze sind möglich, doch es kann zu Phasenfehlern oder Rau­schen kommen.

Im Bildbereich heißt das: Feinste Details begin­nen zu flimmern oder Strukturen erhalten ausgefranste schräge Kanten – die bekannten Alia­singfehler. Mit der 8K-Auflösung passiert das erst mal nicht so schnell.

Samsung
Samsung Q800T
© Samsung

Selbst aus relativ gerin­gen Sehabständen wirken die allerfeinsten Quellen nahezu analog und fehlerfrei in ihrer Schärfe. Dabei ist sogar in 8K- Filmen von Youtube aus anderthalb Metern Sehabstand klar zu erkennen, wenn man von 8K auf 4K-Steaming herunterschaltet.

Das Bild verliert einen Teil seiner Dreidimensionalität und gefühlten Echtheit, was sich durch die theoretische Pixelschärfe allein kaum argumentieren ließe.

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Samsung nutzt dieses Überangebot an Pixelschärfe noch anders, nämlich zur Verbesserung des Blickwinkels. Wer (zu) nahe ans Panel tritt, erkennt in dunklen Bereichen diagonale Muster. Hier werden die Helligkeiten bestimmter Pixel kombiniert.

Ein heller Bildpunkt strahlt nämlich besser zur Seite als zwei dunkle. Dieser Prozess wird nur auf Flächen angewendet, wo die maximale Schärfe eines Pixels keine Rolle spielt.

In Kombination mit einer speziellen Beschichtung des Panels wird ein Blickwinkel erzielt, der den eines IPS-Panels übertrifft und vor allem Schwarzwert (Kontrast) und Farbtreue besser hält. Ganz an OLED reicht er natürlich nicht heran.

Dafür ist die Kontrastfilterscheibe des Samsung GQ75Q800T allen OLEDs überlegen. Mit einer Reflektivität von nur 0,49% schluckt er Raumlicht mehr als doppelt so gut und sechsmal besser als billige LCD-TVs.

Zusätzlich besitzt das Gerät in etwa die doppelte Maximalhelligkeit von OLED-Geräten in Spitzlichtern, das Zehnfache bei vollflächigem Weiß.

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Kurz gesagt liefert der Q800T im lichtdurchfluteten Wohnzimmer am Nachmittag eine erstklassige Brillanz ab.

Sein großer Bruder Q950T kann das locker noch toppen, besitzt er doch noch weniger Reflexionen, mehr Lichtstärke und ein feineres Dimming.

Statt dessen 480 LEDs der Hintergrundbeleuch­tung zählen wir im Q800T nur 320 (20 ×16 Zonen). Die steuert Samsung aber wieder so intelligent an, dass kaum Lichtschimmern oder Pulsieren wahrgenommen werden kann.

In der Preisklasse gibt es nichts Vergleichba­res. Natürlich sind die LEDs mit Quantum-Dots veredelt, wodurch 95% DCI-Farbraum bereitgestellt werden.

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Was die Kalibration der Farben be­trifft, können wir dem Samsung ab Werk einen guten Filmmodus attestie­ren, der durch den integrierten „Film­maker Mode“ kaum getoppt werden kann.

Mit etwas Feintuning durch unsere Messsoftware Calman 2020 konnten wir die Laborwerte leicht ver­bessern, was rein visuell aber nur ein kleines i-Tüpfelchen ausmachte.

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Selbstverständlich klappt auch die automatische Selbstkalibration mit dieser teuren Laborsuite noch, den versprochenen Zugriff über IP bleiben die Koreaner (oder Calman-Entwick­ler) aber noch schuldig.

Herausragend bleiben die Fähigkei­ten des Bildverarbeitungschips „Quan-tum Prozessor 8K“. Auf Wunsch wer den selbst klötzige Youtube-Clips oder niederwertigstes MPEG2 SDTV hübsch aufpoliert, und interpoliert.

Samsung
Samsung Q800T
© Samsung

Das gelingt keinem so aalglatt wie Samsung. Allein die Entrauschung von unserem auf 4K skaliertem Worst­case-Material will nicht passen. Hier erwartet der Samsung wohl nicht so viele Quellfehler – übrigens genau wie jedes andere TV-Gerät.

Unsere hoch­wertige Lieblingseinstellung war der Filmmaker-Modus mit automatischer Rauschunterdrückung und leichter Judder-Minderung (3–5). Sehr gern nutzen wir den Öko-Lichtsensor, der tagsüber das Bild knallhell fährt und abends durch den Schwarzwert den Kontrasteindruck optimiert.

Norma­les Fernsehen, Streaming und Blu-ray ist wiedergabetechnisch für Samsung ein Kinderspiel. Interessant wird es, wenn bei HDR das Gerät bis an seine Grenzen gefordert wird.

Auch hier ist die Abstimmung der Farben bestens gelöst, im Filmmodus wird gar das et­was violette Grundblau zurechtge­rückt.

Mit gut 1300 Nits könnte der Samsung die meisten Masterings ori­ginalgetreu ausspielen, legt aber bril­lanztechnisch eine kleine Schüppe drauf.

Er reagiert auf Metadaten der allerhellsten Filme und passt das Map­ping schön an, um Clippingfehler ein­zudämmen. Natürlich wurden alle Korrekturalgorithmen von HDR10+ integriert – schön, wenn es mehr da­zugehörige Quellen gäbe.

Insgesamt lässt Samsung, was die Bilddarstellung bertrifft, absolut nichts anbrennen und hält die Abstriche zum 2500 teu­reren Spitzenmodell im Rahmen.

Klanglich fanden wir die Vorstellung trotz der vielen in alle Richtung strah­lenden Wandler zwar homogen, räum­lich und unaufdringlich, aber doch auch viel zu undynamisch, blutleer und vor allem weit, weit entfernt von jeglicher Präzision.
Aber hier kommt ja die optionale Soundbar ins Spiel.

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