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QLED-TV

Samsung GQ75Q900R im Test

Samsung bringt mit Einführung der ersten TV-Geräte in 8K-Auflögung Bewegung ins High-End-Segment. Womit dieser 75er punktet, lesen Sie in unserem Test.

Samsung GQ75Q900R im Test

© Josef Bleier

Samsung GQ75Q900R im Test

EUR 4.399,00

Pro

  • 8K-Auflösung
  • Mega Kontrast
  • HDR10+
  • viel Smart-TV und IOT
  • einfache Bedienung

Contra

  • Kein HDMI 2.1
  • hoher Stromverbrauch

Fazit

video-Testurteil: überragend; Preis/Leistung: sehr gut; video-Highlight; video-Referenz
91,0%

Das Fernseherlebnis von aktuellen Großbildgeräten ist schon absolut umwerfend, sogar verglichen mit dem, was uns vor nur fünf Jahren an Qualität zur Verfügung stand. 

Die OLED-Technologie etablierte sich und feierte viele Testsiege, doch Samsung als vehementer Gegner der organischen Panele verbesserte seine LCD-Panels durch eine farblich perfektionierte QLED-Hinterleuchtung, die brillanter strahlen kann als alle TV-Geräte zuvor. 

Es wird sogar viel Geld in mehrere Hundert Backlightlämpchen investiert, damit auch im dunklen Raum Schwarz perfekt bleibt und die gemessenen Kontrastwerte in die Millionen gehen. Das Streben nach dem besten Bild beschert uns eine Innovation nach der anderen.

Jüngster Schachzug von Samsung ist die von Experten als etwas verfrüht eingeschätzte Einführung der 8K-Auflösung. Wir sahen jedoch, dass die neuen Top-TVs auch mit klassischen Quellen, vor allem von schlechter Qualität, noch deutlich besser zurechtkommen als die hoch gelobten Modelle der kleineren 4K-QLED-Serien, und natürlich auch als die meisten Mitbewerber. 

In der Q900-Serie, die in 65, 75 und 85 Zoll erhältlich ist, verbaute Samsung nämlich nicht einfach ein neuartiges Panel in alter Elektronik, sondern lieferte direkt ein stimmiges Konzept ab. So etwas gab es bei der Einführung von Ultra-HD und Full-HD nicht. 

Samsung GQ75Q900R im Test - OneConnect-Box

© Josef Bleier

Netzteil, Prozessoren, Doppeltuner und alle Anschlüsse befinden sich in der schweren OneConnect-Box, die über ein dezentes Kabel mit dem TV verbunden wird.

Der größte Kritikpunkt bleibt, dass es weder Inhalte noch Sendestandards für 8K gibt, und dass dem Gerät sogar der HDMI 2.1-Eingang fehlt, um überhaupt 8K-Filme von einem externen Gerät empfangen zu können. 

Die ersten Chips dazu sollen ja erst dieses Jahr überhaupt auf den Markt kommen. Samsung beteuert, dass über das optische Kabel, das Steuerbox und TV-Panel verbindet, 8K-Daten in 120Hz übermittelt werden können, was wir durch die erfolgreiche Wiedergabe von 4K-100-Hz-Filmen über einen USB-Stick oder Gaming in 120Hz verifizieren konnten. 

Das Panel selbst soll nicht skalieren können, sondern bekommt immer die volle native Auflösung zugespielt. Ein Austausch der Kontrollbox gegen eine mit HDMI 2.1 (48 Gigabit/s Datenrate für bis 10K-Filme) würde also die meiste Kritik verstummen lassen. Dass dies möglich ist, hat Samsung mehrmals offiziell bestätigt. 

Wir haben inoffiziell erfahren, dass der Austausch gegen eine HDMI 2.1 One-Connect-Box für Besitzer der ersten Q900-Serie sogar geplant war – und dies sogar zu sehr, sehr, sehr günstigen Konditionen. Allein einige rechtliche Vorbehalte stünden noch im Weg. Eine andere Quelle streute gar das Gerücht, die aktuelle Box enthalte bereits einen HDMI 2.1-fähigen Eingang und könne eventuell per Softwareupdate freigeschaltet werden. 

Nachvollziehbar, denn Samsung baut eigene Chips, die Spezifikationen stehen bereits lange fest und nur die offiziellen Testprozeduren fehlten bislang. Diese Aussage können wir natürlich nicht verifizieren. Auf jeden Fall wird die Q900-Serie bald mehr Signale verarbeiten können als aktuell.

Samsung GQ75Q900R im Test - Seitenansicht & Fernbedienung

© Josef Bleier / Montage: video

(links) Das Gehäuse besitzt eine gewisse Tiefe, da die vielen Hundert QLEDs der Hintergrundbeleuchtung gleichmäßig verteilt direkt hinter dem Panel sitzen. (rechts) Edel und funktionell: Die in Metall verarbeitete Fernbedienung besitzt nur wenige Drücker, die teils dreifach belegt sind.

8K besonders schlau

Bei Samsung ist ja seit einem Jahr alles „Q“, basierend auf den tollen Ideen der Quantum-Dot Farboptimierung. So heißt der neue Bildchip des QLED-8K-TVs auch „Quantum Prozessor 8K“. Seine Algorithmen zur optimalen Aufbereitung aller Filmquellen für das hochauflösende Panel basieren auf maschinellem Lernen, was ja nun unter künstliche Intelligenz fällt.

In unseren Tests funktionierten die Algorithmen tatsächlich exzellent beim Herausrechnen von Treppenstufen zum Skalieren, der Differenzierung von Rauschen und scharfen Inhalten beim Fehlerfiltern, oder der Erkennung von Klötzchen bzw. Schlieren, die glattgebügelt werden müssen. 

Diese wirklich kluge Bildverbesserung tut bei guten Blu-rays oder 4K-Inhalten kaum etwas, verbessert aber Youtube, Netflix, SD-Sender und DVDs enorm. Dabei hält sich die Eingriffsmöglichkeit des Nutzers jedoch in Grenzen. Alle Optimierer agieren recht gut automatisch. Für die meisten unbedarften Bediener war deren Feintuning auch technischer Overkill.

Breite Paletten

Das Spektrum der gelieferten Inhalte ist gigantisch. Klotzige Internetfilmchen in wackeliger Handyauflösung sind der schlimmste Fall, 8K-Fotos liefern die adäquate unfassbare Schärfe der besten Digitalkameras mit 42 Megapixeln (beschnitten von 3:2). 

HDR-Filme werden kalibiert mit über 2000 Nits in gewaltiger Brillanz präsentiert. Im dynamischen Bildmodus konnten wir sogar einige Sekunden lang 4100 Nits in Spitzlichtern nachmessen. Eine blendende Erfahrung, die vierzig mal heller ist, als es HDTV nach geltenden Produktionsnormen darf. 

Samsung GQ75Q900R im Test - Rahmen

© Josef Bleier

Der 75Q900 ist mit 42 kg recht schwer. Entsprechend massiv ist sein Metallpanzer gehalten.

Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist schwer, und dabei noch realistische Farben fehlerfrei zu liefern eine große Herausforderung. Doch Samsung gibt sein Bestes. Die Voreinstellungen im Kinomodus sind gelungen, der Rest lässt sich gut nachjustieren, eine Schnittstelle zur Calman Autokalibration existiert. 

In HDR wird ab Werk eine etwas zu hohe Lichtstärke geboten, die Justage von „Gamma“ und Kontrast bringt die Dinge aber wieder ins Lot. Der Q900 reagiert schön auf statische Metadaten. Das heißt, ist ein Film dunkler gemastert als der TV leuchten kann, wird kein Spitzlicht abgeregelt, ja sogar mit etwas Zusatzpunch gearbeitet. 

Kommt etwas Ultrahelles herein, wird individuell weich gesättigt, um nicht zu clippen. Die aktuelle Firmwareversion 1202.3 scheint in dunklen Szenen optimiert worden zu sein, denn Details nahe Schwarz sumpfen nicht mehr leicht ab. Die schätzungsweise 30 x 15 Dimmzonen arbeiten derart dezent, dass man sie kaum erkennen kann. 

Sie dunkeln größere schwarze Flächen und düstere Inhalte so vorbildlich ab, dass man auch im Schwarzraum denken mag, man hätte ein OLED- oder Plasma-Panel vor sich. Allein am berühmten Sternenhimmel oder Feuerwerk, wo viele helle feine Details vor pechschwarzem Hintergrund gezeigt werden, beißt sich jeder LCD die Zähne aus. 

Samsung hat auch den Blickwinkel seiner Panels verbessert, sodass man auf dem Sofa direkt vor dem TV nicht unbedingt in der Mitte sitzen muss. Allzu weit sollte man sich aber noch nicht entfernen, denn dann wird Rot wieder leicht Orange und der Dunkelkontrast leidet. Trotzdem erstaunlich, was dieses VA-Panel leistet.

Samsung GQ75Q900R im Test - Rückseite

© Josef Bleier

Diese hübsche Rückwand hat es in sich. Im „M“ werden die Füße aufbewahrt, die sich am Rand oder weiter mittig montieren lassen. Darunter die Aussparung für den Zero-Gap-Wallmount. Hier im Bild führen wir die „One Invisible Connection“ am Fuß nach hinten heraus.

8K als Gesamtkunstwerk

Bislang haben wir „nur“ über die umwerfende Bildqualität gesprochen, weil wir die anderen Vorzüge von Samsungs Topserien ja schon oft lang und breit erläutert haben. Natürlich basiert auch dieser Fernseher auf dem Tizen-Betriebssystem und besitzt eine Unmenge an smarten Apps, bis hin zur Steuerung des Internets der Dinge über „Smart Things“. 

Die Einrichtung des TVs gelingt über die gleichnamige App besonders leicht, und wer ein modernes Galaxy-Telefon sein Eigen nennt kann Videos, Fotos oder VoD-Links nicht nur an den Fernseher senden, sondern das aktuelle Programm sogar mobil mitverfolgen. 

Ansonsten kann der Zweittuner für Bild-im-Bild oder eine USB-Festplattenaufnahme genutzt werden. Wer ein paar Euro für Strom übrig hat, darf den TV im Ambient-Mode als Wetterfee oder Kunstwerk nutzen. Oder der Q900 kann mit einem Bild der Wand bespielt werden, vor der er steht, und dann be- sonders dezent erscheinen.

Im nicht ganz ultraflachen Gehäuse des schweren Geräts fand sich Platz für zwei Wooferchen, die mit vier nach unten strahlenden Wandlern eine Klangkulisse schaffen, die niemals nervt, ja sogar recht harmonisch erscheint. Stellt man den Klangprozessor von „Standard“ auf „Optimiert“, bekommt das ansonsten flaue Klangbild einen deutlichen Kick an Dynamik, Räumlichkeit und Frische. 

[Testsiegel] video Magazin Testurteil ueberragend

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: überragend

Die aktive Anpassung an Quellpegel und Frequenzspitzen kann jedoch als Lautstärkevariation wahrgenommen werden. Selbstverständlich kann kein eingebauter TV-Klang überhaupt der hyperbrillanten High-End-Bildqualität dieses 8K-TVs gerecht werden. 

Ein Käufer, der 7000 Euro ausgibt, legt jedoch vielleicht gerne noch etwas drauf, um ein echtes Surroundsystem zuzukaufen. Und vielleicht gibt es zum Zeitpunkt des Lesens dieser Zeilen ja wieder eine Verkaufsaktion, bei der eine gute Atmos-Soundbar im Bundle mitgegeben wird.

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Fazit

8K ist nicht nur toll für gigantisch fein auflösende Fotos. Durch den neuen Prozessor, einen besseren Blickwinkel und eine heftig hohe HDR-Brillanz erscheinen alle Quellen in einem anderen Licht. Samsungs 8K-Innovationen sind auch deren beste Geräte für 4K- und HDTV-Wiedergabe.

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