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Solide Leistung

Samsung Galaxy Note 9: Kamera im Test

Die Kamera des Galaxy Note 9 wurde von dem im Frühjahr 2018 vorgestellten S9+ übernommen. Ob es Unterschiede gibt, zeigt der Test.

Galaxy Note 9 Kamera Test

© ColorFoto

Das Samsung Note 9 bietet im Pro-Modus die gleichen Einstellmöglichkeiten wie schon dasS9+. Der mitgelieferte Stift hilft nicht nur bei der Bedienung, sondern kann auch als Fernauslöser dienen.

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Pro

  • Auflösung

Contra

  • Rauschen
  • Artefakt

Fazit

Colorfoto-Testurteil: 55,5 Punkte

Im Kamera-Test bestätigt sich: Samsung stattet das Galaxy Note 9 mit der gleichen Doppeloptik wie beim S9+ aus. Auch hier arbeiten zwei 12-MP-Sensoren. Beide Sensoren arbeiten mit der Dual-Pixel-Technologie und bieten eine Bildstabilisierung. Die Hauptoptik mit 4,3 mm (26 mm KB) Brennweite kann im Pro-Modus von f1,5 auf f2,4 abgeblendet werden – eine Spezialität von Samsung.Die zweite Kamera-Einheit entspricht mit 2,4/6 mm einer KB-Brennweite von 52 mm. Optischer Zoom ist also nur bis Faktor 2x möglich, darüber hinaus bis 10x, digital.

Wer die 52-mm-Brennweite nutzen will, muss in den Auto-Modus wechseln, denn im Pro-Modus wird ausschließlich die Weitwinkeloptik verwendet. Bei wenig Licht schaltet Samsung beim Zoomen auch im Auto-Modus auf die Weitwinkeloptik um – ohne Vorwarnung. Der Fotograf erhält dann ein gecropptes und auf 12 MP hochgerechnetes JPEG.

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Autofokus

Samsung setzt beim Fokussieren auf die Dual-Pixel-Technologie – ähnlich wie Canon – und stellt per Phasen-AF auf dem Sensor scharf. Das Tempo ist gut, die Trefferquote hoch. Im Pro-Modus bietet das Samsung nur AF-C und MF sowie die Möglichkeit der Trennung von AF- und Belichtungsmessung. Zusätzlich zu Gesichtserkennung und -verfolgung kann das Samsung mit „Verfolgungs-AF“ auch leblose Objekte tracken.

Galaxy Note 9 Kamera Test

© Montage: colorfoto.de / Image Engineering

Links: 1/100 s, ISO 50; rechts: 1/25s, ISO 250. Der 12-MP-Sensor löst auf einem guten Niveau auf und stimmt mit der Sensorauflösung des S9+ weitgehend überein – beide haben die gleiche Kamera-Ausstattung. Allein am Rand verliert das Note 9 mehr als das Top-Modell der S-Baureihe. Einerseits erscheinen die Note 9-DNGs nach Konvertierung mit Lightroom knackiger und geschärfter im Vergleich zu S9+-RAWs, welche leicht verwaschen wirken. Andererseits sind hässliche Kanten und gestiegene Artefakte der Preis dafür. Zudem rauscht das Note 9 mehr als das S9+.

Foto-App

Im Pro-Modus kann der Fotograf wie schon beim S9+ auf Blende, Zeit, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungskorrektur, Belichtungsmessung, AF-Messung, Weißabgleich und Blitz zugreifen. Die Symbole sind grau unterlegt und drehen sich beim Wechsel vom Hoch- ins Querformat mit. Allerdings werden die Werte auf dem Display viel zu klein abgebildet und sind dann bei manchen Motiven nicht mehr lesbar. Im Pro-Modus bietet das Note 9 eine Voll- und eine Zeitautomatik bei vorgewählter Empfindlichkeit, aber keine ISO-Automatik bei vorgewählter Belichtungszeit. Man kann auch rein manuell fotografieren.

Bildqualität

Galaxy Note: Kamera-Test

© Montage: colorfoto.de / Image Engineering

Bei Auflösung und Dead Leaves (DL) stehen hohe Messwerte für hochaufgelöste Bilder mit guter Feinzeichnung.

Bei der Beurteilung der Bildqualität betrachten wir vor allem die DNG-Dateien und somit in erster Linie die Weitwinkeleinheit. Die Messergebnisse fallen ähnlich wie beim S9+ aus, zeigen aber auch Unterschiede in der Bildabstimmung. Die Auflösung in der Mitte ist vergleichbar, aber an den Rändern gibt das Note 9 stärker nach. Erschienen die S9+-RAW-Aufnahmen noch leicht verwaschen, sind die Note 9-DNGs knackiger. Doch sie zeigen an den Kanten viel stärkere Eingriffe – die Bilder wirken weniger natürlich und haben auch mehr Artefakte, die mit abnehmendem Licht zunehmen. Zudem rauscht das Note 9 sichtbar mehr.

Bei JPEGs, Weitwinkel und Tele sehen wir die typische Neigung zu einer aggressiven Signalverarbeitung. Kontraste und Schärfe werden angezogen, die Farben werden satter. Immerhin geht das Samsung geschickter als das LG G7 und das OnePlus 6 vor und zerstört weniger Details.

Galaxy Note 9 Kamera Test

© colorfoto.de / Image Engineering

Die Messwerte für Artefakte und Rauschen – beides sind Bildstörungen – sollten möglichst niedrig sein.

Bei Zooms hängt die Bildqualität von der Kamera, der Zoom-Stufe und dem Licht ab. Aufnahmen mit der 52-mm-Optik sind okay. Anders ist es, wenn das Licht abnimmt oder zum Pro-Modus gewechselt wird. Dann fotografiert das Note mit Weitwinkeloptik: Die Bilder werden also gecroppt und auf 12 MP hochgerechnet – die Qualität baut stark ab.

Fazit

Insgesamt liegt das Note 9 in puncto Kamera-Qualität nah am S9+. Eine wirkliche Überaschung ist es nicht. Während die Auflösung gut ist, könnten Rauschen und Artefakte bessere Werte haben.​

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