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Samsung 65Q8DN im Test: Ein äußerst brillanter QLED-TV

Samsungs QLED-TV-Serie Q8 bekommt Nachwuchs. Neben den flachen und gewölbten Modellen Q8FN und Q8CN bringt der Hersteller jetzt den Q8DN auf den Markt, der als Einziger direkt lokales Dimmen besitzt, also ein besonders kontrastreiches Bild verspricht.

Samsung 65Q8DN im Test

© Josef Bleier

Pro

  • viel Smart-TV
  • knalliges HDR
  • guter Sound

Contra

  • keine Analogeingänge

Fazit

Testurteil: überragend; Preis/Leistung: sehr gut; video-Highlight; IFA-Highlight
90,0%

Den neuen Samsung 65Q8DN gibt es neben den hier getesteten 65 Zoll (3100€) auch in 55” (2200€) und 75” (4200€). In der großen Version ist er damit der einzig verfügbare 8er und satte 1300 Euro günstiger als das Topmodell Q9FN. Im 65”-Vergleich spart man 500 Euro und liegt preislich fast gleichauf mit dem Q8CN. Für Freunde der besten Bildqualität ist die integrierte Technik des direkten lokalen Dimmens immerhin ein überragendes Kaufkriterium. 

Während bei allen preiswerteren QLED-TVs die Hintergrundbeleuchtung im Rahmen eingebaut ist und so durch individuelles Dimmen nur komplette Streifen der Bildfläche im Schwarzwert optimiert werden können, sitzen hier die LEDs gleich verteilt direkt hinter dem LCD-Panel. Damit ist ein deutlich präziseres Dimmen möglich. Helle Bildbereiche bekommen die volle Lichtstärke, während dunkle Partien schwächer beleuchtet werden, wodurch dort Schwarz erheblich satter erscheint. 

Seit vielen Jahren ist Direkt-LED mit Lokaldimmung (engl: FALD: full area local dimming) das Non-plus-Ultra der LCD-TV-Technik, jedoch teuer in der Herstellung, da Dutzende bis Hunderte LEDs mitsamt Treiberelektronik verbaut werden müssen. Der Preis der einzelnen Bauteile ist gestiegen, da durch HDR (High Dynamic Range) alles um ein Vielfaches heller werden und durch Quantum-Dot oder neuartige Beschichtungen die Farbreinheit erhöht werden musste. 

So wurde unter dem enormen Preisdruck im TV-Geschäft das echte lokale Dimmen immer seltener und 2017 fast ganz abgeschafft. Erst die neuesten Modelle einiger Hersteller greifen die Technik wieder auf, um mit OLED mithalten und die Kontrastanforderungen von HDR erfüllen zu können. Der neue Q8DN (D=Direct Dimming) ist einer davon, doch er entspricht nicht ganz so der Q9-Technik, wie viele gehofft hätten.

Samsung 65Q8DN im Test - Rückansicht

© Josef Bleier

Es gibt diesmal keine Anschlussbox oder eine makellos designte Rückwand, doch die meisten Kabel können relativ dezent durch den Fuß hinten am Tisch herausgeführt werden.

Konzept & Design - Anders als die anderen Q8

Konzept und Design des Q8DN erinnern eher an den Q6 als an die anderen Q7- bis Q9-Varianten. Diese setzen auf einen zentralen Tischfuß und lagern über ein optisches Kabel ihre Anschlüsse an eine OneConnect-Box aus. Verzichten muss man beim Q8DN jedoch auf nichts – bis auf zwei statt drei USB-Buchsen. Sogar ein Doppeltuner, der es ermöglicht, unabhängige TV-Aufnahmen auf eine USB-Festplatte zu programmieren, ist integriert. Konnektivität und natürlich die vielen Smart-TV-Funktionen nebst Einbindung in die Samsung-Welt mit Smart Things und Ambient-Mode sind in der gesamten QLED-Serie identisch. 

Auch was die Prozessorleistung und die damit einhergehende schnelle Reaktion der Menüs und Verarbeitung von Befehlen betrifft, sind keinerlei Abstriche feststellbar. Besonders positiv fällt wieder die Einschaltzeit aus dem stromsparenden Standby auf. In gut vier Sekunden ist ein TV-Sender auf dem Schirm. Als Ergänzung zum klassischen TV-Empfang gibt es Samsungs IPTV-Portal „TV Plus“, das über das Internet spezielle Spartensender empfängt. 

Samsung 65Q8DN im Test - Spracheingabe

© Samsung / Screenshot & Montage: video

Die Spracheingabe kann immer mehr. Wird Samsungs Assistent Bixby in Deutsch fertig, stellt er Infos aus den Netz zur Verfügung.

Streaming von Netflix, Amazon und Youtube gelingt in bester Qualität, also Ultra-HD, und wenn verfügbar HDR. Ob Samsungs Ambitionen HDR10+ betreffend bereits umgesetzt wurden, konnten wir hingegen nicht verifizieren. Kein Inhalt beispielsweise von Amazon brachte irgendeine Reaktion als Info, ob das Signal tatsächlich die dynamischen Metadaten enthalte und diese dekodiert würden. Auch unsere eigene Testsequenz – eingespielt über USB oder HDMI – brachte keinerlei Erkenntnisse. Aber sicher wird alles ganz toll, wenn das Update kommt. 

Quantum-Dot-LEDs

Auf DolbyVision verzichtet Samsung ja bekanntlich aufgrund der anfallenden Lizenzkosten und hatte diese Alternativtechnologie ins Rollen gebracht. Bei klassischem HDR ist Samsung durch die besonders effizienten und farbreinen Quantum-Dot-LEDs und einen gewissen Entwicklungsvorsprung brillanter und farbenfroher als alle anderen TVs. Hier haben wir wieder 80% Abdeckung des gigantischen BT.2020-Farbraums gemessen, bei schön hellen 1350 Nits. Spitzlichter erstrahlen in enormer Durchzeichnung, jedoch weicht Samsung von der Referenzkurve der EOTF (elektro-optische Transferfunktion, vormals Gamma) ab, um heller auszuschauen als die Konkurrenz. Nur wenn man die Korrektur im Abstimmungsmenü auf Minimal setzt, kommt man annähernd auf eine normgerechte Wiedergabe.

Samsung 65Q8DN im Test - Seitenansicht & Fernebdienung

© Josef Bleier

(links) Das Gehäuse ist aufgrund der direkt hinter dem Display sitzenden Backlight-QLEDs tiefer als bei den schlanken anderen QLEDs. (rechts) Dem Q8 wurde die edle Metallfernbe-dienung des Q9 spendiert. Wenig Tasten, die aber intelligent genutzt. Das ist Samsungs Credo.

Local Dimming

Samsung hatte bei der HDR-Entwicklung von Anfang an auf eine Kontrastoptimierung geachtet, um eventuell zu mager produzierten Inhalten auf die Sprünge helfen zu können. Das passiert hier nicht allein durch die HDR+-Schaltung, sondern auch mit dem sehr gut umgesetzten lokalen Dimmen, das allein in sehr dunklen Szenen zu viel Licht verliert. Insgesamt zeigt sich eine exzellente Farbabstimmung in beeindruckenden Kontrasten. 

Im abgedunkelten video Labor wurden die Augen durch die hohe Dynamik arg strapaziert, sodass gerne mit gedrosseltem Backlight gearbeitet werden darf, was mit dem automatischem Lichtsensor („Öko-Lösung“) vorbildlich klappt. Ist das Licht im Raum an, fährt der Samsung zu Höchstleistungen auf und wirkt erstklassig leuchtstark. Dabei ist er weder in Weiß so hell, noch in Schwarz so dunkel wie sein großer Bruder Q9FN. Er besitzt nämlich deutlich weniger QLED-Zonen, die ja die Lokalität des Dimmens ausmachen. 

Waren es beim Q9 stolze 480 Cluster, die separat angesteuert wurden, sind es beim Q8DN nur 35. Sie sind angeordnet zu sieben Reihen in fünf Spalten. Das ist aber wiederum ein Vielfaches der nur sechs Spalten, die die Q7 und Q6-Serien antreiben. Da dort die LEDs im unteren Rahmen sitzen, gibt es gar keine Zeilen. Die wären aber besonders wichtig, um beispielsweise die schwarzen Balken von Cinemascope-Filmen satt darstellen zu können. Samsung setzt die LEDs hier aber nicht allein zur Kontrastverbesserung ein, die im Vergleich zum Q7 klar zu erkennen ist. 

Die sieben Reihen werden vorbildlich für ein Backlight-Scanning genutzt. Während das nächste Filmbild in das Panel eingespielt wird, bleibt der vertikale Bereich, wo die Transition gerade stattfindet, dunkel. Es werden bei bewegten Objekten also Dunkelphasen impliziert, die das menschliche Gehirn mit natürlichen Eindrücken füllt, nebenbei die Ansteuerzeit messtechnisch aufgewertet. So eine kürzere Belichtungszeit war der Schlüssel, wieso die Bildröhrentechnologie so lebensnahe Bewegungseindrücke vermittelte. Sind die Schwarzphasen zu lang, flimmert es, beispielsweise bei der Samsung-Einstellung „Auto-Motion-Plus: LED Clear-Motion“. 

Ansonsten erzielt der Q8DN genauso wie der Q9FN auf diese Weise eine absolut erstklassige Bewegtbildschärfe – besser als beispielsweise alle OLED-TVs – und das selbst, wenn die Zwischenbildberechnung moderat eingestellt ist. Natürlich ist der kleinteilige lokale Kontrast schwächer als beim Q9, da die Dimmzonen deutlich gröber aufgebaut sind. Insgesamt liegt der Bildeindruck jedoch näher am Q9 als an den randgedimmten Q7- und Q6- Modellen.

Samsung 65Q8DN im Test - Smart Things App

© Samsung / Screenshot & Montage: video

Besitzt man ein Handy und installiert dort die Smart-Things-App, gelingt die Installation des TVs besonders komfortabel.

Mehr Bild

Samsung setzt wieder seinen Blickwinkeltrick ein, der dunkle Farbflächen gröber strukturiert, die dann aber etwas konstanter in breiten Winkeln strahlen. Das beeinflusst scharfe Inhalte nicht, verbessert aber vor allem die seitliche Abstrahlung von Mischfarben. Diese ist führend bei VA-LCD, reicht aber nicht an IPS-Panels oder OLED heran. Samsungs HDR-Darstellung ist aufgrund der hochwertigsten Quantum Dot LEDs die farbreichste überhaupt, sie wird aber für klassische Inhalte exzellent im Zaum gehalten. 

Das Bild ist sehr ordentlich voreingestellt, wenn man die Kinomodi wählt, und lässt sich sogar per Calman Autokalibration (Farbraum und 20-Punkt Weißabgleich) auf Referenzwerte bringen. Insgesamt gibt es kaum LCD-Fernseher, die mehr begeistern als diese Top-QLED-Serien. Auch vom Sound lässt sich Positives berichten, wie nach den zurückliegenden Q-Tests schon zu etwarten war. Für einen Fernseher wird eine erwachsene Kulisse geliefert, die natürliche Stimmen, viel Dynamik und auch eine gewisse Musikalität zu vermitteln vermag, vor allem im Modus „optimiert“.

Samsung 65Q8DN im Test - Smart Things App Smartphone

© Samsung / Screenshot & Montage: video

Smart things App - Smartphone

Viel smarte Interaktion

Besonders wenn man ein modernes Smartphone oder Tablet der Samsung Galaxy-Serie besitzt, wird man von den Möglichkeiten begeistert sein, die sich von Installation über Bildschirmspiegelung und bidirektionalem Teilen von Inhalten bis hin zu Terminerinnerungen auftun. Die Smart-Things-App zur Kontrolle über das digitale Zuhause läuft auch gut auf Fremdgeräten.

[Testsiegel] video Magazin Preis/Leistung sehr gut

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

[Testsiegel] video Magazin Testurteil ueberragend

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

Fazit

Das hat gerade noch gefehlt: Ein neuer, äußerst brillanter QLED-TV, der im Design kleine Abstriche macht, dafür aber die Bildqualität durch Local Dimming zum vergleichweise moderaten Aufpreis optimiert – bei exzellenter Ausstattung, Bedienung und guter Klangqualität.

[Testsiegel] video Magazin Highlight

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

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