Mechanische Gaming-Tastatur unter 100 Euro

Roccat Pyro im Test: Nur wenige Schwächen für den Preis

Die Pyro ist Roccats neue, günstige mechanische Tastatur. Wir haben die Gaming-Tastatur für unter 100 Euro einem Praxistest unterzogen.

© Roccat

Die Roccat Pyro soll einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Welt der mechanischen Gaming-Tastaturen bieten.

Pro

  • vergleichsweise günstiger Preis
  • hochwertige Oberfläche aus Aluminium
  • lineare Switches sind angenehm leise und eignen sich gut zum Spielen
  • schnelle und angenehme Reinigung möglich
  • FN-Reihe bietet einen guten Zusatztasten-Ersatz

Contra

  • selbst leichte Verunreinigungen sind direkt sichtbar
  • außer Lautstärkeregler keine dedizierten Zusatztasten

Fazit

Mit der Pyro bietet Roccat für einen niedrigen Preispunkt eine recht hochwertige mechanische Gaming-Tastatur, die einen guten Einstieg in die Hardware bietet. Die linearen Switches sind angenehm leise und schnell und die programmierbare FN-Reihe gleicht fehlende Zusatztasten zu einem gewissen Maß aus.
Gut

Aussehen, Verarbeitung und Zubehör

Mit der Pyro hat Hersteller Roccat eine neue mechanische Full-Size-Tastatur vorgestellt, die sich besonders für den Gaming-Einsatz eignen soll. Mit einem Preis von unter 100 Euro eignet sich die Roccat Pyro dabei insbesondere für diejenigen, die einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Welt der mechanischen Gaming-Tastaturen suchen oder gerne preisbewusst spielen.

Dabei macht das rund 1,1 kg schwere Modell auf den ersten Blick einen hochwertigen Endruck. Besonders die Oberseite aus gebürstetem Aluminium hat uns gut gefallen. In Kombination mit der recht dezenten RGB-Beleuchtung macht die Pyro so einen für den Preispunkt unerwartet edlen Eindruck, der an die teureren Vulcan-Produkte erinnert.

Verbunden wird die Tastatur mit einem rund 1,8 Meter langen USB-Kabel. Dieses verzichtet auf Veredelungen wie ein geflochtenes Kabel. Komplettiert wird das Set durch die abnehmbare Handballenauflage aus Plastik.

© Roccat

Die linearen Schalter von TTC eignen sich besonders für den Einsatz beim Gaming.

Schalter, Keycaps und Zusatztasten

Bei den Schaltern verbaut man die roten Switches vom Hersteller TTC mit einer Betätigungskraft von 45 g und einem 2,0-mm-Auslösepunkt. Die mechanischen Taster bewegen sich beim Betätigen linear, fühlen sich also bis zum Auslösen stets gleichförmig an. Damit eignen sich die Tasten besonders zum Spielen. Wer mit der Pyro eher Schreibarbeit erledigen möchte, ist mit taktilen Switches vermutlich besser bedient.

Beim Spielen sind die roten TTC-Switches angenehm leise und lösen verlässlich aus. Dank Anti-Ghosting sind auch unerwünschte Fehlauslösungen vom Tisch. So macht Gaming auf der Pyro ordentlich Laune. Und dank einer erwarteten Lebensdauer von 50 Mio. Tastenanschlägen sollte die Roccat Pyro auch bei regelmäßigem Gebrauch lange im Einsatz bleiben können.

Negativ aufgefallen sind uns beim Testen leider die Keycaps (Tastenabdeckungen) der Pyro. Bereits nach wenigen Tagen konnten wir auf diesen auch kleinere Verunreinigungen oder Fettfilme sehen. Diese ließen sich zwar schnell und problemlos reinigen, lagerten sich dann jedoch bereits nach kurzer Zeit erneut ab.

Opto-mechanische Tastatur

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Die dedizierten Zusatztasten der Roccat Pyro fallen recht spartanisch aus. Zwar spendiert man der Tastatur einen zusätzlichen Lautstärkeregler im "Mixer-Style", also ein Rädchen zum Lauter- und Leiserdrehen. Weitere Zusatztasten werden aber nicht verbaut.

Stattdessen setzt die Pyro auf die Mehrfachbelegung bereits vorhandener Tasten. Zum einen fungiert so die F-Reihe bei Betätigung der FN-Taste auch als Mediensteuerung. Zum anderen können per "Easy Shift" die Tasten rund um WASD ebenfalls doppelt belegt und dann gemeinsam mit der Caps-Lock-Taste alternativ ausgelöst werden. Während die FN-Tasten wie von vielen Notebooks gewohnt eine gelungene Erweiterung darstellen, gestaltete sich der Einsatz der Easy-Shift-Tasten meist eher ungewohnt und umständlich. Hier wären uns dedizierte Tasten lieber gewesen.

Ein netter Bonus, den wir bereits von Vulcan-Modellen kennen: Im sogenannten Game-Mode deaktiviert die Tastatur die Windows-Taste, wodurch ein versehentliches Auslösen verhindert wird.

Software, Beleuchtung und Profile

Wie bei vielen Roccat-Produkten üblich verläuft auch bei der Pyro die erweiterte Einstellung über die Swarm-Software. Über diese lassen sich Updates für die Tastatur herunterladen, die RGB-Beleuchtung anpassen und Tasten konfigurieren.

Dabei können wir bis zu fünf unterschiedliche Profile anlegen. Diese werden jedoch nur auf dem Rechner und nicht lokal auf der Tastatur gespeichert.

Bei der Beleuchtung können wir die Tasten einzeln ansteuern, wodurch auch komplexere Lichtspiele möglich sind. In Verbindung mit der AIMO-Software lässt sich dieses zusätzlich auch mit weiteren Roccat-Geräten abstimmen.

Im Menüpunkt "Tastenkonfiguration" verwalten wir die Belegung der FN- und der Easy-Shift-Tasten. Die vorgefertigten Funktionen bieten dabei eine ordentliche Bandbreite an auswählbaren Makros.

Fazit

Mit der Pyro bietet Roccat für einen niedrigen Preispunkt eine recht hochwertige mechanische Gaming-Tastatur, die einen guten Einstieg bietet. Das Aluminium-Design sorgt für einen edlen Anstrich.

Die linearen Switches sind angenehm leise und schnell und eignen sich besonders gut zum Spielen. Wer die Tastatur hauptsächlich zum Schreiben nutzt, findet jedoch an anderer Stelle bessere Modelle. Die programmierbare FN-Reihe gleicht fehlende Zusatztasten zu einem gewissen Maß aus. Besonders spannend wird die Pyro dank AIMO-Beleuchtung in Verbindung mit anderen Roccat-Geräten.

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