Wenn es technisch läuft

Red Dead Redemption 2 für PC im Test: Ein wunderschöner Western

Red Dead Redemption 2 gibt es jetzt auch für PCs. Im Test schauen wir uns an, ob Rockstar Games nach den Konsolen auch den Windows-Rechner erobern kann.

Red Dead Redemption 2: Schnellreise freischalten

© Rockstar Games

RDR2 sah auf Konsolen schon irre gut aus. Der PC legt noch einmal drauf.

Jetzt kaufen
EUR 59,99

Pro

  • Enorm viele Grafikeinstellungen
  • Zukunftssicher programmiert
  • Authentizitätsschub dank neuer Grafikdetails
  • Auch mit „normalem“ Gaming-PC wunderschön anzusehen
  • PC-Version wird dem Namen gerecht

Contra

  • Am HDR sollte Rockstar noch arbeiten

Fazit

Red Dead Redemption 2 ist auch auf dem PC das absolute Non-Plus-Ultra im Open-World-Genre.
Hervorragend

Hinweis vor dem Test: Red Dead Redemption 2 für PC kämpft bei vielen Spielern seit Release mit Problemen. Abstürze, ein sich nicht öffnendes Spiel, Ruckler und mehr plagen die Käufer. Laut Rockstar Games können Kombinationen bestimmter Nvidia-GPUs, Treiber und Intel-CPUs für Probleme sorgen. Mehrere Patches sollen dem entgegenwirken.

Das heißt gleichzeitig: RDR2 PC (Mehr Infos) funktioniert bei den übrigbleibenden Spielern, weitgehend ohne größere Probleme - so wie bei uns. Deswegen nimmt unser Test für den Moment keine Rücksicht auf den wackeligen Start. Sollte sich an den Problemen nichts ändern und flächendeckende Beschwerden anhalten, werden wir den Test anpassen.

Red Dead Redemption 2 ist für PC erschienen. Im Test klären wir vor allem, ob das Spiel die Portierung von den Konsolen unbeschadet – oder vielleicht sogar richtig, richtig gut – überstanden hat. Daher überspringen wir an dieser Stelle Tests zu Story, Gameplay und Co. und verweisen auf unseren Red Dead Redemption 2 Test für Konsolen.

Bereits auf Playstation 4 und Xbox One hat Red Dead Redemption gezeigt, was sich auch heute noch aus den aktuellen Konsolen herausholen lässt. Für den PC hat sich Rockstar zahlreiche Schmankerl überlegt. Die beginnen zum Beispiel bei den diversen Bildformaten. Unterstützt werden 16:9, 4:3, 17:9 und 21:9. Das funktioniert im Spiel ganz hervorragend, lediglich die Ladescreens und Zwischensequenzen wurden nicht auf die entsprechenden Formate angepasst und weisen entsprechend schwarze Balken an den Seiten auf.

RDR2 PC im Test: Das schönste Open-World-Spiel

Grundsätzlich sieht – das überrascht wenig – die PC-Version im Vergleich zu den Konsolenvarianten am hübschesten aus. Das hat vor allem mit der gesteigerten Vegetationsdichte und der erhöhten Weitsicht zu tun. Dank Ambient Occlusion sind die Darstellung von Licht und Schatten sehr fein nuanciert und gerade in Innenräumen wirkt der Schattenwurf noch natürlicher als auf Konsolen. Auch in Sachen Tesselation packt die PC-Version noch eine Schippe oben drauf. Spuren im Schnee wirken noch etwas besser, feiner als auf Konsolen. Auch die Darstellung von Wasser profitiert von dem Mehr an Grafikpower.

Red Dead Redemption 2 PC Screenshot

© Rockstar Games

Der Schnee in RDR2 PC ist noch einmal eine ganze Schippe schöner als auf den Konsolen.

Etwas schade: Mit HDR scheint Rockstar so seine Problemchen zu haben. Für den erweiterten Farbraum stehen zwei Presets zur Verfügung: der Film-Modus und der frei definierbare. Beide haben allerdings ihre Tücken. So wirkt der Film-Modus zwar realistisch, geizt allerdings bei der Darstellung saftig grüner Wiesen oder beim blauen Himmel. Hier wirken die Farben zu wenig gesättigt. Der frei definierbare Modus hingegen wirkt deutlich bunter, hat aber Probleme mit der Rot-Sättigung. Beide Modi sind also leider nicht vollumfänglich zufriedenstellend.

RDR2 PC: Kein typischer Hardware-Fresser

Durchaus interessant: Trotz der wirklich gelungenen Grafikqualität setzt RDR2 PC keinen High-End-Monster-PC voraus, um eine gute Grafik zu genießen. Ein Intel Core i7-4770K oder ein AMD Ryzen 5 1500X sowie eine GeForce GTX 1060 oder eine AMD Radeon RX480 werden vom Hersteller empfohlen und reichen für eine gute Performance, wenn Sie hier und da Abstriche in den Einstellungen dulden.

Und wer das Maximum aus der Grafik herauskitzeln möchte, der kann das. Grenzen gibt es natürlich keine, etwa bei den FPS. Wer beispielsweise in 4k und mit sämtlichen aktivierten Slider-Details zocken will, der sollte mindestens eine RTX 2080 sein Eigen nennen. Und selbst die reicht in vielen Szenen nicht aus, um das Spiel möglichst ruckelfrei mit annehmbaren Bildraten darzustellen.

Wem Full-HD bei allen aktivierten Details ausreicht, der kann auf seine GTX 1070 bauen, 30 bis 60 FPS sind damit drin. Die CPU sollte den genannten Chips entsprechen. Wer mehr will, der braucht auch mehr Power im Gehäuse.

Red Dead Redemption 2 PC Screenshot

© Rockstar Games

Der Weitsicht, Auflösung und mehr sind in RDR2 PC scheinbar keine Grenzen gesetzt.

Das ist für Portierungen nicht selbstvertsändlich. Denn oft werden ehemalige Konsolenspiele limitiert für den PC portiert. Herauszustellen ist, dass Red Dead Redemption 2 auf dem PC vor allem die GPU beansprucht. Es gibt die Wahl zwischen DirectX 12 und Vulkan. Wer also seinen PC extra für RDR2 aufrüsten will, der sollte den Fokus auf die Grafikkarte legen. Gerade im Hinblick auf künftige Grafikmods mit Tonnen von Texturen kann sich GPU-Power nur positiv auswirken.

Unter DirectX 11 läuft Red Dead Redemption 2 nicht. Das liegt darin begründet, dass Rockstar seiner RAGE (Rockstar Advanced Game Engine) sämtliche DX11-Zöpfe abgeschnitten hat, um eine möglichst hohe Detailtiefe zu ermöglichen, die nur unter DX12 realisiert werden kann.

Red Dead Redemption 2 im PC-Test: Fazit

Red Dead Redemption 2 ist hinsichtlich Story, Gameplay und Atmosphäre weiterhin das Non-Plus-Ultra der Open-World-Games. Dabei hilft, eine (für noch nicht alle Spieler) saubere Portierung des Meisterwerkes auf den PC. Und gerade diese Version unterstreicht und hebt die Qualität noch weiter hervor. RDR2 lebt von einer enormen Detailfülle, einer beeindruckenden Weitsicht und fein nuancierten Schatten- und Lichteffekten, welche die Spielwelt noch authentischer wirken lassen. Und kompromisslose Spieler sollten nach Möglichkeit zur PC-Version greifen.

Mehr lesen

Red Dead Redemption 2 PC Screenshot
Red Dead Redemption 2

Red Dead Redemption 2 kommt für PC. Wir fassen Release-Termine, Systemanforderungen, Vorbestellboni, Infos zu Modding sowie Crossplay und mehr…

Mehr zum Thema

Borderlands 3 im Test
Gearbox

Lange hat es gedauert, jetzt ist es da: Borderlands 3 setzt die Loot-Shooter-Serie erfolgreich fort und leistet sich im Test nur kleinere Patzer.
FIFA 20 im Test
Fußballspiel

FIFA 20 setzt im Test konsequent fort, was EA seit Jahren betreibt: eine Update-Politik auf qualitativ hohem Niveau. Diesmal mit einem kleinen…
Codemasters GRID im Test
Rennspiel

Die KI-Fahrer in GRID reagieren gewollt emotional - doch sorgt das auch für Freude bei den Spielern? Wir haben den Test.
Modern Warfare 2019 Screenshot
Ego-Shooter

Kaum ein anderer Shooter versteht es so gut wie Modern Warfare 2019, ein schier überbordendes Effektgewitter auf die Spieler prasseln zu lassen. Der…
Need for Speed: Heat im Test
Arcade-Rennspiel

Need for Speed Fans waren zuletzt nicht gerade die zufriedensten Fans. Das könnte sich mit Need for Speed Heat wieder ändern. Wir machen den Test.