Sicherheitsboxen

Eblocker: Trackingschutz vom Trackerhersteller

5.5.2017 von Mattias Schlenker

ca. 1:35 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Privacy-Boxen im Test: Trutzbox, Eblocker und Co.
  2. Pi-Hole: Einfache DNS-Lösung
  3. Upribox: Traffic-Rerouting mit dem RPi
  4. Eblocker: Trackingschutz vom Trackerhersteller
  5. Trutzbox: Der größte Funktionsumfang
  6. Fazit
Usable Privacy Box
Die Usable Privacy Box stellt in erster Linie einen per Privoxy abgesicherten Access Point bereit, Hardware ist derzeit Raspberry Pi, die Software ist gratis.
© Weka/Archiv

Ebenfalls auf einem günstig erhältlichen Single Board Computer (Banana Pi M2+) basiert der kommerziell vertriebene Eblocker. Wer bereits einen Banana Pi sein eigen nennt, kann das Eblocker-Betriebssystem auf diesem (alternativ Raspberry Pi) installieren und den Eblocker 30 Tage kostenlos testen. Danach kosten Listenupdates und VPN-Dienste 59 Euro pro Jahr. Bei der 219 Euro teuren Eblocker-Box sind ein Jahr Updates im Preis inbegriffen. Einmal mit dem Netzwerk verbunden, schnappt sich der Eblocker den gesamten Netzwerkverkehr Richtung Router, eine nicht ganz unproblematische Lösung, die leider bei einigen Protokollen zu Schluckauf führen kann. 

Eblocker nutzt für die Filterung von HTTP- und HTTPS-Traffic einen integrierten Proxy, der Links zu den Trackerscripts bekannter Werbeanbieter umschreibt und per Javascript eine Eblocker-Konfigurationsleiste am Seitenkopf einblendet. Um auch HTTPS-Verkehr scannen zu können, erzeugt der Eblocker bei der ersten Einrichtung das SSL-Zertifikat einer Certificate Authority, welches dann im Browser (respektive Android oder iOS) installiert werden kann. Immerhin ist diese Möglichkeit optional pro Client festzulegen und nicht per Default aktiviert, was das Surfen für Gäste einfacher macht und so die Privatsphäre auch bei der Nutzung des Smart TV schützt.

Trutzbox
Die Trutzbox filtert HTTPS-Verkehr, dafür muss im Browser ein Zertifikat installiert sein.
© Weka/Archiv

Der Eblocker ist relativ komfortabel zu nutzen: wird eine Seite nicht richtig angezeigt, können Sie für einzelne Seiten Ausnahmen hinzufügen. Neben der Blockade von Werbung und Tracking bietet der Eblocker auch eine Gerätetarnung – beispielsweise kann immer das Betriebssystem auf Linux gesetzt (einige Onlineshops zeigen Mac-Nutzern höhere Preise) und Traffic über das TOR-Netz umgeleitet werden. Angekündigt sind auch Jugendschutzfunktionen und die Möglichkeit, mit mehreren Nutzerkonten (aktuell gibt es nur eines) unterschiedliche Filtereinstellungen zu verwenden. 

Eblocker-Gründer Christian Bennefeld kommt selbst aus der Trackerbranche. Er gründete das Unternehmen Etracker, dessen Tracker den Weg der Surfer innerhalb einer Webseite nachvollzieht und Klickraten von Newslettern misst. Dabei arbeitet Etracker als Auftragsdatenverarbeiter und darf keine Daten verschiedener Websites zusammenführen, das ist datenschutztechnisch unproblematischer als die Tracker der großen Werbevermarkter. Bennefelds Interpretation „fairer Tracker“ beinhaltet auch Tracker, die lediglich den Weg innerhalb einer Site aufzeichnen, dementsprechend sind dann die Filtereinstellungen umgesetzt.​​

Fazit

Sehr komfortabel, auch für Laien gut zu bedienen, meist guter Kompromiss zwischen Komfort und Privatsphäre.

  • Sicherheitstest: 86 Punkte
  • PC Magazin Testurteil: sehr empfehlenswert​

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