Testbericht

Plagegeist Fehlalarm

Inhalt
  1. Sicherheitssuiten im Test
  2. HIPS
  3. E-Mail-Scanner
  4. Plagegeist Fehlalarm

Plagegeist Fehlalarm

Mit der aggressiveren Bewertung von verdächtigen Dateien durch die Heuristik der Virenscanner steigt die Rate an Fehlalarmen deutlich an. Während letztes Jahr im Vergleichstest nur vier Virenscanner wenige Fehlalarme verursachten, sind es diesmal gleich acht mit deutlich mehr Falschmeldungen. Die Tabelle zeigt die Vergleichswerte, die sich auf denselben Satz an Dateien beziehen, der eigentlich zur Messung der Scan-Geschwindigkeit gedacht ist.

Dabei handelt es sich um gut 10 000 Dateien mit 4,3 GByte Umfang. Neben vielen Systemdateien von Windows sind darunter auch viele Free" Shareware-Pakete älteren Datums. Natürlich lässt die vergleichsweise geringe Zahl von Dateien keine statistischen Aussagen für die einzelnen Programme zu, das Gesamtbild vermehrter Fehlalarme bleibt aber.

Besonders verwirrend ist es, wenn Virenscanner verdächtige Dateien pauschal als "Virus" melden. Oft handelt es sich dabei um "unerwünschte Programme", etwa Tools zur Fernwartung wie das Open-Source- Produkt VNC, aber auch das kommerzielle Radmin. Auch ungewöhnliche Laufzeitpackprogramme sorgen für Warnmeldungen.

Generell lässt sich sagen, dass es sich um (Falsch-) Meldungen des heuristischen Scanners handelt, wenn "Gen" oder "Generic" Teil der gemeldeten Virusbezeichnung ist. Auch wenn man sich in dieser Hinsicht sicher ist, dass es um einen Fehlalarm geht, bleibt ein ungutes Gefühl bestehen.

2009 2008
AVG 0 1
BitDefender 2 2
Bullguard 2 2
Eset 1 0
GData 4 0
Kaspersky 5 0
Norman 0 1
Outpost 2 k.A.
PC Tools 2 k.A.
Trend Micro 6 0
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Der Angriff der Speicherfresser

Wenn Virenscanner einen PC unerträglich langsam machen, hängt das meistens nicht am Aufwand der Virenprüfung, sondern am verbrauchten Arbeitsspeicher. Deshalb haben wir den Speicherverbrauch der Testkandidaten gemessen. Die Tabelle zeigt drei Messwerte: Der Ruhewert ist die Messung ohne Belastung für den Virenwächter, also ohne aktive Virensuche.

Der Maximalwert zeigt, wie viel Arbeitsspeicher die Antivirenprogramme im Verlauf des Testparcours maximal mit Beschlag belegt haben. Die Bandbreite reicht hier von 80 MByte bei Eset bis 375 MByte bei Panda. Sehr gut schneiden Outpost, Norton und Trend Micro sowie Kaspersky ab.

Einen älteren XP-PC mit 512 MByte Arbeitsspeicher bremst ein speicherhungriger Virenscanner derartig aus, dass er kaum noch zu benutzen ist. Das gilt eingeschränkt auch für 1 GByte Speicher, erst ab 2 GByte spielt die Speicherfrage keine große Rolle mehr.

Wer den Speicherhunger selbst nachprüfen will, kann das mit dem kostenlosen Tool Process Explorer von Microsoft (www.sysinternals.com) tun. Dabei gilt es, auf einige Besonderheiten zu achten: So ordnen manche Virenscanner wie etwa BitDefender einzelne Tasks als Unterprozess von svchost.exe an, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.

Manche Prozesse sind auch nur während einer aktiven Prüfung im Speicher, sonst nicht. Außerdem haben wir die Benutzeroberfläche nicht mitgerechnet, die bei den meisten Programmen als eigener Task erscheint. Sie stört im laufenden Betrieb nicht, weil sie nur auf Anforderung des Benutzers gestartet wird.

Ruhewert 2009 Maximalwert 2009 Maximalwert 2008
AVG 58,3 Mbyte 184 Mbyte 177,8 Mbyte
Avira 30,5 Mbyte 192,8 Mbyte 198,9 Mbyte
BitDefender 43,5 Mbyte 226,5 Mbyte 132,9 Mbyte
Bullguard 93,8 Mbyte 231,6 Mbyte 141 Mbyte
Eset 43,5 Mbyte 43,5 Mbyte 80,6 Mbyte 102,7 Mbyte
F-Secure 70,7 Mbyte 197,6 Mbyte 293,3 Mbyte
GData 197,5 Mbyte 304,1 Mbyte 188 Mbyte
Kaspersky 27,1 Mbyte 139,5 Mbyte 169,9 Mbyte
McAfee 74,3 Mbyte 297,6 Mbyte 160,4 Mbyte
Norman 127,4 Mbyte 318,5 Mbyte 336,3 Mbyte
Norton 7,5 Mbyte 122,4 Mbyte 126,9 Mbyte
Outpost 30,7 Mbyte 88,5 Mbyte k.A.
Panda Security 207 Mbyte 374,4 Mbyte 417,4 Mbyte
PC Tools 32,3 Mbyte 211,7 Mbyte k.A.
Trend Micro 63 Mbyte 132,6 Mbyte 130,7 Mbyte
Zone Alarm 30,5 Mbyte 220,8 Mbyte 168,6 Mbyte
Fazit

Ein Vergleichstest von Antivirenprogrammen ist immer eine Momentaufnahme: Die Erkennungsleistung und sogar Programmfunktionen ändern sich durch die ständigen Online-Updates.

Die Spitzengruppe umfasst mit GData, BitDefender, Kaspersky, Norton und Avira fünf Programme. Sie glänzen mit guter Erkennungsleistung, solider Umsetzung und vielen Zusatzfunktionen. Auch die Mittelklasse von Trend Micro bis AVG hat ihre Stärken, allerdings leisten sie sich im einen oder anderen Bereich kleine Aussetzer. AVG gibt es übrigens im deutschsprachigen Raum völlig identisch als Lizenzprodukt bei Steganos zu kaufen - und zwar deutlich preiswerter.

Für ältere PCs bieten sich Eset Smart Security, Norton Internet Security oder Kaspersky an. Sie schonen die Systemressourcen und bremsen den PC nicht zu stark aus. Windows-2000-Nutzer gehen völlig leer aus.

Einen Preistipp haben wir nicht vergeben, denn es kommt ganz auf die persönlichen Anforderungen an: Manche Hersteller bieten nur 3er-Lizenzen zu einem höheren Preis, andere Hersteller fangen mit einer Einzellizenz an, bieten aber auch 3er" 5er-Lizenzen zu vergleichbaren Konditionen an.

Nützliche Sicherheitsprogramme finden Sie in unserem Download-Bereich.

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