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Pioneer UDP-LX800 im Test

Der brandneue UDP-LX800 von Pioneer, der HiRes-Discs SACD und DVD-Audio wiedergibt, setzt – besonders in Audiotechnik und Verarbeitung – noch eins oben drauf. Lesen Sie hierzu unseren Test.

Pioneer UDP-LX800 im Test

© Pioneer

Pioneer UDP-LX800

Pro

  • exzellenter Klang
  • spielt alle Discs
  • extrem leise
  • Top-Verarbeitung

Contra

  • kein HDR10+
  • kein 7.1 analog Out
  • kein Netflix/Prime

Fazit

video Testurteil: überragend; Preis/Leistung: gut
90,0%

Zwar gilt Pioneer als Pionier der Laserdisc der 70er-Jahre, doch hat der japanische Hersteller besonders im Audiobereich Furore gemacht. Und so wundert es nicht, dass Pioneer seinen bisherigen Top-UHD-BD-Player eben in puncto Audio deutlich aufgewertet hat. 

Den Test des UDP-LX500 haben wir 2018 getestet. Ein zentrales Element für die Verbesserung ist der Digital-/Analogwandler, der beim 500er noch von Asahi Kasei stammt. 

Und obwohl jener AK4490 ohnehin schon in der Top-Liga mitspielt, katapultiert Pioneer den LX800 durch den Einsatz des ES9026PRO SABRE aus der Professional-Serie von ESS Technology noch eine Qualitätsstufe nach oben. 

Extrem geringes Rauschen

Hinzu kommt, dass der für acht Kanäle ausgelegte Wandlerchip gleich zweimal vorhanden ist, und da der Player nicht über einen achtkanaligen Analogausgang verfügt, setzt Pioneer die jeweils acht Wandlerelemente für jeden der Stereokanäle ein. 

Durch diesen Parallelbetrieb wird das ohnehin schon sehr geringe Rauschen des DAC nochmals reduziert, und das macht im Vergleich zum UDP-LX500 immerhin fast zehn Dezibel aus! 

Für eine solches Ergebnis ist freilich auch ein aufwendiges Netzteil erforderlich, das beim UDP-LX800 aus Extra-Trafo und mehrfacher Spannungsstabilisierung nur für den Audiobereich besteht. 

Pioneer UDP-LX800 im Test - Audioplatine

© Pioneer

Die große Audioplatine enthält viele diskrete Elektronikbauteile und gipfelt in zwei symmetrischen Ausgängen für die störungsfreie Signalübertragung.

Neben den DACs werden so die mit hochwertigen Bauteilen bestückten Ausgangsverstärker versorgt, realisiert auf einer großen Audioplatine und säuberlich kanalgetrennt durch eine längs über die Platine verlaufende, niederohmige Masseschiene aus Kupfer. 

Mit all diesen Maßnahmen erzielt Pioneer neben dem tollen Rauschverhalten auch ein exzellentes Klangergebnis, was sich in extrem ausgewogenen Frequenzgängen manifestiert. Selbst bei 90 Kilohertz beträgt der Pegelabfall nur etwa ein Dezibel! 

Die Tonausgabe schließlich kann beim LX800 über symmetrische XLR-Ausgänge erfolgen, die eine störungsfreie Übertragung gewährleisten.

Jitterfreie HDMI-Ausgabe

Als mehrkanaligen Audioanschluss bietet der Pioneer ausschließlich HDMI. In perfekter Form gelingt das durch Nutzung der separat für Video und Audio vorhandenen HDMI-Ausgänge, denn nur dann kann der sogenannte Jitter (engl. Zittern) nicht entstehen. 

Bei gemeinsamer Übertragung hingegen ist das Audiosignal im Videosignal verschachtelt eingebettet, und dabei kann es zu Frequenzschwankungen kommen, die zu hörbarem Jitter führen. Dieser würde sich dann etwa durch eine leichte Rauhigkeit des Klangbilds bemerkbar machen. 

Aber auch für die gemeinsame HDMI-Übertragung von Bild und Ton hat Pioneer eine Lösung, nämlich PQLS (Precision Quartz Lock System). Dadurch wird über den HDMI-Rückkanal eine Verbindung zum AV-Receiver – und damit eine Taktsynchronisation – hergestellt, was allerdings nur mit geeigneten Geräte-Pendants von Pioneer funktioniert. 

Pioneer UDP-LX800 im Test - Anschlüsse hinten

© Pioneer

Der Pioneer bietet zweikanalige Cinch- und XLR-Ausgänge sowie separate HDMI-Buchsen für die jitterfreie Audioübertragung. Über Zero Signal kann eine sichere Masseverbindung hergestellt werden.

Für die beiden Audio-Betriebsarten bietet der Pioneer spezielle Umschaltmöglichkeiten: In der Position „Direct“ wird die HDMI-Video- und Audioausgabe abgeschaltet, was dadurch bedingte Störeinstreuungen verhindert und somit die Signalqualität der analogen Stereoausgabe verbessert. 

In der Position „Transport“ hingegen ist das Analog-Netzteil samt Platine abgeschaltet, was sich positiv auf die Signalqualität bei der HDMI-Bild- und Tonausgabe auswirkt. Darüber hinaus lassen sich auch beide Schaltungsbereiche aktivieren. 

Neben der Audiotechnik hat Pioneer den UDP-LX800 gegenüber dem LX500 in puncto Verarbeitung und Mechanik aufgewertet. So bringt der Player jetzt 14 Kilogramm auf die Waage, auch bedingt durch eine dicke Stahlplatte im Bodenbereich. 

Die große Masse mit tief liegendem Schwerpunkt reduziert die Übertragung von Vibrationen des BD-Laufwerks, das UHD-Scheiben mit bis zu 5000 Umdrehungen pro Minute rotieren lässt.

Laufgeräusche minimal

Die Schublade des Laufwerks ist über Federn vom Gehäuse entkoppelt, der vordere Teil der Lade wird per Federkraft an das Gehäuse gepresst und dichtet dieses nach außen hin ab. Das gesamte Laufwerk ist in Stahlblech gekapselt, selbst dieses durch eine ein geprägte Wabenstruktur noch versteift und mit schalldämmendem Lack versehen. 

Außer der Frontplatte bestehen auch die Seitenteile des LX800 aus Aluminium, der Deckel ist aus massivem Stahlblech, das ganze Gehäuse enthält keinerlei Öffnungen nach außen. Durch all diese Maßnahmen erreicht der UDP-LX800 eine Laufruhe, die – besonders für UHD- Player – ihresgleichen sucht.

Pioneer UDP-LX800 im Test - Explosions-Abbildung

© Pioneer

Die Explosions-Abbildung zeigt den highendigen Aufbau des UDP-LX800. Front und Seitenwände sind aus Aluminium gefertigt, unter dem Gehäuseboden ruht noch eine dicke Stahlplatte. Links befinden sich die magnetisch wirksam abgeschirmten Netzteilbereiche, in der Mitte das Laufwerk. Dahinter sitzt die ebenfalls geschirmte Digitalplatine und rechts die Audioplatine mit zentraler Masseschiene aus Kupfer.

Die Netzteile für den Analog- und Digitalbereich sitzen unter Stahlblechen, die durch Prägungen versteift sind und somit eine Schirmung gegen mechanische Schwingungen und magnetische Streufelder bewirken. Anders als der Audiobereich entspricht der Videobereich des LX800 weitgehend dem des LX500. 

Das Herzstück ist eine mit sechs Leiterbahnschichten gefertigte HiTech-Platine, über die neben dem Videoprozessing auch die Steuerung des Players erfolgt. Damit sind Dolby Vision und HDR möglich, allerdings bleibt HDR10+ außen vor.

Höchste Härte bei Farben

Bezüglich der Farbkonvertierung setzt Pioneer auf maximale Schärfe statt auf weichzeichnendes intelligentes Upsampling. Beim Testbild mit konzentrischen Kreisen kommt es zu leichten Moiree-Mustern und etwas gestuft wirkenden Bereichen, darüber hinaus zeigt sich bei kontinuierlichen Verläufen mitunter ein Banding-Effekt. 

Diese Punkte dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bildqualität des Pioneer auf sehr hohem Niveau liegt. So erreicht der Player in allen Teildisziplinen überragende Einstufungen. 

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Für die Performance-Anpassung an TV-Geräte und Projektoren hat Pioneer einen SDR/HDR Preset-Modus vorgesehen, der einen hohen Komfort im Alltag bietet. Bezüglich der Abspielbarkeit optischer Medien kann der Pioneer voll punkten. 

So laufen neben UHD-BD, BD, DVD und CD auch die hoch auflösenden Audiodiscs SACD und DVD-Audio. Als weitere Programmquellen lassen sich UPnP-Netzwerk-Server und USB-Speicher nutzen. Online-Angebote wie Netflix & Co gibt’s bei Pioneer derzeit noch nicht. 

Das ist schade, denn solche Quellen werden immer wichtiger, und die nötige Bildtechnik für Online-4K hätte der UDP-LX-800 allemal zu bieten. In puncto Medienformate ist die Liste lang. Das gilt für Video, Audio und Foto. 

An dieser Stelle nur soviel: ISO-Files von BD und DVD laufen – auch von USB – nicht. Als Audio-Eckwerte gelten: PCM-Formate spielt der UDP-LX800 bis 192 kHz/24 Bit und DSD-Files bis 5,6 bzw. 2,8 MHz bei Stereo bzw. 5.1. Bei der Bedienung fällt das schnelle Einlesen der Discs auf, immerhin kam keine Scheibe unseres Vierer-Testsets über 13 Sekunden. 

[Testsiegel] video Magazin Testurteil ueberragend

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: überragend

Die Anzeigen sind für die BD- und DVD-Familien sehr ausführlich, insbesondere bezüglich der Medienformate. Auch bei Wiedergabe per Netzwerk werden Infos zu Interpreten, Alben und Titel sowie ein Albumcover angezeigt. 

Sehr dürftig geht es hingegen bei CD und SACD zu, was bei dem vielfältigen Datenbank-Angebot im Netz kaum nachzuvollziehen ist. Lediglich zur Medientechnik sind einige Infos vorhanden. 

Ähnlich zurückhaltend gibt sich Pioneer in Sachen Bedienung per App, und auch die Sprachsteuerung per Alexa etc. bleibt außen vor. Dafür punktet die Fernbedienung, die in Verarbeitung und Anmutung dem edlen Finish des Players angemessen ist.

Fazit

Mit dem UDP-LX800 ist Pioneer ein sehr aufwendig konzipierter Player gelungen, der sich sowohl für den AV-Einsatz als auch für puristisches Stereo eignet. Dazu bietet er eine hohe Bildqualität und einen extrem verfärbungsarmen Klang. Die Wiedergabemöglichkeit von SACD- und DVDA-Scheiben machen ihn zum Universal Disc Player.

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