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AV-Receiver

Pioneer SC-2022 im Test

Über einen Adapter streamt der Pioneer SC-2022 auch Musik vom Bluetooth-Handy. Wie sich der AV-Receiver im Heimkino macht, haben wir getestet.

© Hersteller/Archiv

Pioneer SC-2022

Pro

  • voller Bass für eindrucksvolle Spezial-Effekte
  • gutes Timing

Contra

  • nur ein HDMI-Ausgang

Für Pioneer sind Digital-Verstärker alles andere als eine Low-Budget-Lösung. Bei den Japanern kosten Class-D-Endstufen im AV-Receiver 1.000 Euro. Darunter gibt es klassische Transistortechnik mit Darlington-Ausgangsstufe. Keine schlechte Lösung, die sich bei anderen Herstellern auch in der Oberklasse findet, doch bei Pioneer setzen die als Direct-Energy-HD-Endstufen deklarierten Digitalos in der Oberliga ganz besondere Duftmarken. So weckt die Verkündung höchste Erwartungen, dass jene Endstufen zum Einsatz kommen, die der LX-Serie zu klanglichen Höhenflügen und immenser Leistung verhelfen.

Doch dafür nehmen die Entwickler in Kauf, dass der Receiver recht deutlich auf die Impedanz der angeschlossenen Lautsprecher reagiert. Diese Eigenschaft haftet grundsätzlich allen Digital-Verstärkern an, ist aber am SC-2022 besonders ausgeprägt.

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Die iControl AV2 kommt vor allem auf dem iPad in einer speziellen Variante zur Geltung: Bisweilen glaubt der Nutzer, er sei im Studio.

An 2-Ohm-Boxen produzieren seine Endstufen einen Höhenabfall von fast 4 dB, während an 8 Ohm der Frequenzgang in den Höhen leicht ansteigt. Deshalb sollten Pioneer-Besitzer einen Bogen um besonders niederimpedante Boxen machen, obgleich die Stromreserven dafür ausreichen würden.

Während sich Apple AirPlay zum drahtlosen Audio-Streaming bei den Receivern der großen Hersteller mit Ausnahme von Onkyo schnell als Standard etabliert hat, bleibt Bluetooth-Unterstützung immer noch die Ausnahme. Bei Pioneer ist das drahtlose Streamen von Musiktiteln aus dem Handy auf diesem Wege möglich; allerdings ist dazu ein optionaler Adapter vom Typ AS-BT200 für rund 100 Euro erforderlich.

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Angesichts der vielen Anschlüsse kann man nicht sagen, dass Pioneer knausert. Doch ausgerechnet der zweite HDMI-Ausgang wurde im neuen Modell gestrichen.

Spezialitäten an Bord

Eine Pioneer-Spezialität widmet sich der Beseitigung von Phasenunterschieden zwischen dem LFE-Kanal (Low Frequency Effect) und den Vollbereichssignalen von Blu-ray Discs und DVDs. Dazu analysiert der SC-2022 in seinem DSP ständig die Phasenverhältnisse zwischen den Kanälen. Sollte das Mastering-Studio beim Herausfiltern des LFE-Signals also nicht sauber gearbeitet und einen Zeitversatz zu den anderen Kanälen produziert haben, kann Auto Phase Control Plus das via Echtzeit-Analyse feststellen und beseitigen.

Auf der Videoseite kann der Receiver zwar nur bis 1080p skalieren, dafür aber das Signal wirkungsvoll und fein dosierbar aufpolieren. Wer etwa auf seinem Receiver YouTube-Inhalte wiedergibt, findet im Stream Smoother ein wirksames Tool, um Block- und Moskitorauschen - jene berüchtigten Kompressions-Artefakte, die bei Videos mit niedriger Bitrate auftreten - zu kompensieren.

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Viele kleine Tasten mit schwer ablesbarer Beschriftung - da nimmt man lieber das Smartphone mit der iControl AV App. Dabei sind Fernbedienungen grundsätzlich der schnellste Weg für Funktionen wie die Quellen- oder Lautstärkewahl.

Hörtest

Im Hörtest wurde vollwertige Bitkost geboten, die der SC-2022 allerdings zunächst über seine Analog-Eingänge vom Player entgegennahm. Der Pioneer reproduzierte daraus einen sehr großen Raum. Am oberen Ende der Frequenzskala wirkte die Darbietung sehr offen, am unteren sehr massiv. Der Bass war wuchtig und zugleich relativ weich, während Stimmen in den mittleren Lagen einen etwas "zugeschnürten" Eindruck hinterließen. Nichtsdestotrotz verstand es der SC-2022, Emotionen zu transportieren.

Mit Surround-Filmen wirkte diese Abstimmung besonders gelungen, Sound-Effekte profitierten gar von ihr. Zudem warf der Pioneer dann hohe Leistungsreserven und Standfestigkeit in die Waagschale.

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