Verwandlungskünstler

Soundbar: Philips Fidelio B97 im Test

14.9.2021 von Klaus Laumann

Wenn bei Philips „Fidelio“ draufsteht, weiß man, dass es um höchste Klangansprüche geht. Aber auch optisch macht die Fidelio B97 einiges her.

ca. 2:40 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Philips-Fidelio-B97-Aufmacher
Premium-Soundbar für gehobene Ansprüche: Nicht nur technisch, sondern auch optisch spielt dieses Soundbarsystem auf höchstem Niveau.
© Philips

Pro

  • akkubetriebene, flexibel positionierbare Satelliten
  • sehr präzise Abbildung der Effektkanäle

Contra

  • etwas knappe Reserven
  • nicht ganz ausgewogen abgestimmt

Fazit

Testwertung sehr gut


81,0%

Mit hochwertigem Design und raffinierter Technik hat sich Philips speziell im europäischen Markt als feste Größe etabliert. In der Amsterdamer Firmenzentrale weiß man auch, dass zum guten Bild ein guter Ton gehört. So kommen die Top-TV-Geräte aus der OLED+-Serie mit einer vollwertigen, direkt in das Designkonzept integrierten Soundbar, die in Kooperation mit der High-End-Boxenschmiede Bowers & Wilkins entwickelt wurde.

Doch auch all jene, die sich für ein mitreißendes Klangerlebnis nicht gleich einen neuen Luxus-Fernseher zulegen wollen, werden bei Philips fündig: Mit der Fidelio B97 ist seit Kurzem eine brandneue Premium-Soundbar auf dem Markt. Die beherrscht, wie es sich für eine Premium-Soundbar gehört, nicht nur die beiden wichtigsten 3D-Audioformate Dolby Atmos und DTS:X, sondern ist auch IMAX Enhanced zertifiziert.

philips-fidelio-b97-soundbar
Die beiden Endstücke der Soundbar lassen sich einfach abnehmen und können als Rücklautsprecher eingesetzt werden.
© Philips

In einem weiteren Punkt hat DTS ebenfalls seine Finger im Spiel: Die Fidelio B97 unterstützt das Multiroom-System Play-Fi, das Philips bereits in einige TV-Geräte, Soundbars und WLAN-Lautsprecher integriert hat.

Damit ist über das heimische WLAN eine hochwertige Musikzuspielung von Quellen wie Streamingdiensten oder Smartphones im Mehrzonenbetrieb möglich. Philips wäre aber nicht Philips, wenn da nicht noch ein weiterer Clou wäre.

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Mit der Fidelio B5 hatte der Hersteller schon vor ein paar Jahren eine Soundbar mit abnehmbaren, akkubetriebenen Surround-Lautsprechern im Programm – eine Idee, die später auch von JBL aufgegriffen wurde. Mit der Fidelio B97 hat auch Philips diese Idee wiederbelebt.

Die beiden Endstücke der gut 1,30 Meter breiten Soundbar lassen sich einfach abkoppeln und fungieren dann als Rearspeaker, die sich völlig flexibel seitlich hinter dem Sitzplatz positionieren lassen.

Philips-Fidelio-B97-Ansicht-vorne
Mitgelieferte Verblendungen verdecken die offenen Enden. Die kompakten Satelliten lassen sich unauffällig hinter dem Sitzplatz positionieren.
© Philips

Die offenen Enden kann man mit den mitgelieferten Verblendungen verdecken. Der verbliebene Rest der Soundbar bietet dann immer noch eine ordentliche Basisbreite von gut einem Meter und sogar zwei seitlich ausgerichtete Hochtöner, die sonst von den Endstücken abgeschottet werden und nicht aktiv sind. Damit ist die B97 ein echter Verwandlungskünstler.

Philips bezeichnet das Konzept als „Surround-Sound auf Abruf.“ Der Ansatz ist ziemlich genial. Wer viel lineares Fernsehen mit Stereoton schaut, hat ein leistungsstarkes Soundsystem mit großer Basisbreite zur Verfügung.

Will man sich doch einmal von der spektakulären Soundkulisse aktueller Filme oder Serien mitreißen lassen, nimmt man die Seitenteile ab und kann auf ein vollwertiges 3D-Soundsystem in 7.1.2-Konfiguration mit echten Rückkanälen zurückgreifen.

philips-b97-soundbar
In den dann freiliegenden Enden der Haupteinheit ist jeweils noch ein seitlich ausgerichteter Hochtöner untergebracht.
© Philips

Die Laufzeit der akkubetriebenen Satelliten beträgt etwa zehn Stunden, was auch für einen längeren Serienmarathon reicht. Danach müssen die Endstücke entweder an der Haupteinheit oder via USB-C aufgeladen werden.

Durch die Ladebuchse und die mitgelieferten Wandhalterungen könnte man sie sogar fest installieren, nur beraubt man sich dann ja der Möglichkeit, auf Wunsch zwischen optimiertem Stereo- und Surround-Betrieb hin und her zu wechseln.

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Im Test trat die 450 Watt starke und mit insgesamt 16 Einzelchassis plus 8-Zoll-Subwoofer schwer bestückte Fidelio B97 mehr als überzeugend auf. Nur die Einbindung ins WLAN mithilfe der Philips Sound App erforderte anfangs etwas Geduld. Doch schon die ersten, via Play-Fi zugespielten Musikstücke deuteten ihr Potenzial an.

Mit einem sattem Bass, einer breiten Klangbühne und einem feinen Gespür für Details konnte sie bereits beim Musikhören Eindruck schinden.

Philips Fidelio B97
Durch das reduzierte Design der Fernbedienung bleibt die Benutzerfreundlichkeit etwas auf der Strecke. Schick sieht sie aber aus.
© Philips

Richtig beeindruckend wurde die Vorstellung dann im Kinobetrieb mit abgekoppelten Satelliten. Hier konnte die Fidelio B97 mit überraschend präzise abgebildeten Hauptkanälen beeindrucken, auch wenn man bei den Höhenkanälen durchaus eine richtungsoptimierende Klangfärbung wahrnehmen konnte.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil gut
video Magazin Testurteil: gut
© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

Entsprechend beeindruckend war dann auch die räumliche Wiedergabe, mit überwältigend immersiver Klangkulisse und präzise gesetzten Soundeffekten. Alicia Vikanders Verfolgungsjagd durch den Hongkonger Hafen aus „Tomb Raider“ hatte lange kein Soundbar-System mehr so exakt und packend wiedergegeben.

Fazit

Mit ihren abnehmbaren Satelliten ist die Philips Fidelio B97 eine clevere Lösung für alle, die sowohl Wert auf eine beeindruckende 3D-Kulisse als auch auf eine gute Stereoperformance legen.

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