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65-Zoll-OLED-TV

Philips 65OLED984 im Test

Dass die Bildqualität von OLED-TVs ein Augenschmaus ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Philips geht mit dem Spitzenmodell 65OLED984 einen entscheidenden Schritt weiter und gönnt ihm in Kooperation mit B & W highfidele Sounds sowie einen besonders noblen Look. Lesen Sie unseren Test hierzu.

© Philips

Viel Chrom, schweres Metall, und dann noch B&Ws ikonischer Hochtöner. Philips’ 984 ist ein TV-Kunstwerk, das den Raum zusätzlich noch durch vierseitiges Ambilight stimmungsvoll aufwerten kann.

Pro

  • wirklich musikalisch
  • Android 9
  • Ambilight
  • edle Verarbeitung
  • HDR10+ und DolbyVision

Contra

  • viele Einstellungen nur umständlich zu erreichen

Fazit

Video-Testurteil: überragend; Preis/Leistung: sehr gut; video "Klangtipp"; video "Highlight"
92,0%

Die Displays aus organischen Licht emittierenden Materialien setzt jeder TV-Hersteller für seine Premiumprodukte ein. Um dabei eine Bandbreite für günstige und besonders faszinierende Modelle zu bekommen, wird bei allen Details, die ein TV-Gerät ausmachen, manchmal gespart und dann auch wieder aus dem Vollen geschöpft. 

Der neue Philips 65OLED984 ist ein Paradebeispiel für Letzteres. Der Hersteller fährt alles technisch Machbare auf, um das TV-Erlebnis zum Fest für alle Sinne zu machen – angefangen von Design, Materialien und Haptik über akustische Verwöhneinheiten bis natürlich zum phänomenalen Bildgenuss. 

Und den gibt es sogar je nach Voreinstellung entweder hübsch originalgetreu oder intelligent aufpoliert. Multimedialer Overflow ist bei den modernen Smart-TVs Programm, und auch hier will Philips ganz vorn mitspielen durch die Integration des Betriebssystems Android 9. 

© Screenshot & Montage: video

Philips nutzt bei den sehr vielen Bildeinstellungen „Helligkeit“ und „Kontrast“ technisch korrekt. Hoffentlich versteht das jeder richtig.

Und selbstverständlich spielt der Hersteller sein Ass aus dem Ärmel aus und integriert Ambilight gleich an allen vier Displayrändern. Damit wird der Raum geschickt in das Geschehen auf dem Bildschirm einbezogen – bis hin zur hintersten HUE-Lampe. Für das Resultat war Philips der Name OLED zu lahm, er vermarktet seine Top-TVs jetzt als OLED+.

Für einen ganz wichtigen Teil dieses Plus an Qualität hat sich Philips einen besonders kompetenten Partner gesucht: die High-End Audiomarke Bowers & Wilkins. Schon im letzten Jahr waren deren Ingenieure in die Umsetzung neuer Ideen und Konzepte im Klangbereich von Fernsehern involviert. 

Und die Zusammenarbeit trägt jetzt sehr wohlklingende Früchte. Bereits in der vorigen Ausgabe von video konnten wir ein Auge nebst Ohr auf den Philips 55OLED934 werfen, der aus einer kleinen Soundbar echte Atmos-Sounds hervorzaubert. 

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Die Räumlichkeit war erstaunlich gut, jedoch waren Dynamik und Ausgewogenheit noch physikalische Grenzen gesetzt. Jetzt steht der 65OLED984 in unserem Labor, bei dem sich die Konstrukteure von B&W offensichtlich richtig austoben durften – fast ohne Rücksicht auf das Budget. 

So glänzt allem voran in seinem fetten Chromrahmen der charakteristische B&W-Hochtöner zwischen Display und der eigentlichen Soundbar. Er erinnert fast an die legendären Serien von B&W, die durch abgesetzte Hochtöner designtechnisch und klanglich neue Akzente setzten, von denen eine Box aber auch schnell deutlich teurer sein konnte als dieser gesamte Philips OLED+TV – echtes High-End halt.

© Screenshot & Montage: video

Die Steuersoftware von Philips ist sehr umfangreich. Über das erstaunlich lange „Kurzmenü“ geht es zu „Häufige Einstellungen“ und dann viel tiefer ins Setup.

Unterhalb des Hochtöners sitzt der dazugehörige Tiefmitteltöner. Die beiden bilden den Centerkanal und werden ergänzt durch Zweiwegesysteme außen an der Front der Soundbar. Um mehr Druck im unteren Bereich zu erlangen, besitzt das System noch integrierte Wooferchassis. 

Jeder Wandler wird mit 20 Watt Kanalleistung angegeben. Um dem Ganzen einen adäquaten Rahmen zu verleihen, wurde das wertig ausgeführte Kunststoffgehäuse oben um einen Alurahmen ergänzt und mit einem Akustikstoff aus Wollmischgewebe der bekannten dänischen Manufaktur Kvadrat umspannt. 

Die Soundbar schwebt unter dem Display, integriert in den massiven Vollmetallstandfuß, der durch viel poliertes Chrom und Alu auch Loewe oder Bang&Olufsen zur vollen Ehre gereicht hätte. 

Durch ihn lassen sich die angeschlossenen Kabel versteckt nach unten führen, wir vermissen jedoch die von den beiden erwähnten (Ex-)Konkurrenten bekannten Abdeckungen an der Rückwand, um alle Anschlüsse wirklich verschwinden lassen zu können.

© Philips

Philips 65OLED984 im Test

Dieses Bildnis eines TV-Gerätes kann und soll also nicht mitten im Raum stehen, sondern schon in der Nähe einer möglichst weißen Wand. Dann kommt auch das Ambilight voll zur Geltung, das durch viele Mini-LEDs erzeugt wird, die hinten rund um das Display ins Gehäuse eingelassen wurden. 

2004 hatte Philips diese aktive Hintergrundbeleuchtung zur Erweiterung des TV-Horizontes mit kleinen Neonröhren in Stereoanordnung erfunden und patentieren lassen. Jetzt sind es viele Dutzend kunterbunte LEDs, die je nach Moduswahl ein wohltuendes bis atemberaubendes Lichtspektakel an die Wand hinter dem TV werfen können – abhängig von Bildinhalt, Stimmung oder sogar Musik. 

Und die Szenarien machen beim Fernsehgerät nicht Halt. Auch Hue-Lampen aus dem Hause Philips lassen sich sozusagen als Surround- Ambilight-Wandler integrieren. Tatsächlich ist Licht, das nicht zum TV-Inhalt gehört, hinter dem Schirm besser aufgehoben als ihn bestrahlend. 

Das erhöht Kontrastempfinden wie Farbneutralität, und so können sogar wir Bildspezialisten das System voll gutheißen – zumal es sich auch in normierter Farbtemperatur als Referenzlicht schalten lässt.

© Screenshot & Montage: video

Android 9 liefert eine bessere Übersicht und mehr klassische TV-Funktionen als ältere Varianten. Der Screen ist konfigurierbar und setzt auf schnelle Inhalte.

TV-Künste

Betrachtet man die klassischen Fernsehattribute, könnten böse Stimmen durchaus behaupten, Philips hätte im 65OLED804, den wir in Ausgabe 12/2019 getestet hatten, sein stärkstes Pulver bereits verschossen. 

Und damit hätten sie gar nicht so Unrecht, denn was die Bildqualität, Ausstattung und Bedienung betrifft, war dem Kleinen auch nicht mehr sehr viel hinzuzufügen. 

Nur standen dort Verarbeitungsqualität und Sound nicht oben auf der Agenda. Jetzt basiert der 65OLED 984 auch auf dem Quadcore Chipsatz 5887 von MTK, was für ein im frisch ausgepackten Zustand ordentlich flüssiges Arbeiten im Betriebssystem Android 9 sorgt. 

Philips nimmt die angenehmen Seiten der Google-Technik mit, was die umfangreiche Einbindung in Netzwerke (Chromecast, Miracast, DLNA ...) sowie eine Vielzahl wichtiger Apps beinhaltet. 

Zusätzlich stehen gewachsene Kooperationen mit langjährigen Partnern des Net-TV-Portals als „Philips TV Collection“ zur Verfügung, was die Auswahl an Streamingquellen abermals ausweitet, sogar um nicht ganz jugendfreie Inhalte. 

Für das smarte Zuhause ist der Google Assistant bereits im Gerät integriert, daneben lässt der TV sich in eine Amazon-Alexa-Umgebung einbinden. Anschlussvielfalt und Bedie- nung lieferten beim Test keine großen Überraschungen, spielen aber, wie man an unserer Bestenliste sieht, recht weit oben mit.

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Der Sound

Extrem positiv waren wir aber dann doch von den Klangqualitäten desneuen Philips angetan. Schon beim ersten Reinhören in Filme, Musik und Nachrichten gefiel der Sound, der eher einer absoluten Top-Soundbar entspricht als einem TV-Gerät. Vor allem im Musikmodus spielen die Boxen wunderbar neutral, schnell und frisch auf, ohne in Verfärbungen oder Verzerrungen selbst bei hohen Pegeln zu verfallen. 

Im Soundmodus „Original“ macht der Bass dann überproportional Dampf, während Stimmen kräftig und prägnant aus dem Center tönen, dabei sogar räumlich erhöht wahrgenommen werden. Wer noch die Atmos-Algorithmen von Dolby hinzuzieht, bekommt eine filmgerechte Umgebung, die aber zurückhaltender wirkt als andere Effekthascher. 

Bei diesem Philips-TV steht Musikalität eben stärker im Vordergrund als Knallerei von hinten. Uns gefiel der Sound so gut, dass wir das Gerät einer vollen Messung in unserem Audiolabor unterzogen haben. 

Dort wurde das Gehörte dann auch präzise untermauert, mit einem exzellent linearen Frequenzgang (59 Hz–20 kHz / −6 dB), und einer kompressionsfreien Maximallautstärke von stolzen 96 dB. Es fiel ferner auf, dass die Digitalendstufen äußerst geräuscharm arbeiten. Insgesamt liefert der Philips 65OLED984 also High-End in jeder Disziplin.

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: überragend

Fazit 

In Klang und Verarbeitung ist dieser Philips einer der besten, vielleicht sogar in Summe der beste OLED-TV, den es je gab. Für diese Boni wird ein hoher Aufpreis gefordert. 

Allerdings kommt zum auf ein sehr gutes Qualitätsniveau einstellbaren Bild ein Handling, das eine pfiffige Fernbedienung besitzt, jedoch übersichtlicher und schneller sein könnte. Wir beschweren uns hier allerdings auf absolutem High-End-Niveau.

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