65-Zoll-OLED-TV

Panasonic TX-65JZW984 im Test

10.1.2022 von Roland Seibt

Panasonic vertreibt drei Modellreihen OLED-TVs, die sich laut Datenblatt nur durch ihren Sound und in der Brillanz unterscheiden. Preislich bewegen sie sich in 65 Zoll aber zwischen 2500 und 3800 Euro. Ist der Günstigste ein Geheimtipp? Unser Test des TX-65JZW984 von Panasonic gibt Antwort.

ca. 5:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Panasonic TX-65JZW984 im Test
Panasonic TX-65JZW984 im Test: Das volle Paket zum halben Preis?
© Panasonic

Pro

  • Dolby Vision IQ
  • HDR10+ adaptive
  • zwei Penta-Tuner
  • TV over IP Client und Server
  • DLNA Server
  • komfortableste Aufnahmefunktionen
  • HD+ und andere Operator-Apps
  • Freesync Premium
  • Calman AutoCal

Contra

  • Klangqualität

Fazit

Video-Testurteil: überragend (92%)


89,0%

Wenn man man die video-Bestenliste betrachtet, wird man feststellen, dass Panasonics TX-65JZW2004 (hier unser Test) der am besten bewertete 65-Zoll-OLEDTV ist. Diese Position hat er sich nicht nur verdient durch die neuen Gamingfeatures von HDMI 2.1 und die HDR-Unterstützung dynamischer Metadaten von DolbyVision und HDR10+ – Letzteres zusätzlich optimiert auf Raumlichtverhältnisse.

Seine Vorfahren waren die ersten Geräte, die echte 3D-Sounds, also zusätzliche an die Zimmerdecke gerichtete Effektlautsprecher für Dolby Atmos boten, und selbstverständlich wird diese Tradition fortgeführt.

Für unsere Bewertung noch wichtiger war das von Hand selektierte „Master HDR OLED Professional Edition Panel“, das die größte Brillanz aller von uns vermessenen OLED-Displays erzielte und damit Spitzlichter von HDR-Filmen besonders realistisch und plastisch darstellen konnte.

Wir erwähnen diese beiden Highlights des JZW2004 aus gutem Grund, weil der hier getestete TX-65JZW984 genau dies nicht besitzt, aber für eine um satte 1300 Euro geringere unverbindliche Kaufempfehlung ansonsten dieselben Tugenden sein Eigen nennen soll.

Panasonic TX-65JZW984 im Test - Screenshot Hauptmenü
Panasonics Hauptmenü taucht dezent am unteren Bildrand auf – ohne, wie bei anderen TVs, den Filminhalt komplett zu verdecken.
© video

Mehr Fernsehen als jeder andere

Auch wenn Streaming viel hipper zu sein scheint als klassischer Empfang von TV-Programmen, kann Panasonic hier voll punkten und zieht die aufwendige Technik auch im kleinsten OLED durch. Sein als „Penta-Tuner“ bezeichneter Doppelempfänger versorgt sich über alle bekannten Signalwege, versteht also auch DVB über eine Netzwerkverbindung und streckt jetzt auch die Fühler in Richtung IPTV aus.

Zur Verteilung von Live-TV und Aufnahmen im Haus bieten sich die Panasonics sogar als Server an – gleich in mehreren technischen Varianten. Hier hat der Hersteller die größte Erfahrung und einen uneinholbaren Entwicklungsvorsprung. Ein Großteil des Erfolgs von Panasonic im deutschen TV-Markt liegt in diesen lokal wichtigen Features begründet.

Hoffentlich trägt aber auch die professionelle Unterstützung des Fachhandels seitens Panasonic sowie die fast sprichwörtliche Langlebigkeit und Servicefreundlichkeit der Produkte ihren Teil dazu bei, über die uns Händler immer wieder berichten.

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Leider besitzt die Goldmedaille der äußerst komplexen, aufwendig hardwarenah programmierten Aufnahme- und Empfangsoptionen auch eine Kehrseite. Panasonic konnte dies nur effizient in einem selbst programmierten Betriebssystem umsetzen, das sich jetzt My Home Screen 6.0 nennt.

Es reagiert zügig auf Eingaben, und die Bildschirmmenüs sehen mittlerweile sogar sehr hübsch aus. Doch mit den gigantischen, smarten Universen von Google, Amazon oder dem, was der Riesenkonzern Samsung produktübergreifend umsetzt, kann man im Alleingang eben nicht mithalten.

Was Video-on-Demand oder das smarte Internet der Dinge sowie die Integration von Sprachassistenten betrifft, hinkte Panasonic in den letzten Jahren etwas hinterher. Jetzt haben die Japaner in gewaltigen Schritten aufgeholt, die Fernbedienung überarbeitet und den TV-Geräten die Assistenten von Google und Alexa implantiert.

Fast alle wichtigsten Video-on-Demand-Anbieter sind nun mit von der Partie, doch die Bandbreite reicht nicht an die App-Auswahl von Google- TV, Samsung oder LG heran.

Panasonic TX-65JZW984 im Test - Seitensansicht TV und Fernbdedienung
(links) Mit fast sechs Zentimetern Tiefe trägt der Korpus etwas mehr auf als bei vielen Mitbewerbern. (rechts) Neues Look & Feel und jetzt mit Mikrofon für Google und Alexa. Die vielen großen Tasten sind sinnvoll gruppiert und drücken sich angenehm.
© Panasonic / Montage: video

Auch bei einem anderen Thema hat Panasonic viel Boden gut gemacht: Gaming. Hier wird HDMI 2.1 benötigt, das die volle Bandbreite für 4K-Spiele mit 120 Bildern pro Sekunde bietet. Für Filme war das nie nötig.

Jetzt liefern zwei der vier HDMI-Eingänge die nötigen Bits, der Spielemodus wird automatisch aktiviert und erlaubt variable Auffrischungsraten von 48 zu 120 Hertz, es wurde Freesync Premium lizenziert, und die Latenz ist voll im grünen Spielebereich, sogar DolbyVision-Gaming wird versprochen.

Vielleicht ist es für ausdauernde Zocker sogar ein Vorteil, dass der JZW984 eine geringere Lichtleistung hat als sein hyperbrillanter großer Bruder. Auch wenn moderne OLED-TVs ausgefeilte Schaltungen gegen Einbrennen von Standbildern oder fix platzierten Elementen haben, ist es beruhigend zu wissen, dass das Panel nicht bis an seine Belastungsgrenze getrieben wird.

Panasonic TX-65JZW984 im Test - Anschlüsse
Mit vier HDMI-Eingängen, AV-in, dreimal USB und Doppeltuner ist der Panasonic anschlussfreudiger als die meisten anderen TV-Geräte.
© Panasonic

Die Macht von Filmen

Ein großes Ass im Ärmel von Panasonic ist die Niederlassung in Hollywood, wo intensiv mit Filmemachern zusammengearbeitet wird, um den hochwertigen TVs Farben und Kontraste zu entlocken, die der Intention der Produzenten entspricht.

Panasonic war von Beginn an Vertreter des Filmmaker-Modus, der möglichst normgerechte Bilder liefert, und setzt das auch hier wieder super um – jetzt auch mit automatischer Aktivierung. Eigentlich schießt Panasonic hier über das Ziel hinaus, denn bei den neben „Filmmaker“ voreingestellten Modi wie „Kino“, „True Cinema“ und „Netflix Calibrated“, dazu noch ergänzt durch die kalibrierbaren isf-Varianten, kann sich auch der Profi nur schwer entscheiden.

„Filmmaker“ passt allerdings perfekt, wir haben ihm nur wie üblich deutlich mehr OLED-Lichtkraft, bei Panasonic „Luminanzstärke“ genannt, gegönnt. So bekommt man den TX-65JZW984 auf dem Papier in HDTV fast genauso brillant wie die Bildreferenz, in HDR zeigt sich aber der Unterschied.

Spitzlichter sind farbkalibriert auf 650 Nits begrenzt, beim JZW2004 liefern sie kurzzeitig bis zu 1000 Nits. Auch dieser TV reagierte leicht auf statische HDR-Metadaten, hat sich aber auch beiden Normen der dynamischen Varianten verschrieben: Dolby Vision und HDR10+.

Panasonic TX-65JZW984 im Test - Screenshot Einstellungen
Es werden ausufernd viele Einstellungsoptionen angeboten, doch sie sind alle bestens sortiert und besitzen oft kleine, selten aussagekräftige Hilfetexte.
© video

Besser noch: beide Verfahren werden mittels Lichtsensor mit Infos über die Helligkeit im Raum versorgt, woraufhin Bildinhalte herausgearbeitet werden, die ansonsten in der Bedeutungslosigkeit nahe Schwarz verloren gingen.

Sie würden von Reflexionen auf dem Bildschirm überdeckt werden, solange das Wohnzimmer nicht genauso stockfinster ist wie ein Masteringstudio. Und beim Test der Reflektivität zeigte sich, dass Panasonic das Display nicht ganz so tief schwärzt wie LG, dafür den Screen leicht mattiert.

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Doch zurück zum Lichtsensor, seit Jahren einem unserer Lieblingsthemen. Bisher wurde er meist zum Stromsparen, also Mindern der Leuchtkraft am Abend verwendet. Nun passt sich durch ihn die Gammafunktion an, und Dunkles wird, wie erwähnt, besser durchzeichnet.

Panasonic setzt die Umschichtung der Helligkeiten auch bei Quellen ohne HDR ein und greift dazu auch gehörig in den Farbtopf. Für den Puristen zu viel, doch der macht einfach das Licht aus und alles ist wieder normgerecht. Noch deutlich heftiger ist die Wirkung der Optimierung „Auto AI-Bild“. Zum Glück ist hier die Stärke des Effektes variabel einstellbar.

Es gibt noch viele weitere Parameter zum Pushen von Kontrasten, Farben, Schärfe, Rauschfiltern und Bewegungsglättung, sodass auch Eingeweihte sehr viel Spaß daran haben werden, die Regler für jedes Filmmaterial in die beste Position zu bewegen.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil sehr gut
video Magazin Testurteil: sehr gut
© video Magazin / WEKA Media Publishing GmbH

Haben wir es schon gesagt? Was die normgerechte Umsetzung von Filmsignalen betrifft, macht kaum jemand Panasonic etwas vor, sodass hier wieder wirklich exzellente Resultate erzielt werden. Und wie eingangs erwähnt, verweist Panasonic im Internet darauf, dass alle OLEDTVs denselben hochwertigen Bildchip namens „HCX PRO AI Processor“ einsetzen.

Was die Optionen in den Setupmenüs betrifft, ist im TX-65JZW984 auch alles vorhanden, doch war die Vorstellung beim Aufbereiten qualitativ schwacher Quellen und kritischer Teststreams nicht ganz so überzeugend, wie wir es vom JZW2004 in Erinnerung hatten. Rausch- und Artefaktfilter sind bei UHD-Quellen wirkungsarm, De-Interlacing und Reverse-Telecine (Erkennung von 24p in 60i-Signalen) nicht so effizient wie bei LG, Sony oder Philips.

Allerdings kommen solche Ausnahmesituationen selbst bei deutschem TV-Material nur äußerst selten vor. Zum letzten gesetzten Unterschied zum Topmodell, dem Sound, schweigen wir lieber mal, statt ihn hier zu charakterisieren. Der TV klingt wirklich sparsam.

Fazit

Panasonics günstigste OLED-Serie ist bestens ausgestattet und liefert in HDTV dieselben beeindruckend authentischen Bilder wie die teuersten Brüder. Auch HDR sieht toll aus, hier fehlt nur der letzte Brillanzkick der teureren Referenzklasse.

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