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65-Zoll-OLED-TV

Panasonic TX-65GZW2004 im Test

Panasonics OLED-Fernseher TX-65GZW2004 ist weltweit der Erste mit eingebauten Raumklanglautsprechern für 3D-Sound. Neben Dolby Atmos werden auch erstmals Dolby Vision und HDR10+ unterstützt. Wie gut macht der Wunder-TV all dies? Unser Test verrät es Ihnen.

Panasonic TX-65GZW2004 im Test

© Josef Bleier

Panasonic TX-65GZW2004 im Test: Visionen mit Raumklang

EUR 3.899,00

Pro

  • Dolby Vision + Atmos (Upfiring-Boxen)
  • HDR10+, HD+ integriert
  • viele Tuneroptionen

Contra

  • konservatives Design

Fazit

video-Testurteil: überragend (918 von 1005 Punkten); Preis/Leistung: gut; video "Innovation"; IFA-Highlight
91,0%

Panasonic setzt wirklich alles daran, um seine hochwertigste TV-Serie 2019 zum Besten der Besten zu machen. An Technik wird nur das Feinste verbaut, und auch an neuen Ideen und der Entschlossenheit, sich über politische Grenzen hinweg zu setzen, fehlt es nicht. 

So ist die Aussage, dass alle OLED-TVs sowieso identische Panels nutzen und sie sich daher bei den Spitzenleistungen der Bildqualität kaum unterscheiden können, nur bedingt richtig. Zwar kommen alle Displays vom selben Hersteller und sehen sich sogar unter dem Mikroskop täuschend ähnlich, doch das heißt ja nicht, dass sie alle in derselben Qualität vom selben Band fallen. 

Die OLED-Kapazität wird ständig erhöht. Es werden neue Fabriken gebaut, in den älteren neue Linien eröffnet. Panasonic spricht beim GZW2004, der in 55 oder 65 Zoll angeboten wird, vom „maßgefertigten Master HDR OLED Professional Edition Panel“. 

Und egal, ob es sich wirklich um selektierte Spitzenpanels handelt oder ob die Spezifikationen zur Ansteuerung etwas gedehnt werden: Im Test kommen mit 800 Nits fast 20% mehr HDR-Brillanz aus diesem Gerät als beim GZW1004. Und schaut man sich in unseren Labormessungen das Lichtspektrum ganz genau an, unterscheidet es sich auch minimal vom auf Seite 32 getesteten LG-TV. 

Panasonic TX-65GZW2004 im Test: Seitenansicht & Fernbedienung

© Josef Bleier / Montage: video

(links) Die Upfiring-Lautsprecher für Atmos beanspruchen nur 50 cm der Gerätebreite – genau wie der Standfuß. Sie reichen nicht bis zur Oberkante, sodass der Panasonic von vorn schön dünn ausschaut. (rechts) Die noble Fernbedienung ist metallisiert und besitzt knackige, aber flache Drücker.

Unsere Vermutung, der angespriesene „Absolute Black Filter“ verringere das Umgebungslicht nochmals, konnte hingegen nicht so recht belegt werden. Zwar liegen die Reflexionen mit nur 0,92% erheblich besser als die Vorgängermodelle, doch kann dies das Vergleichsmodell von LG auch. 

Was für Eingeweihte jedoch von höchster Relevanz sein könnte, ist die gleichzeitige Unterstützung von DolbyVision und HDR10+. Beide Verfahren bieten dynamische HDR Metadaten, um szenenbedingt die Lichtdominanz anzupassen. 

Mal wird dunklen Inhalten mehr Durchzeichnung gegeben, mal das Überstrahlen von Spitzlichtern gemindert. Die Verfahren liefern sich eine Art Systemwettstreit, und Panasonic ist der erste Hersteller, der beide Varianten anbieten kann. Zusätzlich werden erstmals richtige HDR-Fotos verarbeitet. 

Gemeint sind damit nicht dynamikkomprimierte Doppelbelichtungen, sondern echte Multibitaufnahmen im Format „HLG-Photo“. Das hat Panasonic freilich selbst mit entwickelt und es findet sich erstmals ganz frisch in einigen hauseigenen Fotoapparaten. Was den klassischen TV-Empfang betrifft, könnte sich Panasonic locker auf den Lorbeeren der letzten Jahre ausruhen, tut es aber nicht. 

Panasonic TX-65GZW2004 im Test: Hauptmenü Screen

© Screenshot: video

Dieses Hauptmenü lässt sich gut konfigurieren. Links sieht man einen Scrollbalken. Hoch oder runter gibt es Empfehlungen zu TV, YouTube, Netflix oder Apps.

Das Doppelte Vierfach-tunerkonzept ist für TV-Wiedergabe, gleichzeitiges Aufnehmen und Streaming immer noch unerreicht, zumal es um den Empfangsweg über Netzwerkkabel, also „DVB over IP“ (TV ist sogar als Server nutzbar) ergänzt wurde. Auch mit dem doppelt vorhandenen Entschlüsselungsport CI-plus kann die Marke punkten, doch den hat man gar nicht mehr so nötig wie früher. 

Panasonic ist nämlich als erster Anbieter in der Lage, eine sogenannte HbbTV Operator App zu implementieren und damit „HD+“, dem Pay-TV-Anbieter für HDTV der Privatsender, die Kontrolle über den TV-Empfang zu überlassen. Der Fernseher entschlüsselt intern ohne Modul die Inhalte und bekommt damit dieselben Rechte wie eine Settopbox. 

Man erhält den redaktionell aufbereiteten Programmführer mit Genreeinteilung und intelligenten Programmtipps, kann viele Sendungen im „Replay“ von vorn streamen, auch wenn man sie erst in der Mitte einschaltete, und mehr private Inhalte timeshiften und aufnehmen als früher mit CI-Modul. 

Selbstverständlich ändert sich nichts daran, dass man für die Leistungen von HD+ zahlen muss, doch bei der Installation gibt es erst einmal ein halbes Jahr kostenlos zum Ausprobieren. Und irgendwie scheinen die SD-Sender gerade der RTL-Gruppe immer schlechter zu werden im Vergleich zu den HD-Versionen.

Panasonic TX-65GZW2004 im Test: Rahmen

© Josef Bleier

Die Verarbeitung von Gehäuse und Panel ist äußerst sauber, und wie üblich sind Panasonic-TVs die mit Abstand schwersten ihrer Klasse.

Videoprozessor, Debugging & DolbyVision

Auch wenn das OLED-Panel selektiert ist, bedeutet das nicht automatisch die perfekte Bildqualität für jede Quelle. Doch auch hier lässt Panasonic nichts anbrennen und zeigt mit dem Videoprozessor „HCX PRO Intelligent“ wirklich hochwertige Leistungen. 

Konnte man in den letzten Jahren Ausreißer bei der Bewegtbildglättung oder ab und zu Spratzer bein De-Interlacing erkennen, sind jetzt Artefakte nur schwerstens zu finden.

Allein das automatische Debugging von echt miesen Quellen dürfte vielen nicht weit genug gehen. Hier wird der Algorithmus wohl aus Angst vor Negativeffekten zurückhaltender eingesetzt als bei Samsung oder LG. 

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Im direkten Vergleich zeigte sich der Panasonic vor allem bei DolbyVision dunkler und damit satter als seine Konkurrenz, wobei dunkelste Inhalte schon so düster waren, dass sie außer in unserem absolut lichtdichten Schwarzraum wohl kaum differenziert werden können. 

Bildoptimierung & 3D-Sound

Der GZW2004 reagierte gut auf Metadaten und passte die HDR-Verarbeitung an. Eine weitere Justage der Einstellung „HDR-Helligkeit“ brachte meist keine Verbesserung. Insgesamt gibt es ausufernd viele Bildoptimierungen in sogar einem Dutzend Voreinstellungen. 

Panasonic TX-65GZW2004 im Test: Installations Screen

© Screenshot: video

Bei der Installation kann man die Aufstellung detailliert einstellen. So passt sich die Wiedergabe der 3D-Sounds optimal an die Raumverhältnisse an.

Hier ist es schwer, den Überblick zu behalten. Nur der Profi findet tatsächlich die ideale Abstimmung aller Parameter. Er kann sich auch bei vollautomatischer Calman-Kalibration mit integriertem Testbildgenerator bis ins Kleinste mit der Bildoptimierung beschäftigen. 

Bei guten Quellen ist das jedoch kaum nötig, denn das beworbene „Hollywood-Tuning“ inklusive THX-4K-Zertifizierung lieferte ab Werk eine Einstellung, der qualitativ kaum etwas hinzuzufügen wäre. 

Einzigartig ist Panasonics Umsetzung von 3D-Sound. Markantes Merkmal sind die nach oben strahlenden Zusatzboxen, die Dolby Atmos den Höhenkanal bescheren. Dank Klangtuning der Experten von Technics waren wir zuerst höchst angetan von den wirklich tiefen, satten Bässen des Mehrkanalsystems. 

Musik zeichnet sehr gut durch und besitzt schnelle präzise Höhen. So sauber und harmonisch klang ein asiatischer TV nur selten. Teilen sich die Kanäle in ein Kinoszenario auf, kommen kräftige Stimmen oder brachiale Effekte aus der Mitte nur noch sehr dünn rüber. 

Nach oben hin wird aufgefüllt, doch präzise Überflüge, Gerwitterschauer oder gesetzte Effekte waren kaum auszumachen. Der Ansatz ist gut, doch auch ein Panasonic kann nicht zaubern.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil ueberragend

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: überragend

Fazit

Panasonics TX-65GZW2004 kann al- les und macht es auch richtig gut. Vom selektierten hollywoodzertifizierten Bild über 3D-Sound und viele smarte Extras ist das Konzept einzigartig reichhaltig, die Umsetzung auf höchstem Niveau.

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