Digitale Fotografie - Test & Praxis
Systemkamera

Lumix TZ 202 im Test: Autofokus, Anschlüsse, Bildqualität und mehr

Inhalt
  1. Panasonic Lumix TZ 202 im Test: Top-Ausstattung im kompakten Gehäuse
  2. Lumix TZ 202 im Test: Autofokus, Anschlüsse, Bildqualität und mehr
 Panasonic Lumix TZ 202 Systemkamera WiFi

© Horst Gottfried

Bluetooth und WiFi erlauben mit der Panasonic Lumix TZ 202 eine kabellose Bildübertragung und Fernbedienung.

Autofokus und Serien der Panasonic Lumix TZ 202

Auch die TZ 202 arbeitet mit dem schon von anderen Lumix-Kameras bekannten Hybrid-Kontrast-AF, basierend auf der hauseigenen DFD-Technik (Depth From Defocus). Dass sie gut funktioniert, zeigen die im Labor ermittelten AF-Zeiten von nur 0,11 s bei 300 Lux und langsameren, aber immer noch ordentlichen 0,52 s bei 30 Lux. 

Für unterschiedliche Aufnahmebedingungen stellt die TZ 202 mit Punkt-, 1-Feld- und variablem Mehrfeld-AF mit 49 Feldern sowie Gesichts-/Augenerkennung und Motivverfolgung und auch Touchscreen-AF samt Auslösung diverse Optionen zur Wahl. Wer im Zweifel selbst Herr der AF-Feldwahl bleiben will, sollte den 1-Feld-AF mit variabler Feldgröße nehmen. 

Wird das AF-Feld auf dem Touchscreen durch versehentliches Antippen einmal deplatziert, kann man es mit einem Druck auf die Return-Taste schnell wieder in seine zentrale Position springen lassen. Bei den Serienbildern geht die TZ 202 sehr zügig zu Werke mit maximal 10 B/s für JPEG oder RAW, jeweils bis die Karte voll ist. Das ist noch etwas schneller als bei der TZ 101, die zudem nur jeweils maximal 15 Fotos am Stück aufnimmt. 

Die entsprechend markierte Fn1-Taste der TZ 202 aktiviert den Panasonic-4K-Foto-Modus für schnelle Bildserien in 8-MP-Auflösung, die Fn2-Taste die ebenso Lumix-spezifische "Post-Fokus"-Funktion für nachträgliche Fokussierung. Neu im Wiedergabemodus sind die 4K-Funktionen"4K-Mengenspeicher", "Lichtzusammensetzung" und "Sequenz zusammenfügen" zum gemeinsamen Speichern oder Zusammenfügen mehrerer Serienbilder, um etwa ein Feuerwerk oder mehrere Bewegungsphasen in einem Foto zu verdichten. 

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Eine Besonderheit der TZ 202 ist die automatische Fokus-Bracketing-Funktion. Sie erlaubt es, von statischen Motiven Serien mit bis zu 999 Fotos in voller Auflösung mit unterschiedlicher Fokussierung in vorgewählter Abstufung aufzunehmen, um später das Bild mit der optimalen Fokussierung auszuwählen. Zum Focus-Stacking für ein von vorne bis hinten scharfes Bild bedarf es eines externen Programms wie HeliconFocus. 

Im 4K-Foto-Modus kann das die TZ 202 mit 8-MP-Auflösung selbst erledigen. Um 999 Fotos hintereinander aufzunehmen, braucht es allerdings den optionalen Netzadapter DMW-DCC11. Mit einer Ladung des Standard-Akkus verspricht Panasonic mit der TZ 202 maximal 370 Aufnahmen statt 300 wie bei der TZ 101.

 Panasonic Lumix TZ 202 Systemkamera Funktionen

© Horst Gottfried

Mit der Panasonic Lumix TZ 202 lassen sich mehrere Bilder einer 4K-Sequenz in einem Foto zusammenfassen.

Video-Aufnhamen mit der Panasonic Lumix TZ 202 

Für 4K-Videoaufnahmen (3840 x 2160 Pixel) hat Panasonic in der TZ 202 die Bildfrequenz bei MP4-Aufnahmen von 25 auf 30 Vollbilder/s erhöht. Als durchgehende 4K-Aufnahmezeit gibt der Hersteller 90 Minuten an, für Full-HD-Videos bis zu 50 B/s für 100 Minuten.

Der Kamera war aber nur eine Restzeitanzeige von 15 bzw. 30 Minuten zu entlocken. In der 309-seitigen PDF-Bedienungsanleitung war nichts zu dem Thema zu entdecken. Der High-Speed-Zeitlupenmodus (1920 x 1080 Pixel) mit 100 B/s ist unverändert. Aus gespeicherten Standbildern lassen sich in der TZ 202 zudem Zeitraffer- und Stop-Motion-Videos erzeugen. 

Die Panasonic Lumix TZ 202 punktet mit WLAN und Bluetooth 

Dank eines integrierten WiFi-Moduls lassen sich die Aufnahmen unterwegs ins Internet hochladen. GPS-Daten können nur von einem Smartphone mit installierter Lumix-App zu den Fotos in der TZ 202 übertragen werden. 

 Panasonic Lumix TZ 202 Systemkamera Anschluesse

© Horst Gottfried

Die Panasonic Lumix TZ 202 Systemkamera kann sich per "USB 2.0"-, Bluetooth-, WLAN- und HDMI-Anschluss verbinden.

Per App kann die TZ 202 auch mit Smartphone oder Tablet als Fernbedienung und Kontrollmonitor genutzt werden. Neu ist die Möglichkeit zur stromsparenden Verbindung über Bluetooth 4.2 zu anderen Geräten. 

Bildqualität der Panasonic Lumix TZ 202

Bei gleichem Sensor und Prozessor sind in der Bildqualität der TZ 202 keine großen Unterschiede zum Vorgängermodell zu erwarten. Das bestätigen die Messungen: Bei ISO 125 erreicht die TZ 202 eine etwas höhere maximale Auflflösung von 1633 LP/BH (90% des theoretischen Limits). 

Auch die Dead-Leaves-Cross-Kurven belegen mit 1175 LP/BH für ISO 125 und 931 LP/BH für ISO 400 die gute Wiedergabe kontrastreicher Details. Allerdings verlaufen die Kurven für niedrige Kontraste deutlich flacher mit einem signifikanten Abstand zu den DL-Kurven für hohe Kontraste. 

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Bei ISO 800 beträgt der DL-Wert für niedrige Kontraste nur noch 452 LP/BH. Insgesamt muss man mit steigender Empfindlichkeit zunehmende Detailverluste akzeptieren. Wir empfehlen darum, nicht über ISO 400 hinauszugehen. Die Signalverarbeitung der TZ 202 erzeugt zudem an kontrastreichen Kanten deutliche Überschwinger im hellen Bereich, was zu hellen Geisterlinien führen kann. 

Beim Rauschen liefert die TZ 202 beginnend mit VN 1,3 für ISO 125/400 geringfügig höhere Werte als die TZ 101, liegt aber noch bei ISO 1600 mit VN 1,8 im unauffälligen Bereich. Die Lumix gehört zu den ordentlich abgestimmten 1-Zoll-Kameras. Allerdings zeigt das Leica-Objektiv im Weitwinkelbereich deutliche Schwächen an den Rändern. Hinzu kommt in Telestellung ein zu niedriger Kontrast über das ganze Bildfeld.

 Panasonic Lumix TZ 202 Systemkamera Objektiv

© Horst Gottfried

Auch ambitionierte Fotografen wählen gerne eine Lumix TZ als Reisebegleiter und als handliche Ergänzung einer Systemkamera-Ausrüstung.

Leica DC Vario-Elmar 3,3-6,4/8,8-132 mm Asph 

Das Leica DC Vario Elmar bietet einen enormen Zoombereich von 24 bis 356 mm (KB-Werte), allerdings beträgt die Lichtstärke nur Blende 3,3-6,4. Im Weitwinkel überzeugen bei offener Blende Auflösung und Kontrast in der Bildmitte. Allerdings ist der Randabfall sehr stark. 

Bei Blende 6,3 sinkt die Auflösung um 200 LP, zugleich zeigen nun aber auch die Ränder bessere, wenn auch keine richtig guten Werte. In der mittleren Telestellung ist das Ausgangsniveau bei offener Blende 5,1 insgesamt niedriger. So messen wir ein Minus von 200 LP in der Bildmitte.Allerdings hält das Vario Elmar dieses Niveau nun fast bis zum Rand. Blende 8 senkt erwartungsgemäß die Auflösung weiter. 

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Die förderliche Blende liegt sensorbedingt bei 4 – sodass spätestens ab Blende 5,6 die Beugung die erreichbare Bildqualität begrenzt. Am Teleende ist der Randabfall erneut gering, doch Auflösung und Kontrast bleiben weit unter den Möglichkeiten des Sensors, wie der Blick auf die Weitwinkelwerte zeigt. Damit kostet das Objektiv der eigentlich

Fazit

Die Lumix TZ 202 kombiniert auf kleinem Raum ein großes Zoom mit einem attraktiven 1-Zoll-Sensor. Funktionell gibt es wenig zu bemängeln. Der Autofokus hat bei schlechten Lichtverhältnissen noch Luft nach oben. Doch die ohnehin üppige Ausstattung hat Panasonic nochmals verbessert und erweitert, vor allem Richtung Video und 4K-Foto. 

Nicht überzeugt hat uns das Leica-Zoom. Es zeigt sichtbare Schwächen im Weitwinkel- wie im Telebereich. So viel Zoom auf so wenig Raum erfordert Kompromisse bei der Leistung und kostet den Kauftipp.

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