Digitale Fotografie - Test & Praxis
Spiegellose Systemkamera mit Kleinbildsensor

Panasonic Lumix S5 im Test: Autofokus & Bildserien

© Screenshot / Montage: ColorFoto

Während der AF-Punktmessung wird das anvisierte Motivdetail vergrößert angezeigt, wahlweise als Bild-im-Bild oder vollflächig.

Autofokus und Bildserien

Zur Fokussierung verwendet die S5 das von Panasonic entwickelte hybride DFD-Verfahren. Dabei errechnet die Kamera aus zwei defokussierten Aufnahmen den ungefähren Motivabstand, um grob scharfzustellen.

Die Feinarbeit übernimmt dann der Kontrast-AF. Dafür nötig sind schnelle Bildprozessoren wie die aktuelle Venus-Engine von Panasonic, ergänzt durch einen geeigneten Objektivantrieb mit Linear- und Steppermotoren.

An den Eckdaten des AF-Systems hat sich im Vergleich zur S1 nichts verändert: Maximal 225 AF-Felder stehen bereit, die in einer 15x15-Matrix angeordnet sind und sich vielfältig konfigurieren lassen.

Der 225-Feld-Modus ist gleicbedeutend mit Messfeldautomatik. Zonenmessung gibt es in zwei Varianten: Bei „Zone (Vertikal/Horizontal)“ werden Streifenmuster zur AF-Messung angelegt – von einer Reihe mit 15 Feldern bis zu sieben Reihen mit je 15 Feldern.

„Zone (Oval)“ erzeugt ovale Muster, die in der kleinsten Version mit vier Messfeldern fast der Einzelfeldmessung Konkurrenz machen. Maximal umfasst eine ovale Zone 97 Messfelder, sechs Größen sind möglich. Bei der Einzelfeldmessung hat man die Wahl zwischen acht Messfeldgrößen oder – bei der erweiterten Einzelfeldmessung – drei Messfeldgrößen.

Das Positionieren von Messfeldern/-zonen ist mittels Joystick oder mit der Fingerspitze am Monitor möglich. Die Messfeldgröße verändern Sie durch Ziehen mit zwei Fingern oder mittels Einstellrad.

© Screenshot / Montage: ColorFoto

(links) AF-Zonen lassen sich im Bild ebenso positio- nieren wie AF-Felder – hier die ovale Zone mit variabler Größe. (rechts) Horizontale/vertikale Zonen kann man als verschieden breite/hohe Streifen mit maximal sieben Reihen konfigurieren.

Bei der Punktmessung wird die Messstelle als Fadenkreuz angezeigt. Sobald man den Auslöser halb durchdrückt oder die AF-on-Taste betätigt, wird ein Teil des Bildschirms zusammen mit dem Messpunkt vergrößert angezeigt.

Mit dem Fokussierring des Objektivs können Sie manuell nachjustieren (Individualfunktion AF+MF) und dabei von Fokus-Peaking unterstützt werden. Alternativ lässt sich der vergrößerte Bildteil vollflächig am Monitor anzeigen. Die Bild-im-Bild-Variante (PIP) hat jedoch den Vorteil, dass man das Gesamtmotiv nicht aus den Augen verliert.

Ergänzend zur Lupe wird beim manuellen Fokussieren eine Entfernungsskala eingeblendet, auf der ein grüner Balken den Schärfentiefebereich auf Basis der Arbeitsblende anzeigt. Großen Wert hat man auf die Weiterentwicklung der Körper-, Kopf-, Gesichts- und Augenerkennung, auch durch Deep-Learning-Algorithmen, gelegt.

Kaufberatung

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So arbeitet das System jetzt noch zuverlässiger, wenn Personen oder Köpfe nur einen kleinen Anteil am Gesamtbild haben. Für statische Motive wie Portraits gilt das ebenso wie für Personen in Bewegung.

Auch wenn sich eine Person kurzzeitig abwendet oder die Position verändert, bleibt das AF-System auf Kurs. Auch eine Statue auf dem Dach einer Kirche wurde im Praxistest als Körper erkannt. Die Tiererkennung funktionierte nicht nur bei Hunden und Katzen, sondern auch bei vielen anderen Arten.

Tipp: Wenn Sie das ausprobieren wollen und nicht in einem Zoo oder Safaripark wohnen, lassen Sie sich passende Bilder am PC-Monitor anzeigen. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit beträgt bei viel Licht (300 Lux) schnelle 0,2 s, verlängert sich bei wenig Licht (30 Lux) jedoch auf 0,5 s (S1: 0,3 s).

Bei der Serienbildleistung mit rund 7 B/s (JPEG/RAW) ist die S5 den S1- Modellen (9,5/9,4 B/s) sowie den Kon- kurrenten von Nikon (11,8/8,0 B/s) und Sony (10,0/9,7 B/s) unterlegen.

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