Digitale Fotografie - Test & Praxis
Spiegellose Systemkamera mit Kleinbildsensor

Panasonic Lumix S5 im Test: Gehäuse & Ausstattung

© Screenshot / Montage: ColorFoto

Das Hauptmenü spiegelt die enorme Funktionsvielfalt wider, ist aber übersichtlich strukturiert, sodass man sich schnell zurechtfindet.

Gehäuse und Ausstattung

Das Magnesiumgehäuse der S5 ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, wirkt sehr robust und ist einwandfrei verarbeitet. Ecken und Kanten bestimmen das Design; das kennt man auch von den S1-Modellen und Sonys A7-Reihe.

Die S5 ist etwa gleich breit wie die Sonys, aber ein Stück höher. Zum einen ragt der Sucherhöcker bei der S5 weiter über das Gehäuse hinaus. Zum anderen bietet der Handgriff mehr Platz für die Finger der rechten Hand. Auch der Spielraum zwischen Fingern und Objektivtubus ist größer.

Die besonders griffige Beschichtung macht die Haptik perfekt. Die Kamera liegt damit mindestens so gut in der Hand wie eine Nikon Z6, obwohl das Gehäuse der S5 insgesamt kleiner ist. Die Panasonic-Designer haben also gute Arbeit geleistet.

Wie bei den S1-Modellen ist der Sensor beweglich gelagert und ermöglicht so eine kamerainterne Bildstabilisierung, die mit dem optischen Bildstabilisator (OIS) von Lumix-Objektiven zusammenarbeitet und so Verwacklungen auf fünf Achsen ausgleicht.

DUAL.I.S. nennt Panasonic dieses Stabilisatorkonzept. Die Freihandgrenze beim Fotografieren soll sich damit um bis zu 6,5 Blenden (gemessen mit 2,8/70-200 mm) ausdehnen lassen, gibt Panasonic an. Ohne OIS werden fünf Stufen genannt. Für die S1 gibt Panasonic 6/7 Blenden ohne/ mit OIS an. Wie immer stellen diese Werte keine Garantie für maximal scharfe Bilder dar.

Spiegellose Systemkamera mit Vollformat-Sensor

Sony hat mit der A7R IV sich selbst übertroffen. Das Kameragehäuse wurde überarbeitet, der OLED-Sucher verbessert und der Autofokus weiterentwickelt.

Als Stromquelle dient der Lithium-Ionen-Akku DMW-BLK22 mit 2200 mAh, der genügend Ausdauer für einen durchschnittlichen Fototag verspricht. Ein noch besseres Energiemanagement bietet wohl nur die Sony A7 III mit dem FP-FZ100 (2280 mA).

Ein Ladegerät mit USB-C-Anschluss und Netzteil zum externen Aufladen des Akkus befindet sich im Lieferumfang; alternativ lässt sich der Akku via USB-C direkt in der Kamera laden. Über den Ladezustand informiert eine Balkenanzeige mit fünf Segmenten, leider aber keine Prozentangabe – ein Wunsch fürs erste Firmware-Upgrade.

Neben USB bietet die Kamera HDMI als digitale Schnittstelle. Kopfhörer und Stereomikrofon lassen sich per Klinkenbuchse anschließen. Zum Speichern von Bildern finden sich zwei Slots für SD-Karten, von denen einer auch UHS-II-kompatibel ist.

Sucher und Monitor

Der OLED-Sucher der S5 ist gut, aber nicht spektakulär: Hohe Auflösungswerte überlässt man den S1-Modellen mit 1,9 Mio. RGB-Pixeln. Im Vergleich dazu nehmen sich die 786 667 RGB- Pixel der S5 eher bescheiden aus.

Der Sucher der Sony A7 III bietet die gleiche Auflösung, die Nikon Z6 ist mit 1 230 000 RGB-Pixeln eine Klasse höher angesiedelt. Bei der Sucherbildvergrößerung bleibt die Nikon mit 0,8-fach das Maß der Dinge, die Sony bietet 0,78-fach, die Panasonic 0,74-fach.

Groß genug ist das Sucherbild der S5 allemal, um Freude an der Motivsuche und Bildgestaltung aufkommen zu lassen. Die Bildwiederholrate lässt sich auf 60 fps (Standard) oder 120 fps einstellen. Letzteres macht Kameraschwenks noch einen Tick flüssiger, erhöht aber vermutlich den Stromverbrauch.

© Panasonic / Montage: ColorFoto

Tastenvielfalt: An der Rückseite ist weniger Platz als bei den S1-Modellen. Deshalb liegt z.B. der AF-Joystick ziemlich dicht neben der AF-on-Taste. Die Gesichts- und Körpererkennung hat Panasonic für Menschen und Tiere gleichermaßen verbessert.

Das Sucherbild wirkt ziemlich natürlich, was Farben und Kontraste anbelangt. Störende Effekte wie Flimmern oder Moiré an Motivdetails zeigen sich kaum. Beim Dioptrieneinstellrad in Nähe der Bildwiedergabetaste wünscht man sich eine Arretierung, damit man es nicht unbeabsichtigt verstellt.

Der 3,2-Zoll-Monitor bietet eine komfortable Auflösung von 600 000 RGB-Pixeln. Er ist dreh- und schwenkbar gelagert, sodass man ihn – anders als bei den S1-Modellen – neben das Gehäuse schwenken und in den „Selfie-Modus“ bringen kann.

Die Touchfunktionalität des TFT-Monitors ist umfassend ausgebaut, auch das Navigieren in den Menüs ist damit möglich. Im Gegensatz zu den S1-Modellen besitzt die S5 kein monochromes Schulterdisplay als zusätzliches Anzeigeinstrument.

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