Digitale Fotografie - Test & Praxis
Vollformatkamera

Panasonic Lumix S1R und S1: Autofokus und Bildserien

© Panasonic

Gut kombiniert - Die Kombination aus SD-­ und XQD­-Karten als Speichermedien ist ideal: Die einen sind weitverbreitet und preisgünstig, die anderen besonders schnell – ein wichtiger Vorteil bei Bildserien oder 4K-­Videos.

Wie kaum anders zu erwarten, setzt die S1-Serie beim Autofokus auf das hybride DFD-Verfahren, wie man es auch von der Panasonic G9 kennt. Im Bruchteil einer Sekunde errechnet die Kamera aus zwei defokussierten Aufnahmen den ungefähren Motivabstand, um grob scharfzustellen. Anschließend übernimmt der Kontrast-AF die Feinjustage. 

Dafür nötig sind schnelle Bildprozessoren wie die aktuelle Venus-Engine von Panasonic, ergänzt durch den „richtigen“ Objektivantrieb in Form von Linear- und Steppermotoren. Das AF-System der S1-Serie verwendet maximal 225 AF-Felder, die in einer 15x15-Matrix angeordnet sind und sich vielfältig konfigurieren lassen. Der 225-Feld-Modus ist gleichbedeutend mit Messfeldautomatik. 

Diese ist im Belichtungsprogramm iA als Standard definiert, in anderen Modi wie A, P, S oder M kann man sie wählen. Zonenmessung bietet die Kamera in zwei Varianten: Bei „Zone (Vert./Horiz.)“ werden zwischen 15 und 105 Messfelder als vertikale oder horizontale Streifen im Bild angelegt, sodass sie fast die gesamte Breite oder Höhe des Bildfelds abdecken. Mittels Joystick lassen sich die Streifen vertikal oder horizontal verschieben. 

Die Option „Zone (Oval)“ erzeugt ovale Muster, die in der kleinsten Variante mit vier Messfeldern fast der Einzelfeldmessung Konkurrenz machen. Maximal umfasst eine ovale Zone 97 Messfelder, insgesamt sechs Größen sind möglich. Flexibilität beweist die Kamera auch bei der 1-Feld-Messung mit acht Messfeldgrößen oder der erweiterten 1-Feld-Messung (1-Feld+) mit drei Messfeldgrößen. 

Das Verschieben von Messfeldern ist mittels Joystick oder mit der Fingerspitze am Monitor möglich. Die Messfeldgröße verändern Sie durch Ziehen mit zwei Fingern oder schneller mittels Einstellrad. Eine besonders exakte Fokussierung ermöglicht die Punktmessung; die Messstelle wird dabei als Kreuz angezeigt. Sobald man den Auslöser halb durchdrückt oder die AF-on-Taste betätigt, wird ein Teil des Bildschirms zusammen mit dem Messpunkt vergrößert angezeigt. 

Der zu vergrößernde Bereich lässt sich in vier Stufen variieren, wobei sich der Vergrößerungsfaktor ändert. Ist man mit der Fokussierung nicht zufrieden, kann man über den vorderen Einstellring des Objektivs manuell nachfokussieren – wenn vorher im Individualmenü die Einstellung AF+MF aktiviert wurde. Dabei werden Sie auf Wunsch von Fokus-Peaking unterstützt. 

Die Lupenfunktion können Sie auch beim Fokussieren in anderen AF-Modi haben: Drücken Sie dafür die obere Funktionstaste an der Vorderseite (Standardbelegung). Auch für den Tracking-Autofokus hat man sich bei Panasonic etwas Besonderes einfallen lassen. Bei der Motivverfolgung werden zwei Rahmen sichtbar: 

Der größere, zentral angeordnete Rahmen markiert den inneren (primären) Bereich, während der kleinere, äußere Rahmen nur aktiv wird, wenn sich das Motiv aus dem inneren Rahmen heraus bewegt. Bei Porträtaufnahmen lässt die S1R dem Fotografen die Wahl zwischen Gesichts-, Augen- und Körpererkennung. Haben Sie ein Haustier? Dann probieren sie es mal mit „Tiererkennung“. 

Mit einer Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit von 0,2/0,3 s bei 300/30 Lux erreicht die S1R zwar gute, nicht aber spektakuläre Werte unter den spiegellosen Vollformatkameras. Zum Vergleich: Nikon Z7 (0,2/0,2 s) und Sony A7 III (0,3/0,32 s). Die Serienbildleistung um 9,5 B/s bei JPEGs und RAWs ist für einen Sensor mit dieser hohen Auflösung respektabel und auf dem Niveau der Konkurrenz.

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