Digitale Fotografie - Test & Praxis
Kompaktkamera

Panasonic Lumix LX100 II im Test

Die Panasonic Lumix LX100 II kann im Test überzeugen – darunter mit einem Sensor mit höherer Auflösung. Doch auch die eine oder andere kleine Schwäche gibt's.

Panasonic Lumix LX100 II im Test

© Panasonic

Panasonic hat die Lumix LX100 nach vier Jahren runderneuert.

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EUR 829,00

Pro

  • lichtstarkes Objektiv
  • optischer Bildstabilisator

Contra

  • Leistungsabfall bei offener Blende
  • Griffigkeit an der Front
  • fest eingebautes Display

Fazit

ColorFoto-Testurteil: 53 Punkte (1 unter Durchschnitt); Kauftipp: Kompakt

Wir haben die Panasonic Lumix LX100 II im Test: Als die erste Fassung erschien, hatte Sony gerade die Kompaktkamera neu erfunden. Die Modelle der Sony RX100-Reihe 1-Zoll-Sensor feierten bei qualitätsbewussten Fotografen große Erfolge, viele legten sich eine als Immer-dabei-Kamera für die  Hosentasche zu. Die Panasonic LX100 packte mit ihrem etwa doppelt so großen FourThirds-Sensor noch einen drauf. Jetzt kommt das Nachfolgemodell Lumix LX100 II mit dem gleichen lichtstarken Leica-Dreifach-Zoom 1,72,8/10,9-34 mm. Wichtigste Neuerung ist der Wechsel vom 16-Megapixel-MFT-Sensor zum aktuellen 20-Megapixel-MFT-Sensor. Weiterhin nutzt die LX100 II aber nicht die gesamte Sensor-Fläche, sondern liefert mit Rücksicht auf das Objektiv „nur“ 17-Megapixel-Bilder.

Gehäuse und Ausstattung

Mit den Abmessungen von 115 x 66 x 64  mm und einem Gewicht von 395 Gramm ist die LX100 II kleiner und leichter als spiegellose Systemkameras, aber größer und schwerer als Kompaktkameras. Zum Vergleich: Die Sony RX100 VI (Test) misst nur 102 x 58 x 43 mm und bringt 300 g auf die Waage. Nur im Griffbereich an der rechten Kameravorderseite und im Daumenbereich an der Kamerarückseite ist das Oberflächenmaterial strukturiert. Für besseren Halt könnte das an der Vorderseite verwendete Material etwas griffiger sein – es ist zwar strukturiert, aber dennoch glatt.

Panasonic Lumix LX100 II im Test

© Josef Bleier

Das Objektiv ist ein Leica DC Vario Summilux mit f1,7-2,8/10,9-34 mm (entspricht 24–75 mm KB). Die hohe Lichtstärke ist durchaus ein überzeugendes Argument für diese Kamera, der Brennweitenbereich praxisgerecht. Die Weitwinkelseite bringt auch unter beengten räumlichen Verhältnissen viel Motiv auf den Sensor und auf der Teleseite ist die Kombination von 75 mm (KB) Brennweite bei einer Öffnung von f2,8 der Porträt-Klassiker.

Allerdings stört bei offener Blende ein deutlicher Leistungsabfall zum Rand hin. Die Verwendung von Filtern und anderem Einschraub-Zubehör ermöglicht ein Filtergewinde von 43 mm. Ein optischer Bildstabilisator, der auch in den G-Modellen verbaut ist, reduziert Verwacklungsunschärfen. Ein Blitz ist nicht integriert, dafür liegt nun ein kleines Blitzchen (LZ6) bei, das in den Blitzschuh geschoben wird. Über das Kameramenü wird es gesteuert. 4K-Video beherrschte schon die LX100 – damals ein Novum bei den Kompakten. Diese 4K-Videos nimmt die LX100 II jetzt mit 30 Bildern pro Sekunde auf (LX100: 25 Bilder/s) und stellt für den Kreativbetrieb verschiedene Foto- und Video-Modi zur Auswahl. Die Kamera verbindet sich via Bluetooth oder WLAN mit iOS und Android-Smartphones. Dort sollte die „Panasonic Image“-App installiert sein, um den Funktionsumfang voll nutzen zu können. Dann kann die Kamera z.B. auch die GPS-Daten des Smartphones übernehmen.

Panasonic Lumix LX100 II im Test

© Josef Bleier

Für schnelle Einstellungen lassen sich im Aufnahmemenü zehn Fn-Varianten konfigurieren.

Bedienung und Display

Bei dem relativ kleinen Kameragehäuse liegen die Bedienelemente etwas eng beieinander – das braucht etwas Übung. Statt des an vielen Kameras üblichen Moduswahlrads für P, A, S, und M findet sich hier ein Verschlusszeiten-Einstellrad. Die Modi P, A, S, M plus zwei  „Intelligente Automatik“-Funktionen, werden stattdessen durch unterschiedliche Eingabe-Abläufe aufgerufen:  „Automatische Blende“ startet die Verschlussvorwahl, „Automatische Verschlusszeit“ die Blendenpriorität. Je nach Kameraeinstellung wird der jeweilige Modus zur Kontrolle am Display und/oder im Sucher angezeigt. Wichtige Funktionen haben eine Druck- oder Schiebetaste, etwa Formatauswahl, Fokus-Funktionsweise, intelligente Automatik und Lichtempfindlichkeit. Sie lassen sich ohne Umwege direkt ansteuern.

Von sehr guter mechanischer Qualität sind die um das Objektiv angeordneten Ringe. Der stufenlos, butterzart drehbare Steuerring hilft beim Aufrufen der verschiedenen Einstellungen, davor liegt der exakt rastende Blendenring​. Weiterhin sind um das Objektiv herum zwei Schalter für Fokusvarianten und Bildseitenverhältnisse angebracht, ebenfalls feinste Mechanik. An der Kamerarückseite befinden sich acht Tasten und ein Vierwegetaster. Dessen äußerer Ring ist zusätzlich drehbar und ermöglicht so weitere Kamera-Einstellungen. Sowohl das Menü für Aufnahmeeinstellungen als auch zur Bildwiedergabe sind sehr umfangreich. Zur Entzerrung und für schnellen Direktzugriff auf die unterschiedlichen Funktionen lassen sich beim Aufnahmemodus zehn Fn-Varianten und beim Wiedergabemodus fünf Fn-Varianten konfigurieren. Ein übersichtliches Quick-Menü mit Direktzugriff auf die unterschiedlichen Aufnahmeparameter bietet weitere individuelle Einstellmöglichkeiten.​

Panasonic Lumix LX100 II im Test

© Josef Bleier

Das 3“- TFT-LCD-Display hat eine Auflösung von 413 334 RGB-Bildpunkten. Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Rotton und Blauton sind einstellbar. Die Abbildung am Display ist knackig scharf, eine Winkelabhängigkeit ist nicht zu erkennen. Das Display hat eine Touch-Funktion, für die man allerdings spitze Finger braucht, um die kleinen Funktionsfelder zu treffen. Leider ist das Display fest eingebaut, weder dreh- oder schwenkbar. Das würden wir uns anders wünschen. Der 0,38“ große LVF-Sucher hat eine Auflösung von 920 000 Bildpunkten. Seine Abbildung mit 100% Bildfeld und 0,7-facher Vergrößerung ist scharf und kontrastreich. Der Sucher hat an der rechten Seite ein kleines Einstellrädchen für den Dioptrienausgleich.

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