Spiegellose Systemkamera

Panasonic Lumix G81 - Autofokus, Belichtung & Bedienung

29.11.2016 von Karl Stechl

ca. 2:40 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Panasonic Lumix G81 im Test
  2. Panasonic Lumix G81 - Autofokus, Belichtung & Bedienung
  3. Panasonic Lumix G81 - Bildqualität & Fazit

Autofokus und Belichtung 

Beim Autofokus-System begnügt sich der Hersteller mit Bewährtem: Der Kontrast- AF arbeitet wie gehabt mit 49 Feldern und DFD-Technologie („Depth From Defocus“). Dabei wird der Abstand zum Motiv im ersten Schritt mithilfe von zwei defokussierten Bildern mit unterschiedlichen Schärfeebenen ermittelt. Die auf diese Weise errechnete Position muss anschließend noch feinjustiert werden. Dabei verhält sich das System ziemlich sportlich: Mit 0,19 s Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit bei 300 Lux schlägt die Kamera auch die meisten SLR-Modelle; auch 0,37 s bei 30 Lux sind immer noch ziemlich gut.

Das AF-System lässt sich vielfältig konfigurieren. Zum Repertoire gehören Messfeldautomatik (49-Feld), Messfeldgruppierung (Multi-Individuell), Einzelfeldmessung (1-Feld) und Spotmessung. Vor allem die Spotmessung ist ein Gedicht: Der Messpunkt wird mit Fadenkreuz in einem vergrößerten Bildausschnitt angezeigt – sicherer lässt sich kaum fokussieren!

Möglich sind auch Verfolgungs-AF und Gesichts-/Augenerkennung. Bei Einzelfeldern lässt sich die Messfeldgröße in acht Stufen variieren, bei Messfeldgruppierung in drei Größen. Bei AF-Spotmessung kann man den Bereich des Bild-im-Bild-Ausschnitts in vier Stufen verändern. Dank Touch-Funktion lassen sich AF-Punkte komfortabel mit der Fingerspitze setzen. Bei manueller Fokussierung helfen eine Bildschirmlupe (4 Stufen, 3-6-fach) und die praktische Peaking-Funktion. Eine Panasonic-Besonderheit ist „Post Focus“​.

Lumix DMC G81
Die Räder für den Betriebsmodus (links) und die Belichtungsprogramme (rechts) sind zwar nicht arretierbar, rasten aber nachhaltig in den verschiedenen Positionen, sodass man sie kaum unbeabsichtigt verstellt. Die Einstellräder für Daumen und Zeigefinger der rechten Hand sind ebenfalls von bester Qualität.
© Panasonic

Mit dem elektromagnetischen Schlitzverschluss der Kamera ist eine kürzeste Belichtungszeit von 1/4000 s möglich; der elektronische Verschluss erlaubt bis zu 1/16 000 s und geräuschloses Auslösen. Bis zu 9,4 JPEGs pro Sekunde schafft die Kamera im Serienbildmodus; im RAW-Modus sind es knapp 7 B/s. Das Programmwahlrad ist zwar nicht verriegelbar, rastet aber nachhaltig in den verschiedenen Positionen, zu denen neben den Standards (P, A, S, M) auch der Videomodus, Motivprogramme (Scenes) und zwei Individualspeicher (C1/C2) gehören.

Videos zeichnet die G81 maximal mit 4K-Auflösung (3840 x 2160) und bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde (Full-HD bis 60p) als MP4​ auf. Im AVCHD-Format reicht die Auflösung bis Full-HD (1920 x 1080) mit bis zu 50 Vollbildern pro Sekunde. Bei Videos zieht der kontinuierliche Autofokus die Schärfe eher gemächlich, aber ziemlich zuverlässig und ohne störendes Pumpen nach.​

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Bedienung und Performance

Das Bedienkonzept der Panasonic Lumix G81 mischt Althergebrachtes wie das Programmwahlrad mit Segnungen der Neuzeit wie dem touchfähigen Monitor, der beim Navigieren in den Menüs ebenso gute Dienste leistet wie beim Setzen von Autofokus-Punkten. Auch die Position des Live-Histogramms im Sucherbild lässt sich ganz einfach durch Ziehen mit der Fingerspitze festlegen.

Ein rastendes Einstellrad links oben am Gehäuse erlaubt das Einstellen der Betriebsmodi (Einzel-/Serienbild, Selbstauslöser, 4K-Aufnahme, Post Focus/Focus Stacking). Dazu gibt es zwei Einstellräder von bester Qualität, das eine in Reichweite des Daumens, das andere am Auslöser. Zum Starten von Videos existiert eine eigene Taste in der Nähe des Auslösers.

Fünf Funktionstasten lassen sich frei belegen, das schafft Flexibilität. Hinzu kommen Einstellmöglichkeiten am Live-Monitor in Form eines frei konfigurierbaren Quick-Menüs. Drückt man die DISP-Taste mehrmals, gelangt man in einen Anzeigemodus, der den Monitor ganzflächig für die Anzeige von Funktionsfeldern nutzt, die man anwählen kann, um dort mittels Rad oder über ein Untermenü Einstellungen zu verändern. Es gibt also zum Teil verschiedene Wege, um zum gleichen Ziel zu gelangen. Nach etwas Eingewöhnung wird man diese Möglichkeiten intuitiv nutzen.

Das Hauptmenü gliedert sich in fünf vertikal angeordnete Karteireiter: Rec (Aufnahme), Video, Individual, Setup​ und Wiedergabe. Den Kategorien sind zwischen fünf und neun Menüseiten zugeordnet, maximal fünf Einträge werden pro Seite angezeigt. Gut, dass man sich hier nicht nur durch Scrollen, sondern auch durch Blättern einen Überblick verschaffen kann. Letzteres funktioniert über die Pfeil-unten-/Pfeil-oben- Tasten am Monitor, die man mit der Fingerspitze antippt. Hier bewährt sich die Touchfunktion.​

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