Testbericht

Olympus E-30

11.3.2009 von Redaktion pcmagazin und Karl Stechl

Die E-30 kostet 1100 Euro und schließt damit eine Lücke zwischen den Modellen E-420/520 und der semiprofessionellen E-3 mit Magnesiumgehäuse. Bei der E-30 besteht das Gehäuse aus glasfaserverstärktem Kunststoff und ist weniger konsequent gegen Feuchtigkeit abgedichtet. Griffige Gummiarmierungen am Handgriff lassen die E-30 gut und sicher in der Hand liegen. Zwar ist die Kamera kaum kleiner als die E-3, dafür aber mehr als 200 g leichter. Der Pentaprismensucher bietet 98 Prozent Bildfeldabdeckung und eine effektive Vergrößerung von 0,51x (E-3: 0,58x).

ca. 2:00 Min
Testbericht
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© Archiv

Bei der Bedienung ist die Kame-ra ihren Schwestermodellen vergleichbar: Einstellungen aufnahmerelevanter Parameter sind direkt über das Anzeigefeld am Monitor möglich. Ungewöhnlich sind die Feinjustiermöglichkeiten, wie sie die E-30 für den Autofokus einzelner Objektive, Belichtung und Batteriewarnung bietet. Sie werden aber nur im Ausnahmefall benötigt. Wünschenswert wäre allerdings ein griffigerer und besser platzierter Ein-/Aus-Schalter.

Mit dem allseits schwenkbaren 2,7-Zoll-Monitor bietet die E-30 ein wichtiges Kaufargument. Im Live-View-Modus erhält das Kontrast-AF-System seine Schärfeinformation direkt vom Bildsensor. Eine Gesichtserkennung lässt sich bei Bedarf zuschalten. Alternativ steht der Phasen-AF mit 11 Kreuzsensoren auch beim Live-View zur Verfügung. Wählt man die Option "Hybrid-AF" vor, so tritt der Kontrast-AF beim Antippen des Auslösers in Aktion, und unmittelbar vor der Aufnahme justiert der Phasen-AF nach. Nicht nur die Helligkeit des Live-View-Monitors, auch seine Farbabstimmung ist justierbar. Bei Bedarf lassen sich ein skaliertes Koordinatenkreuz, Gitternetz oder elektronische Wasserwaage einblenden.

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Der in alle Richtungen schwenkbare Monitor erleichtert das Kamerahandling vor allem im Live-View-Modus.
© Archiv

Olympus-Standard ist das Super-Sonic-Wave-Filter, das Staubpartikel mit Ultraschallschwingungen vom Sensor vibriert. Seine Funktion führt beim Einschalten der Kamera zu einer verlängerten Verzögerung, die bei der E-30 eine Sekunde beträgt. Mit Serienbelichtungen von bis zu 4,9 B/s erreicht die E-30 die gleiche Geschwindigkeit wie die E-3. Die Auslöseverzögerung beträgt 0,39/0,53 s bei 3000/30 Lux. Bei den Belichtungsmessmethoden bietet die E-30 das Übliche: Am Drehring stehen Vollautomatik und vier Kreativ-Varianten, fünf Motivprogramme sowie als Besonderheit ART/SCN zur Wahl. Unter SCN verbergen sich 11 weitere Motivprogramme inklusive Hey Key, Low Key, Dokumente und Panorama. ART steht für sechs "künstlerische" Effekte. Automatische Belichtungsreihen sind auch mit Weißabgleich, ISO und Blitz möglich. Unter dem Menüpunkt "Gradation" erlaubt die Kamera das Umschalten von der normalen Gradation auf eine automatische variable Helligkeitsanpassung je nach Motiv. Ebenfalls möglich: eine High- oder Low-Key-Voreinstellung für licht- oder schattenorientierte Belichtung.

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Die Belichtungsreihenfunktion (Bracketing) erstreckt sich auch auf Blitz, Weißabgleich und Empfindlichkeit.
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Bildqualität

Der 12-Megapixel-Sensor der E-30 bietet eine um zwei Megapixel höhere nominelle Auflösung als bei den Schwestermodellen. Davon profitieren die Messwerte für die Grenzauflösungen: 1273 LP/BH bei ISO 100 (E-3: 1146) und 1176 LP/BH bei ISO 400 (E-3: 1113). Bei ISO 800/1600 sinkt die Auflösung aber auf 1020/ 933 LP/BH (E3: 1052/1053). Beim Texturverlust werden Werte zwischen 0,6 und 1,3 erreicht. Beim Rauschen erzielt die E-30 trotz kleinerer Pixel mit VN-Werten von 0,9/1,7 bei ISO 100/400 die gleichen Werte wie die E-3. Bei IS0 800/1600 sieht die E-30 mit 2,2/3,2 sogar etwas besser aus. Über eine Menüeinstellung kann der E-30-Fotograf die Stärke der Rauschunterdrückung bei hohen Empfindlichkeiten nach Bedarf variieren. Bei ISO 800 und 1600 beträgt die Dynamik jeweils eine halbe Blende mehr als bei der E-3.

Detaillierte Testergebnisse - Olympus E-30

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