Testbericht

Ohne Spiegel - 16 Systemkameras im Vergleich

21.1.2011 von Annette Kniffler

Fünf Hersteller engagieren sich mittlerweile am Markt spiegelloser Kameras mit Wechseloptik und großem Sensor: Nach Olympus und Panasonic zogen Ricoh, Samsung und Sony nach. Erstere setzten auf Sensoren im Four-Thirds-, die anderen auf das ebenfalls von SLRs bekannte APS-C-Format.

ca. 1:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Ohne Spiegel - 16 Systemkameras im Vergleich
  2. Olympus Pen E-P1, E-P2, E-PL1
  3. Ricoh GXR A12 28 mm, A12, S10, P10
  4. Samsung NX100, NX5, NX10
  5. Panasonic G10, G2, GF1, GH2
  6. Sony NEX-3, NEX-5
  7. Fazit
panasonic gh2
panasonic gh2
© panasonic

Seit zwei Jahren kommen immer mehr spiegellose Systemkameras auf den Markt. Sie nutzen die gleichen rauscharmen Sensoren wie klassische SLRs, allerdings entfällt der Spiegelkasten, was kleinere Gehäuse ermöglicht. Kein Spiegel bedeutet kein Phasen-AF und kein optischer Sucher. Wie bei Kompakten liefert stattdessen der Aufnahmesensor sowohl das AF-Signal als auch die Bildinformationen für den Monitor und (optionalen) elektronischen Sucher. Wegen des schmäleren Gehäuses rückt zudem das Bajonett und damit das Objektiv näher an den Sensor. Dieses kleinere Auflagemaß erfordert zum einen von allen Herstellern neue Objektive.

Zum anderen ermöglicht es jedoch auch den Einsatz von Zwischenringen, um "SLR"-Objektive oder MF-Objektive von Zeiss, Walimex, Voigtländer oder Leica anzuschließen. Aktuell teilen sich zwei Typen von spiegellosen Systemkameras den Markt: Auf der einen Seite stehen klassisch aufgebaute Modelle, die anstelle des optischen einen fest verbauten elektronischen Sucher mitbringen. Hierzu gehören Panasonic G2/GH2 und Samsung NX5/10. Auf der anderen Seite findet man Modelle im Kompaktkamerastil mit aufsteckbarem (elektronischem) Sucher. Diesen Typ bedienen alle fünf Hersteller, um Kompaktkamerafotografen den Umstieg zu erleichtern.

In beiden Fällen gilt das gegenüber klassischen Spiegelreflexkameras kleinere Gehäuse als das wichtigste Argument. Nun ermöglicht der wegfallende Spiegelkasten tatsächlich kompaktere Gehäuse, doch bringt dies nur bei kurzen Brennweiten und kleinen Zooms einen Vorteil. Bei lichtstarken Optiken oder langen Teles dominiert das in seiner Größe nahezu unveränderte Objektiv die Gesamtmaße des Systems. Auf Dauer dürften zwei andere Punkte in den Vordergrund rücken: So arbeitet der Kontrastautofokus der spiegellosen Modelle  wesentlich genauer als der Phasen-AF von SLRs.

Aktuell fokussieren die meisten Kontrast-AFs zwar noch recht langsam, doch Panasonic und Samsung zeigen, dass dieses Problem lösbar ist. Als zweiten Pluspunkt werden elektronische Sucher immer mehr Informationen zur Verfügung stellen: Horizont, Histogramm, Lichter- und Schattenwarnung oder eine zuschaltbare Lupe sind keine Zukunftsvisionen mehr.

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