Testbericht

Nikon D2Xs

21.12.2007 von Redaktion pcmagazin und Karl Stechl

Die Nikon D2Xs kommt mit abermals verbesserter Ausstattung - mit Merkmalen, die man sicher nicht mehr missen möchte, wenn man sie erst einmal hat. Bei der Bildqualität ist die DX2s ihrer Vorgängerin vergleichbar, in der Gesamtpunktzahl liegt sie mit ihr gleichauf. Als D2X-Besitzer muss man also nicht zwangsläufig zur S-Klasse wechseln.

ca. 3:50 Min
Testbericht
  1. Nikon D2Xs
  2. Datenblatt
Nikon D2Xs Vorderseite
Nikon D2Xs Vorderseite
© Archiv

Nikon bleibt dem APS-C-Sensor treu: Auch die Nachfolgerin der D2X mit dem Kürzel "s" im Produktnamen verwendet einen C-MOS mit 23,7 x 15,7 mm nutzbarer Fläche und einem Bildwinkelfaktor von 1,5. Die Auflösung von 12,4 Millionen Pixel entspricht dem Vorgängermodell, ebenso das Gehäuse, das bereits in der Vergangenheit überzeugte. Es besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist durch Spezialdichtungen gegen das Eindringen von Regen, Spritzwasser und Staub geschützt. Der SLR-Sucher bietet eine gelungene Kombination aus Abdeckung (100 Prozent) und effektiver Sucherbildgröße (0,57, bezogen auf die Sensorabmessung). Ebenfalls wichtig aus Profi-Sicht: die Einstellscheiben lassen sich wechseln.

Nikon D2Xs Rückseite Display
Das gegen Spritzwasser abgedichtete Magnesiumgehäuse der Nikon D2Xs bewährt sich im harten Profi-Einsatz. Unter dem 2,5-Zoll-Monitor befindet sich ein kleines LC-Display, das ergänzende Informationen zum Display an der Gehäuseoberseite bietet.
© Archiv

Der 2,5-Zoll-Monitor blieb zwar in seiner Größe unverändert, wurde aber verbessert und besitzt nunmehr einen großen Betrachtungswinkel von 170 Grad horizontal/vertikal. Zum typischen Erscheinungsbild gehört auch das schmale LC-Display unterhalb des Monitors, wo sich wichtige Parameter wie ISO-Zahl, Auflösung oder Weißabgleichsmethode ablesen lassen.

Was tatsächlich neu ist, fällt unter die Rubrik Detailpflege und erhöht den ohnehin hohen Gebrauchtswert der Kamera. Beispielsweise die aufwendige Suchermaskierung im High-Speed-Modus. Die Betriebsart als solche beherrschte bereits die Vorgängerin: Das Bildformat wird hierbei auf einen zentralen Bildausschnitt mit insgesamt 6,8 Megapixel Auflösung begrenzt. Die Bildrate erhöht sich dabei von 5,2 Bildern pro Sekunde (Testergebnis) auf acht Bilder pro Sekunde (Herstellerangabe). Bei der D2X wurde der Bildausschnitt durch einen rechteckigen Rahmen begrenzt, wobei man zusätzlich in Kauf nehmen musste, dass die 3D-Color-Matrixmessung nicht mehr zu verwenden war. Bei der D2Xs bleibt diese Messmethode im High-Speed-Modus als Option erhalten. Zudem hat man sich für die Suchermaskierung eine aufwändigere und wesentlich elegantere Methode einfallen lassen: Ist der High-Speed-Modus im Aufnahmemenü aktiviert, zeigt sich eine transparente Abschattung an den Rändern des Sucherfeldes, der aktive Sucherausschnitt bleibt dagegen hell. Die Suchermaskierung funktioniert elektronisch auf Basis der sogenannten Polymer Network Technologie.

Nikon D2X Bedienelemente
Viele wichtige Funktionen hat man bei der D2Xs per Tastendruck im Direktzugriff, was in der Praxis Zeit spart.
© Archiv

Das von der D2Xs bekannte AF-System Multi-CAM2000 arbeitet mit 11 Messfeldern, davon neun Kreuzsensoren, ergänzt durch zwei weitere AF-Messfelder an den äußeren Bildrändern. In Kombination decken die Sensoren 75 Prozent des Bildfeldes ab. Im High-Speed-Modus entfallen die beiden äußeren AF-Sensoren, weil sie außerhalb des Begrenzungsrahmens liegen. Das AF-System arbeitet schnell und zuverlässig; die Sensoren sind so empfindlich, dass sie sogar ohne AF-Hilfslicht bei extrem schwachem Umgebungslicht bis zu -1 LW arbeitsfähig bleiben.

Die Messfelder lassen sich einzeln anwählen; für die dynamische Messfeldsteuerung können auch Cluster aus bestimmten Feldern gebildet werden. Umschalten lässt sich der Autofokus zwischen Einzelbild und kontinuierlicher Schärfenachführung.

Bei der dynamischen Messfeldsteuerung mit Schärfenachführung und Lock-on reagiert die Kamera auf Bewegungen des Motivs. Dabei fokussiert sie zunächst auf das Objekt im ausgewählten Messfeld, führt aber die Schärfe nach, wenn sich das Objekt von seiner ursprünglichen Position weg bewegt, wobei die Fokussierung von einem benachbarten AF-Feld übernommen wird. Motiverfassung und Schärfenachführung wurden laut Hersteller bei der DX2s nochmals verbessert.

Nikon D2X Bedienelemente
Das LC-Display an der Gehäuseoberseite zeigt die aufnahmerelevanten Daten und lässt sich bei Bedarf beleuchten.
© Archiv

Die D2Xs zeichnet Bilder mit einer maximalen Auflösung von 4288 x 2848 Pixel als RAW (Endung NEF) oder JPEG auf, bei Bedarf aber auch parallel in beiden Formaten. Die drei zur Wahl stehenden JPEG-Kompressionen Fine (1:4), Normal (1:8) und Basic (1:16) stehen auch in Kombination mit einem NEF-Format bereit. Ergänzend dazu bietet die Nikon D2Xs das speicherintensive TIFF-Format, das auch wegen der langen Speicherzeiten in diesem Fall nur dritte Wahl ist.

Eine neue Funktion ist "Beschneiden" im Aufnahmemenü: Wenn aktiviert, erlaubt die Kamera die Wahl eines Ausschnitts aus einem bereits vorhandenen Bild. Das beschnittene Bild lässt sich als JPEG in Fine-Variante abspeichern.

Zwei Farbräume, sRGB und AdobeRGB, stehen zur Verfügung und lassen sich durch verschiedene Farbmodi variieren. Farbmodus I ist speziell für Porträtaufnahmen gedacht und zeichnet sich durch zurückhaltende Farben sowie differenzierte Hauttöne aus. Farbmodus III begünstigt Natur- und Landschaftsaufnahmen durch höhere Farbsättigung, vor allem bei Grün und Blau. Farbmodus II steht nur bei AdobeRGB bereit und ist vor allem für Druckvorhaben zu empfehlen. Ganz neu ist der Schwarzweißmodus, der sich wiederum nur mit sRGB kombinieren lässt.

Nikon D2X Bedienelemente
Der Ambient-Sensor vorne am Prisma unterstützt den Weißabgleich nach der Lichtmessmethode.
© Archiv

Die Sensor-Empfindlichkeit kann zwischen ISO 100 und 3200 einstellt werden, wobei zwischen ISO 100 und 1600 Schrittweiten von halben und drittel Lichtwertstufen zur Wahl stehen. Von ISO 1600 auf ISO 3200 gelangt man dagegen nur über eine volle Lichtwertstufe. Bei ISO-Automatik kann man den oberen ISO-Grenzwert und eine zulässige längste Belichtungszeit frei wählen.

Eine besonders praktische Einrichtung ist die Möglichkeit, alle Kameraeinstellungen mit Ausnahme von Datum, Uhrzeit und Monitorhelligkeit auf der eingesetzten CF-Karte unter dem Dateinamen NCSETUP0 abzuspeichern. Die gespeicherten Einstellungen können anschließend wieder auf die Kamera übertragen werden. Ebenso ist es möglich, benutzerdefinierte Gradationskurven mit Hilfe der optionalen Software Camera Control Pro (ca. 60 Euro) in die Kamera zu laden und auf insgesamt drei Speicherplätzen abzulegen. Die entsprechenden Einträge finden sich im Aufnahmemenü unter "Tonwertkorrektur".

Nikon D2X Bedienelemente
Der neue Lithium-Ionen-Akku EN-EL4a ist mit einer von 1900 auf 2500 mAh gesteigerten Kapazität noch standfester.
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Kleiner Wermutstropfen: Bis zum Redaktionsschluss konnten RAW-Dateien aus der D2Xs nur mit der Software PictureProject, die der Kamera beiliegt, konvertiert und bearbeitet werden. Andere RAW-Konverter von Nikon wie View 6.2.7 oder Capture 4.4 sind dafür nicht geeignet.

Wer umfangreichere Bearbeitungsmöglichkeiten sucht, wird sich die Software Capture NX für etwa 150 Euro kaufen müssen, die Nikon ab Anfang August am Start haben will. Besitzer von Capture-4.x-Versionen sollen ein Upgrade-Angebot zu einem noch nicht bekannten Preis erhalten.

Nikon D2X Menü Tonwertkorrektur
Zur Optimierung des Kontrasts lassen sich bis zu drei benutzerdefinierte Gradationskurven in die Kamera laden.
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Nikon D2X Menü Individualfunktion
Mit Hilfe der Individualfunktion a4 lässt sich die Reaktionszeit der Schärfenachführung beeinflussen.
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Nikon D2X Menü Individualfunktion
Die Belichtungsmessung kann separat für Matrix, Spot und mittenbetont in 1/6-Blendenstufen feinjustiert werden.
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Nikon D2X Menü Aufnahmemodus
Die Empfindlichkeit lässt sich von ISO 100 bis 1600 (Stufe 1) in Drittelstufen einstellen. Stufe 2 entspricht ISO 3200.
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Nikon D2xs

Nikon D2xs
Hersteller Nikon
Preis 4400.00 €
Wertung 79.5 Punkte

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