Kindersicherung im Router

Netgear Smart Parental Controls im Test

23.3.2022 von Matthias Metzler

Smart Parental Controls ist eine Kindersicherung für ausgewählte Netgear-Router und Orbi-Mesh-Systeme. Wir haben sie getestet.

ca. 4:00 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Netgear Smart Parental Controls
Mit "Smart Parental Controls" gibt Netgear Eltern ein praktische Kindersicherung an die Hand.
© Netgear

Netgear stattet viele seiner Router und Mesh-Systeme mit nützlichen Erweiterungen aus. Darunter etwa Armor, das Sicherheitslücken im Heimnetz aufspürt und blockiert. Relativ neu ist das eigenständige "Smart Parental Controls", das eine Kindersicherung ins WLAN integriert. Der Schutz ist für ausgewählte WLAN-Router und Mesh-Systeme verfügbar, wir haben ihn auf einem Orbi RBK752 getestet. Eine aktualisierte Liste von Geräten, die Smart Parental Controls unterstützen, finden Sie auf der Seite des Herstellers.

Smart Parental Controls: Die Installation

Wenn man zur Router-Konfiguration die Orbi-App (iOS/Android) verwendet, ist die Kindersicherung dort als eigener Menüpunkt aufgeführt. In der Web-Oberfläche des Routers taucht die Kindersicherung kurioserweise nicht auf. Über die App lässt sich das Orbi-Mesh-System nach unserem Eindruck aber generell komfortabler bedienen.

Smart Parental Controls: Welche Filter gibt es?

In einem ersten Schritt richtet man für jedes Kind ein eigenes Profil ein, dem man die zugehörigen Geräte zuordnet. So lassen sich die Internetaktivitäten kontrollieren und altersgerechte Einstellungen vornehmen, zudem werden schädliche Webseiten automatisch blockiert.

Nachdem wir für jedes Kind ein Profil angelegt haben (links), legen wir individuelle Einstellungen (rechts) fest.
© WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH

Dabei stehen drei vorgegebene Filter nach Altersstufen (Kind, Teenager und Erwachsene) zur Auswahl, die sich im nächsten Schritt anpassen lassen. Zudem kann man dem Kind etwa die Instagram-Nutzung vollständig untersagen, oder zeitlich begrenzen. Auf App-Ebene lässt sich dabei nur eine kleine Auswahl direkt beeinflussen, der Rest wird über Kategorien wie „Regierung und Politik“ oder „Online Shopping“ pauschal begrenzt. Das ist aus unserer Sicht recht unscharf, hier hätten wir uns präzisere Einstellungen gewünscht. Recht granular lassen sich dagegen einzelne Webseiten filtern, besonders wenn man den Verlaufsfilter kontrolliert.

Smart Parental Controls: Das macht Netgear besser

Der Vorteil von Smart Parental Controls ist die geräteübergreifende Nutzung. So muss man die Spielzeit nicht für jedes Gerät einzeln einstellen, sondern legt die Zeitbegrenzungen und Schlafenszeiten in einem Rutsch fest. Auf diese Weise kann man den Webzugriff für alle Geräte des Kinds manuell mit einem Fingertipp beenden, etwa auch für die Spielekonsole oder den Streaming-Stick im Kinderzimmer. Das unterscheidet Smart Parental Controls im positiven Sinne von vergleichbaren Diensten wie ESET Parental Control, Google Family Link oder Apple Screen Time, die das so nicht können.

Smart Parental Controls: Wie funktioniert die Kindersicherung bei gemeinsam genutzten Geräten?

Schwierig wird es für Smart Parental Controls, wenn das gleiche Gerät von mehreren Kindern genutzt wird, etwa bei einem Tablet. Dann muss man sich entscheiden, welchem Kinderprofil man das Gerät zuordnet. Eine denkbare Profilzuordnung in Abhängigkeit des eingeloggten Users ist nicht möglich. Andererseits werden die Wenigsten aktiv mehrere Google- bzw. iOS-Konten auf ihren Tablets anlegen und bei der Übergabe des Geräts an das Kind noch schnell zum jeweiligen Profil wechseln.

Smart Parental Controls: Funktioniert die Kindersicherung auch unterwegs?

Damit die Kindersicherung auch außerhalb des eigenen WLANs funktioniert, gibt es die Begleit-App "My Time by NETGEAR", die Eltern auf den Kindergeräten installieren müssen. Diese informiert das Kind über die Zeitlimits, und welche Apps und Kategorien wie lange genutzt wurden. Damit die Filterung unterwegs greift, installiert My Time by NETGEAR eine VPN-Verbindung, die permanent im Hintergrund läuft. Welche Server in welchen Ländern dazu genutzt werden, bleibt dabei allerdings intransparent.

Netgear Smart Parental Controls
Links: Auf seinem Smartphone sieht das Kind seine verbleibende Zeit. Rechts: Zur Überwachung des Surfverhaltens wird eine VPN-Verbindung auf dem Kinder-Handy eingerichtet.
© Netgear

Smart Parental Controls: Wo hat die Kindersicherung ihre Grenzen?

Perfekt ist Smart Parental Controls zum Testzeitpunkt (März 2022) noch nicht. So stolperten wir immer wieder über nicht oder unzureichend übersetzte Begriffe und Anweisungen. Hinter dem "Standortleiter" versteckt sich etwa ein Site-Manager, der die Webseite-Beschränkungen steuert. Man kann aber hoffen, dass solche Unzulänglichkeiten durch Updates behoben werden.

Laut Netgear bietet die My Time-App eine Ortungsfunktion, um zu kontrollieren, wo sich das Kind gerade aufhält. In unserem Test-Setup funktionierte das Tracking schlichtweg nicht, die Funktion wurde nicht einmal angezeigt - und das trotz mehrfacher Versuche mit mehreren Smartphones.

Smart Parental Controls: Was kostet die Kindersicherung?

Zum Start steht jeden Besitzer eines geeigneten Routers ein Testzeitraum von 30 Tagen für Smart Parental Controls zur Verfügung. Im Anschluss kostet die Kindersicherung regulär 69,99 Euro im Jahr bzw. 7,99 Euro im Monat. Über die App bietet Netgear Neukunden und Wiedereinsteiger gelegentlich auch Rabatte an. Alternativ steht eine kostenlose Basis-Variante zur Wahl. Diese beschränkt sich allerdings auf die Profil-Funktion und das manuelle Unterbrechen der Web-Nutzung für die Kindergeräte.

Netgear Smart Parental Controls
© Netgear

Smart Parental Controls: Fazit

Die Kindersicherung Smart Parental Controls wendet sich an Eltern, die einen aktuellen Netgear WLAN-Router oder ein Orbi-Mesh-System besitzen. Der große Vorteil von Smart Parental Controls ist der geräteübergreifende Schutz im Heimnetz, der auch Spielekonsolen und andere WLAN-Geräte umfasst. Das können Google Family Link oder Apple Screen Time nicht, die nur in ihrer Welt unterwegs sind.

Allerdings irritieren mitunter nicht oder schlecht übersetzte englische Begriffe in der Oberfläche.

Der größte Schwachpunkt der Kindersicherung ist derzeit die Begleit-App "My Time by NETGEAR", mit der Eltern Ihre Kinder auch mobil überwachen sollen. In unserem Test-Sze­na­rio funktionierte die Ortung nicht. Zudem hat My Time eine intransparente VPN-Lösung mit an Bord.

Günstig ist Smart Parental Controls mit rund 70 Euro pro Jahr nicht. Kombi-Rabatte mit anderen Router Add-ons wie Netgear Armor werden derzeit nicht angeboten. Wer sich für Smart Parental Controls interessiert, sollte den kostenlosen Testzeitraum daher intensiv nutzen, um zu sehen, ob alle gewünschten Funktionen korrekt arbeiten, wie etwa das Tracking.

Das Fazit fällt zwiespältig aus: Während uns die lokale Lösung von Smart Parental Controls im heimischen WLAN durchaus überzeugt, enttäuscht die mobile Begleit-App My Time in mehreren Punkten. Wir verzichten daher vorerst auf eine finale Gesamtbewertung, bis Netgear nachgebessert hat.

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