43-Zoll-OLED-TV

Metz Taris 43 im Test

25.2.2022 von Roland Seibt

Wer ein gutes Bild mit kleiner Diagonale sucht, wird bei Metz fündig. Von Metz kommt nun der neue Taris 43, der echtes lokales Dimmen in kompakten 43 Zoll beherrscht. Lesen Sie unseren Test hierzu.

ca. 4:55 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Metz Taris 43 im Test
Metz Taris 43 im Test
© Metz

Pro

  • LCD-TV mit Direct Local Dimming und großem Blickwinkel
  • guter Klang
  • Doppeltuner mit eingebauter Festplatte für TV-Aufnahmen
  • komfortable Smartphone-App

Contra

  • kaum Streaming-Apps
  • Kein HDMI 2.1, HDR recht zahm

Fazit

Video-Testurteil: überragend (845 von 1005); "Video Highlight"


84,0%

Es hat schon viel Gutes, dass die Landschaft des deutschen TV-Marktes zerklüftet, vielschichtig und breit gefächert ist. Die beiden großen Koreaner liefern sich technologische Basisschlachten vom Härtesten, die Japaner laufen dabei mit, und Chinesen setzen auf preisaggressive Produkte, die, für den globalen Markt konfiguriert, lokale Eigenheiten gern übersehen.

Wie schön, dass zwei deutsche Traditionshersteller, deren Endfertigung noch in der Heimat stattfindet, sich zwar von Asiaten bei der Bauteilbeschaffung unterstützen lassen, aber ansonsten immer noch viel auf Eigenentwicklung setzen – und dazu mit durchweg höherwertigen Produkten den Fachhandel stärken. Einer davon ist Metz.

Was auf den ersten Blick als Nachteil einer kleinen Firma mit einem kleinen Team von Entwicklern und Programmierern und kleinem Marktanteil erscheint, ist langfristig vielleicht gar nicht so übel. Es füllt jedenfalls einige Marktlücken: eine gedeckelte Innovationsleistung, die nicht jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf jagen muss. Ein Metz-TV nimmt nicht am Wettlauf teil, wer die neuesten Social-Fitness-Apps, Gamingfeatures oder das flachste Design besitzt.

Vielleicht erweisen sich lieb gewonnene Dinge wie eine eingebaute Festplatte für TV-Aufnahmen vom Doppeltuner oder etwas mehr Gehäusevolumen für nach vorn strahlende Lautsprecher mit besserem Klang ja immer noch als überlegene Extras, wenn andere Marken dies wegrationalisiert haben. Und wenn ein Hersteller nur zwei Modellreihen pro Jahr neu auflegt, dafür aber Ersatzteile lange nachhält, ist das auch ein toller Kaufgrund für Umweltbewusste.

Metz Taris 43 im Test: Screenshots Smartphone-App Metz Remote
Die Smartphone-App namens Metz Remote gibt eine tolle Übersicht über das TV-Programm. Hier lassen sich detaillierte Inhalte ansehen, Timer setzen, Senderlisten editieren und TV-Mitschnitte anschauen.
© video

Bewährte Technik: Komfort und Bonusfunktionen bei Metz

Kürzlich legte eine Studie offen, dass sagenhafte 50 % der TV-Inhalte bereits über Streaming geschaut werden. Das bedeutet auch, dass die anderen 50 % immer noch klassisch transportiert werden. Und hier bietet kein asiatischer Hersteller so viel Komfort und Bonusfunktionen wie Metz.

  • Der Vierwegetuner wird durch zwei CI-Schächte unterstützt, und solange der Sender keine Verbotskennzeichen mitschickt (was bei privatem HD leider der Fall ist) können sogar mehrere Programme gleichzeitig auf die interne Festplatte aufgenommen, auf eine externe überspielt oder im Netzwerk verteilt werden.
  • Der Programmführer wird nicht nur auf dem TV übersichtlich angezeigt, sondern auch auf der Smartphone-App „Metz-Remote“. Hier können elegant die kommenden Aufnahmen geplant und übermittelt werden, ohne dem Partner den laufenden TV-Genuss zu verderben – sogar aus dem externen Internet und wenn der Fernseher aus ist und mit Volltextsuche.

Vergleichbar komfortable Apps für den „Second Screen“ gab es auch beispielsweise von Philips und Sony, doch deren Projekte wurden für die Android-Welt eingestellt. Fortschritt bedeutet in diesem Falle einen klaren Rückschritt, und die konservative Haltung von Metz Classic bringt Vorteile. An richtig guten Dingen sollte man möglichst lange festhalten.

Metz Taris 43 im Test: Screenshot Menü
Bildeinstellungen sind beim Metzmenü an mehreren Orten zu finden. Teils beziehen sie sich auf den Bildmodus, teils auf das angewählte Programm. So individuell macht es sonst kaum ein Hersteller.
© video

Der Pferdefuß der ganzen Geschichte vom schlanken, schnell reagierenden, selbst programmierten Betriebssystem ist der gesamte Komplex Smart-TV. Bei fast allem, um das die fünf großen TV-Marken app- und streamingtechnisch wetteifern, bleibt Metz außen vor.

Mit HbbTV sind die Mediatheken an Bord, doch das Smart-TV-Portal Foxxum liefert nur magerste VoD-Kost. Wer sich für Netflix, Prime, Disney, Apple, Joyn oder andere Dienste interessiert, sollte sich einen Streamingstick besorgen und ist für gut 50 Euro dann voll am Puls der Zeit – inklusive Sprachsteuerung.

Der neue Metz Taris 43 ist nicht nur „groß unter den Kleinen“, weil sein Hersteller kein Riese ist, sondern hauptsächlich, weil es kaum TV-Geräte gibt, die sich für nur 43 Zoll Bilddiagonale (108 cm) die Mühe machen, Technologien wie „Local Dimming“ zu integrieren.

Der Topas 48 von Metz im Test.

Ein Edelstein der OLED-Technik

Metz Topas 48 im Test

88,0%

Die Topas-Serie ist das Topprodukt von TV-Hersteller Metz. Den Hochkaräter gibt es jetzt auch in kompakten 48 Zoll. Wir haben den Topas 48 getestet.

Top-TVs müssen riesig sein, und wer nur einen Meter Platz in der Wohnzimmerwand erübrigen kann, hat halt Pech gehabt, wenn es um beste Kontraste geht. Früher war diese Situation noch auswegloser, doch seit Gamingfreunde Interesse an reaktionsschnellen Desktop-TVs zeigen, entspannt sich das Angebot etwas.

Ist der Metz Taris 43 für's Gaming geeignet?

Apropos Gaming: Aufgrund des Verzichts auf die allerneuesten HDMI-Chips beschränkt sich der Taris auf 60 Hz bei UHD, ist also für die neuen Konsolen suboptimal. 120 Hz klappt immerhin in Full-HD und auch der Zeitversatz von nur 15 Millisekunden überzeugt. Der Metz-Kunde ist aber halt in der Regel kein Hightech-Zocker, und so zeigt der Taris seine Stärken beim Fernsehen.

Metz Taris 43 im Test: Detail kleiner OLED Display
Ganz etwas Besonderes: Metz zeigt in einem kleinen OLED-Display unterhalb des Bildschirms beispielsweise Senderinformationen an.
© Metz

Ersteinrichtung des TVs

Bei unseren Praxis- und Labortests nimmt die Einrichtung des Fernsehers immer mehr Zeit in Anspruch, und dabei kann vieles schieflaufen. Um alles bewerten zu können, müssen wir gar viele TVs zweimal installieren, um zu sehen, ob die optionale Unterstützung durch ein Smartphone Vorteile bringt.

Dann noch Dutzende Nutzungsbedingungen akzeptieren, mehrere App-Accounts anlegen und alles in die Umgebung unserer drei Smartspeaker integrieren. Und schon ist meist wieder eine halbe Stunde rum, bis das erste Programm zu sehen ist.

Da ging es wirklich herzerfrischend simpel und schnell, den Taris aufzustellen und einzurichten. War das verhältnismäßig schwere Gerät mit seinem hochwertigen Metallrahmen erst einmal auf dem stabilen Standfuß montiert, meisterte es die Anpassung an unsere Antennensysteme und die darauf folgende Sendersuche inklusive ordentlicher Vorsortierung bestens. Eine Besonderheit ist das OLED-Matrixdisplay, das unterhalb des Bildschirms Sendernamen oder andere Hinweise anzeigt.

[Testsiegel] video Magazin Testurteil sehr gut
video Magazin Testurteil: sehr gut
© video Magazin / WEKA Media Publishing GmbH

Bildmodi des Taris 43

Sofort nach der Installation war der Bildeindruck im Ökomodus überzeugend ausgewogen, wenn auch im abgedunkelten Labor etwas düster. Das Ganze wirkt nur leicht unterkühlt, aber niemals übersättigt.

Nach Umschalten in den Kinomodus ist die Bildwiedergabe total normgerecht (Delta E2000 < 2), Farben und Helligkeitskomposition wirken absolut natürlich. Spielt man an Lichtsensoreinstellung und Backlighthelligkeit herum, holt man gute 500 Nits aus dem Taris.

Das Highlight der IPS-LCD-Paneltechnik ist, dass Farben bei seitlichem Blickwinkel sogar weniger ausbleichen als die von OLED-TVs. Insgesamt nimmt die Leuchtdichte natürlich ab. Um den mäßigen nativen Kontrast des Panels aufzuhübschen, setzt Metz direktes lokales Dimmen ein (FALD).

Wir konnten nur unter Anstrengung 12 mal 8 Zonen ausmachen, so dezent wurde die Optimierung programmiert. Sie ist dann auch nur recht verhalten wirksam, arbeitet aber völlig ohne negative Effekte (Halos). Der Kontrastbereich von HDTV wird damit exzellent ausgenutzt.

Metz Taris 43 im Test: Messlabor HDTV
Farbmessung HDTV (BT-709, 8 Bit, SDR): Auch ohne Zugriff für den Endkunden auf das Farbmanagement ist alles in Butter. Mit Normtoleranzen von unter zwei über die gesamte Grautreppe und alle Mischtöne wird HDTV farbecht wiedergegeben.
© video

Wir nutzen im Labor die Farbmesssoftware Calman Ultimate von Portrait Displays, siehe www.portrait.com

Für Filme gibt es entweder eine waschechte 24p-Kinokadenz oder eine Bewegungsglättung, die sich kaum Fehler leistet. Nicht ganz so überzeugend ist der Helligkeitsgewinn, wenn man HDR zuspielt. Das Bild wird nicht brillanter, aber der Farbraum bei exzellenter Abstimmung auf 94 % DCI erweitert. Bei einer Maximalhelligkeit von unter 500 Nits hätte dem Gerät DolbyVision gut zu Gesicht gestanden, es beschränkt sich aber immerhin auf HDR10+ und einen Booster von Technicolor.

Richtig angenehm wirkt auch die Klangwiedergabe des Taris. Die sechs integrierten Chassis arbeiten in Richtung Zuhörer und liefern highfidele Stimmlagen sowie filigrane Hochtonanteile. Ein Woofer zur Bassunterstützung fehlt, aber Klarheit, Verständlichkeit und die Natürlichkeit von Instrumenten ohne Kompressionseffekte überzeugen voll. Das vermeidet Hörstress.

Fazit

Der kleine Metz liefert klassische Attribute jetzt mit verbessertem Kontrast durch lokales Dimmen. Wie erwartet sind dabei auch Verarbeitung und Klang top.

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