55-Zoll-LCD-Fernseher

Metz Clarea 55 Media im Test

15.9.2014 von Roland Seibt

Metz hat sein TV-Sortiment für 2014 neu aufgestellt und bietet seine aktuellen Fernseher deutlich günstiger an als bisher. Wirkt sich der niedrigere Preis auch auf die Qualität aus? Wir haben den 55-Zoll-TV Metz Clarea 55 Media getestet.

ca. 3:40 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Clarea 55 Media, Metz
Clarea 55 Media, Metz
© Metz

Pro

  • gute Verarbeitung
  • natürliches Bild
  • einfache Bedienung

Contra

  • kein Komponenten-Eingang
  • wenige VoD-Provider

Der neue Metz Clarea 55 Media entstammt der mittleren von drei Serien, die gerade neu eingeführt werden:

  • Pureo gilt als Einstieg in die neue Metz-Welt,
  • Clarea fügt 3D und eine verbesserte Bild- und Tonverarbeitung hinzu
  • und Solea setzt dem Ganzen qualitativ noch eins drauf.
Der Verzicht auf ein entscheidendes Kriterium für Metz-Komfort, den Doppel-Tuner, legt allerdings den Schluss nahe, dass beim Basis-Chassis mehr Standardkomponenten Verwendung finden als bei den hochpreisigen Top-Produkten des Herstellers. Der jetzt verwendete Vier-Wege-Tuner erlaubt immerhin drei Signalzüge. So kann eine Sendung mit Timeshift (Zeitverzögerung) angeschaut werden, während ein anderes Programm desselben Transponders aufgezeichnet wird.

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Hier holt Metz alles aus der Hardware heraus, was die Performance zulässt. Die Basis ist freilich eine am USB-Port angeschlossene externe Festplatte. Ein 500-GByte-Exemplar lässt sich zwar auch für 150 Euro vom Händler intern nachrüsten, jedoch empfehlen wir hier den Sprung in die Solea-Reihe, bei der es für 2.000 Euro eine eingebaute Festplatte, aber auch eine bessere Bildelektronik gibt.

Metz, Clarea 55 Media
Der ovale Fuß ist aus Metall gefertigt, der gebürstete Frontrahmen wirkt edel. Insgesamt ein wertiger Auftritt. 3D wird über Polarisation realisiert. Der vertikale Blickwinkel ist dabei eingeschränkt.
© Metz

Allzu sehr hat sich Metz den asiatischen Mitbewerbern jedoch nicht angepasst, um Ausgaben einzusparen. Schon beim Auspacken fallen der schwere Metallfuß und die saubere Verarbeitung des Rahmens auf.

Metz, Clarea 55 Media
Das Smart-TV-Portal Foxxum bietet viel Musik und Öffentlich-Rechtliches. Amazon, WATCHEVER, maxdome und Videoload fehlen.
© Metz

So punktet Metz

Die Haptik des Metz Clarea 55 Media kann durchaus mit der teurerer TV-Linien von LG, Samsung und Panasonic konkurrieren. Vor allem LG sollte als Vergleich herangezogen werden, verwendet Metz doch ein IPS-Panel aus diesem Hause, das die elegant dünne Rahmenform mit der vollflächigen Scheibe fast schon vorgibt - und das, wie Kenner wissen, den bestmöglichen Blickwinkel und saubere Farben anbietet.

Metz, Clarea 55 Media
Die Reihe an Eingängen ist minimal, aber praktikabel. Auf einen Komponenteneingang und mehr als zwei USB-Buchsen kann man meist verzichten. Scart (EURO-AV) hingegen wird auch nach einer video-Leserumfrage immer noch gern genutzt.
© Metz

Beim Einschalten ist, wie heute üblich, Warten angesagt. Ganze 37 Sekunden dauert es, bis ein Bild kommt. Doch zuallererst muss der Metz Clarea 55 Media eingerichtet werden. Hier zeigt sich schnell, dass die Menüs extrem zügig auf die Befehle der Fernbedienung reagieren. So macht die Bedienung eines TV-Gerätes Spaß. Zudem hat Metz die Logik der Bildschirmmenüs neu strukturiert und die Fernbedienung etwas abgespeckt.

Man findet sich schnell zurecht, denn alle Funktionen tauchen dort auf, wo man sie erwartet. So dient zur Auswahl der Tonspur nicht etwa eine Options- oder Tooltaste, sondern die gelbe Taste Ton, die ein Notensymbol trägt. Dort finden sich auch Klangeinstellungen und das Setup der Tonparameter.

Für Grundsätzliches gibt es das flächendeckende Hauptmenü, von dem aus alle Quellen, Funktionen und Einstellungen erreichbar sind. Als Bedienjoker zieht Metz die personalisierte Funktionstaste, über die sich zehn Punkte mit nur zwei Tastendrücken aufrufen lassen. Die Staffelung der Einstellungs- und Bedienoptionen in einfach, "Komfort" und "Experte" wird Händler und vor allem unbedarfte Nutzer freuen. Letztere werden deutlich seltener durch zu komplexe Optionen verwirrt.

Metz, Clarea 55 Media
Ein schlanker Rahmen ist für Metz wichtiger als ein ultradünnes Display. Etwas Zusatzvolumen verbessert Bild und Ton.
© Metz

Recording-Funktionen

Große Vorteile gegenüber der asiatischen Konkurrenz zeigt der Metz Clarea 55 Media bei der Einrichtung und Verwaltung der TV- und Radiosenderlisten. Wenn bald per Update die Anzahl der Favoritenlisten erhöht, die Fernprogrammierung ermöglicht und ein PVR-Server eingebaut werden, kommen noch ein paar Punkte hinzu. Herausragend sind die Recording-Funktionen, die eine besonders gute Verwaltung der Aufnahmen erlauben bis hin zum Kopieren (ungeschützter) Sendungen auf ein zweites USB-Medium für die Weiterverarbeitung am Computer.

Metz, Clarea 55 Media
Die Verwaltung der Aufnahmen funktioniert auf Referenzniveau. Umbenennen, Ordner erstellen und sogar Archivieren sind möglich.
© Metz

Für Aufnahmen lassen sich nicht nur Vor- und Nachlaufzeit vorwählen, sondern eine zeitvariable EPG-Suche setzt Timer für Serienaufnahmen, deren Anfangszeit sich ändert (bis zu +/-12 Stunden). Auch Aufnahmen geschützter Inhalte funktionieren, doch natürlich strikt im Rahmen dessen, was der Sender gerade erlaubt, und ohne parallele Prozesse.

Während der Metz Clarea 55 Media bei der Medienwiedergabe über USB und DLNA-Netzwerk keinen Vergleich scheuen muss, verbleiben Dinge wie Screen-Mirroring (Miracast), MLP-Eingang, Sat>IP-Funktionen, Sprach- oder Gestensteuerung und erweiterte Smart-TV-Optionen auf der To-do-Liste. HbbTV ist selbstverständlich integriert, doch das Smart-TV-Portal bietet die wichtigen Video-on-Demand-Dienste kaum an. Der klassische Metz-Kunde wird darauf gern verzichten, neue Zielgruppen werden das Tablet zum Streamen über HDMI anschließen müssen.

Metz, Clarea 55 Media
Die Zwei-Wege Stereoboxen (links) strahlen harmonisch nach unten ab.
© Metz

Bild- und Tonqualität

Auch klanglich setzt sich Metz positiv von den Mitbewerbern ab. Im Gegensatz zur teureren Solea-Reihe wird im Clarea Downfiring eingesetzt, jedoch mit akustisch entkoppelten Zwei-Wege-Boxen, deren Hochtöner eine Gewebekalotte und deren Mitteltöner Volumen besitzt. So ist der Klang überdurchschnittlich gut, wirkt sehr klar und spritzig. Allein der Bass fehlt.

Wie oben erwähnt, setzt Metz beim Clarea 55 Media ein IPS-Panel ein und zieht Vorteile aus dessen gutem Blickwinkel ohne Farbverfälschungen. Es ist jedoch nur von unten durch LEDs hinterleuchtet, woraus die oben im Diagramm gezeigte schwache Ausleuchtung resultiert.

Insgesamt überzeugt der Metz Clarea bei hochwertigen Quellen. Eine hohe Natürlichkeit, guter Kontrastumfang und ausgewogene Detailschärfe sind angenehm anzuschauen. Nur seine Bewegungsglättung ist zu kritisieren. Wer den harten Kinolook einer Blu-ray mag, wird das aber nicht bemerken, da er mit echten 24p schauen kann. HDTV in 720p oder 1080i wird ebenfalls gut umgesetzt, die Bereinigung von Senderfehlern (wie Rauschen, Blöcke, Unschärfen und Stufen) ist jedoch verbesserungsfähig. Hier hoffen wir auf die Solea-Reihe, die wir vielleicht bald testen können.

Fazit

Metz hat abgespeckt und wird dadurch konkurrenzfähig. Die neuen Geräte bieten viele Spezialitäten, eine ordentliche Qualität und on top die Zuverlässigkeit des Fachhandels.

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