3D-Adventure

Life is Strange 2 im Test: Ein Tritt in die Magengrube

11.10.2018 von The-Khoa Nguyen

Das Abenteuerspiel Life is Strange 2 zeigt im Test, dass Videogames auch politisch sein können. Ein Wagnis, das aufgeht.

ca. 1:50 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Life is Strange 2: Test
Life is Strange 2: Test
© Square Enix

Pro

  • Enorm dichte Atmosphäre
  • Packende Geschichte
  • Tolle Dialoge
  • Effektvolle Grafik
  • Toller Sound

Contra

  • Etwas detailarme Optik

Fazit

Kein Spiel ist politischer: Life is Strange 2 legt den Finger in die Wunde.


Hervorragend

Viele Spiele wollen politisch sein. Die meisten schaffen es nur in Ansätzen. Beispiel Rassismus: In Dragon Age: Origins sind es Elfen, in Detroit: Become Human sind es Androiden, die diskriminiert werden. In Life is Strange 2 trifft es hingegen Menschen. Die Hauptcharaktere.

Life is Strange 2 im Test: Ein Statement

Wir spielen die zwei Brüder Sean und Daniel Ortiz, Kinder von eingewanderten Mexikanern. Sie leben in Seattle, müssen ihre Heimat aber verlassen – wir spoilern hier natürlich nicht. Jedenfalls müssen wir als Sean auf den kleinen Daniel aufpassen und ihm ein Vorbild sein. Dass das schwierig werden könnte, das erahnen wir bereits in den ersten Spielminuten der ersten Episode. Wir werden Zeuge von Polizeigewalt, müssen uns von wildfremden Menschen vorwerfen lassen, keine echten Amerikaner zu sein und werden verprügelt als wir darauf beharren, in den USA geboren zu sein.

Life is Strange 2: Test
© Square Enix

All das spielt vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Amerikas vor der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Zwar wird der Name Trumps nie genannt, doch das Gefühl der Verbindung zum realen Amerika verschwindet nicht.

Life is Strange 2 im Test: Es wird besser

Schön, dass es bei all dieser Verzweiflung für unsere Charaktere auch Lichtblicke gibt. So wie den netten Brody, den wir während des Spiels kennenlernen und der Sean und Daniel hilft. Zusätzlich lässt uns Life is Strange 2 durch wunderschöne Wälder flanieren, wir kämpfen ums Überleben, wir führen ausführliche Gespräche, treffen Entscheidungen, die sich auf die Handlung auswirken und lernen viele Charaktere – egal ob gut oder böse – kennen.

Life is Strange 2: Test
© Square Enix

Doch gerade die kleinen Erlebnisse sind es, die Life is Strange 2 ausmachen. In einer Situation müssen wir uns beispielsweise entscheiden, ob wir für Daniel etwas klauen oder nicht. Wir entscheiden uns dagegen, werden aber dennoch des Diebstahls bezichtigt. Das hat nicht etwa damit zu tun, dass das Spiel unsere Entscheidungen ignoriert, sondern vielmehr damit, dass solch eine Situation sich tatsächlich so zutragen könnte. Denn wir sind schließlich mexikanischer Abstammung. Und da kann man in den USA schon einmal schnell verdächtigt werden – gerade in der heutigen Zeit.

Life is Strange 2 im Test: Fazit

Die erste Episode von Life is Strange 2 legt die Messlatte für die kommenden Folgen sehr hoch. Die enorm dichte Atmosphäre und die zahlreichen politischen Anspielungen sind grandios in Szene gesetzt. Und gerade weil wir mal keinen Superhelden, keinen fiktiven Alleskönner spielen, sondern zwei nahezu hilflose junge Männer, wirkt das Spiel schnell und nachhaltig faszinierend. Daumen drücken, dass die nächsten Episoden genau solch eine Qualität liefern.

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