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OLED-TV

LG OLED65C9: Bildverarbeitung & KI

© Josef Bleier / Montage: video

(links) Zeichen der Zeit: Bei der neuen Magic Remote wurden die Videotext-Tasten durch Streamingoptionen ersetzt. (rechts) Der massive Ständer des dünnen Displays dient nur als Gewichtsausgleich. Ein Kabelschacht sortiert die Leitungen, die nach hinten wegführen.

Bildverarbeitung

Dabei spielt nämlich auch die Bildverarbeitung eine große Rolle. Die besteht zum einen daraus, Referenzquellen so aufzubereiten, dass sie im Pixelraster die richtige Farbinformation liefern. Andererseits ist es sehr wichtig, aus den vielen fehlerbehafteten Inhalten ein möglichst sauberes, klares Bild zu zaubern. 

Die messerscharfe, kontrastreiche OLED-Darstellung zeigt sonst alle Makel der Eingangsignale gnadenlos auf. Hier hatte sich LG viele Jahre auf seinen Lorbeeren ausgeruht und wurde erst durch die Konkurrenz von Panasonic, Sony und Philips aus dem Tiefschlaf gerissen. 

Eine mathematisch saubere Abbildung der UHD-HDMI Signale inklusive optimaler Möglichkeiten zur Kalibration gibt es schon länger und auch beim Thema HDR inklusive der hochsensiblen Anpassung des Tone Mappings war LG ganz vorn mit dabei. 

Selbst bei dem Standard, der alle Eventualitäten hochdynamischer Filme bestens durchdacht hatte – Dolby-Vision – war LG absoluter Vorreiter und rüstet alle OLEDs seit Jahren damit aus. 

Erst 2018 kam allerdings der Durchbruch, was die Bildverbesserer für geringe SD-Auflösungen, Internetfilmchen und schlechte TV-Sender betrifft. Der „Alpha-9“ getaufte Chip konnte streifenfreier hochrechnen, Bewegungen besser glätten und gezielter Rauschen, Blockfehler und Moskito-Artefakte entfernen als jeder LG-Prozessor zuvor.

© Screenshot & Montage: video

Jedes smarte TV-Gerät kann mit Handys zusammenarbeiten. Dort laufen Apps, die den TV-Apparat finden und ansteuern können. Das Ganze fing mit der Menü- und Programmsteuerung per App an, wie sie im rechten Bild mit der App „LG TV Plus“ gezeigt wird. Hier werden auch Filme, Musik oder Fotos des Handhelds zum TV geschickt und dort angezeigt oder Smart-TV-Apps gestartet. Bei LG ist das weniger interessant als bei anderen Herstellern, da hier ja im TV bereits eine innovative Maussteuerung aktiv ist. Die neue App „LG Smart ThinQ“ (Bild links) erweitert den Systemgedanken und bindet den TV in die Welt des Internets der Dinge ein.

Das Superhirn - Künstliche Intelligenz

Und weil das gerade ein so schönes Buzzword ist, weist LG immer wieder gern darauf hin, dass er seine Fähigkeiten durch künstliche Intelligenz erworben hatte und sie durch Updates verbessern kann. 

Während so ein Chip für Puristen wie uns am besten UHD-BD-Material nicht viel manipulieren darf, sind die Vorteile bei durchschnittlicher TV-Kost schon lobenswert, und bei schlechten Quellen anerkannt essenziell. 

Mit diesem Alpha-9-Chip hatte LG 2018 qualitativ viel Boden gut gemacht, 2019 wurde er jetzt in der zweiten Generation überarbeitet und noch leistungsfähiger gestaltet. Zu den Errungenschaften der neuen Technik gehört sicherlich eine Norm, die auf den ersten Blick nur für 8K-Inhalte sinnvoll scheint: 

HDMI 2.1. Wer den Standard kennt weiß jedoch, dass er nicht nur allerhöchst auflösende Zukunftsfilme übertragen kann, sondern auch die Bandbreite bei 4K erhöht. 

Die volle 4:4:4-Farbauflösung ist nun mit 12 Bit bei 120 Hertz möglich, und das sogar ohne die verlustbehaftete DSC-Kompression, mit nun sage und schreibe 48Gbit/s. 

Theoretisch ist der neue LG-TV dazu in der Lage und wird auch mit „4K High Frame Rate“ beworben, doch mangels eines Zuspielers, der HDMI 2.1 nutzen könnte, ist das nicht im Labor zu verifizieren. 

Jedenfalls ist dieser OLED der erste TV, der sich das auf die Fahnen schreibt, inklusive den für Gamer wichtigen Features VRR (Variable Refresh Rate) und ALLM (Auto Low latency Mode).

Insgesamt ist die HDMI-2.1-Umsetzung schon einen Innovationsstempel wert. Unser dagegen eher altbacken anmutendes Messgerät konnte dem 65C9 im Spielemodus eine Latenzzeit von exzellenten 14 Millisekunden attestieren.

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