OLED-TV mit Evo-Panel

LG OLED65G19LA im Test: Paradies für Gamer

3.9.2021 von Roland Seibt

Der LG OLED65G19LA ist der einzige TV, der das neue und verbesserte evo-Panel nutzen darf. Ob sich der G1 lohnt, lesen Sie im Test.

ca. 5:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
LG OLED65G19LA im Test
Der neue G1 von LG setzt sich nicht nur durch sein ultraflaches Bilderrahmen-Design von allen anderen OLED-Geräten ab.
© LG

Pro

  • Bilderrahmen-Design
  • verbessertes OLED-Panel
  • Dolby Vision-IQ & Atmos
  • intelligente Bild- und Tonanpassung
  • professionelle Autokalibration
  • viele Gaming-Funktionen
  • mehrere Sprachassistenten
  • viel Smart-TV, Multimedia und IoT

Contra

  • kein HDR10+

Fazit

video-Testurteil: sehr gut - HIGHLIGHT / REFERENZ


92,0%

LG OLED65G19LA im Test: Dieses Jahr stellt LG sein Produktportfolio deutlich klarer, aber auch breiter auf als früher. Einstiegsgeräte werden günstiger, und die Topmodelle unterscheiden sich technisch stärker. Früher gab es mit der „C-Serie“ den Verkaufsschlager, der aber schon außer 8K-Auflösung die beste Bildqualität aufweisen konnte. „E“, „G“ und der Wallpaper-TV „W“ waren eher Designstudien mit teils verbessertem Sound.

Die C1-Serie bleibt als geniales Mittelklassegerät bestehen und wird in 48 bis hinauf zu 83 Zoll Bilddiagonale angeboten. Der hier getestete G1 bleibt das „Gallery“-Design-Meisterwerk, bekommt aber exklusiv das evo-Panel, das eine stärkere Leuchtkraft und sattere Farben verspricht. Über ihm steht nur noch der Z1 mit seiner 8K-Auflösung. Unterhalb der C-Serie wird im „B“ ein nicht ganz so potenter Bildprozessor eingesetzt, neu kommt die A-Serie hinzu, die auf 60 Hz Bildfrequenz gedrosselt wurde.

Allen Modellen wird die wohl am stärksten spürbare Innovation zuteil, die komplette Überarbeitung der Bedienoberfläche des Betriebssystems: webOS 6.0. Die geht einher mit einer neuen Fernbedienung, die handlicher und präziser geworden ist und deren Tastenlayout sich stärker auf modernste Talente konzentriert.

Auch in puncto Bedienung gibt es zwei Details, die den günstigeren Modellserien vorenthalten bleiben: Die Fernbedienung des G1 besitzt eine NFC-Funktion, mit der eine Bildschirmspiegelung von Smartphones einfacher angestoßen werden kann, und die Aktivierung der drei Sprachassistenten kann optional freihändig erfolgen.

LG OLED65G19LA im Test
Wer will, nutzt diese Standfüße. Rechts: die neue Magic Remote.
© video

Wunderschön intelligent

Wer auf unserem YouTube-Kanal das Unboxing des LG OLED65G19LA geschaut hat, konnte sich bereits davon überzeugen, wie außerordentlich schlank das Gerät ist. Wo andere Hersteller die schmalste Stelle des Korpus als Maß ansetzen, kann LG damit glänzen, dass der G1 an seiner dicksten Stelle keine zwei Zentimeter auf den Hüften hat.

Dabei ist die gesamte Elektronik inklusive aller Anschlüsse und Netzteil im Gerät enthalten. Im oberen Bereich findet sich eine Vertiefung für die mitgelieferte „Slim Bracket“ – eine Halterung, mit der der TV absolut plan an der Wand anliegt. Damit dürfte der G1 insgesamt flacher ausfallen als so manche klassische Bilderrahmen. Spitze.

Alternativ finden wir an der Rückseite Vesa-Gewinde sowie Löcher für die als Zubehör erhältlichen Standfüße. Sehr schick wird auch der „Gallery Stand“ werden, ein hochwertiger Boden-Standfuß. Um die Anschlüsse, darunter viermal HDMI 2.1, vom Gerät wegzuführen, sind an der Rückseite Kabelsenken vorgesehen, die bei Tischoder Bodenaufstellung hinter Blenden verschwinden. Nur dürfen die Leitungen keine dicken Ferritspulen aufweisen, denn die tragen mehr auf als der gesamte TV-Körper des G1.

Sobald alles aufgebaut und verkabelt ist, geht es an die Installation, und sofort fällt die Evolution der Betriebssoftware auf. Vorbei ist es mit der asiatischen Verspieltheit der letzten Jahre, in denen uns ein Comic-Bohnenvögelchen empfing und durch die Installation leitete. LGs neue Menüs sind jetzt deutlich dezenter und eleganter.

LG OLED65G19LA im Test
Die Einrichtung erfolgt auf Wunsch per Smartphone. Die SmartHome-App „ThinQ“ läuft auf fast allen Android-Handys, und mit ihr klappen Setup wie spätere Steuerung wunderbar.
© video

Ganz zu Anfang des Setups wird man gefragt, ob man sich nicht vielleicht von einem Smartphone helfen lassen möchte, auf dem die LG App „ThinQ“ installiert ist. So eins haben wir natürlich im Labor, und tatsächlich ist die Verbindung schnell erstellt, die Nutzungsbedingungen überflogen und erste Zugänge und Passwörter automatisch synchronisiert.

Dabei ist das einzig Komplizierte, dass LG mit wirklich allem und jedem zusammenarbeiten möchte. Als aktive Sprachassistenten sind neben LGs hauseigenem ThinQ auch der Google Assistant (nach Update) und Amazons Alexa an Bord – sogar mit eigenen Tasten auf der Fernbedienung. Und zusätzlich sollen auch Befehle abgearbeitet werden, die von Apples HomeKit kommen. Da muss man sich echt entscheiden, welches System man für welche Auskunft oder Aktion am besten ansprechen soll – ein echtes Luxusproblem.

Positiv überrascht wurden wir von LGs neuem „Magic Explorer“. Sobald sich der Mauszeiger der bewegungsaktiven Fernbedienung bunt färbt, gibt es zusätzliche Informationen zu irgendetwas, das gerade läuft oder aktiviert ist, die dann als Blasen auf dem Bildschirm dargestellt werden.

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Im Hintergrund sucht der Assistent also ständig nach ergänzendem interessanten Informationsmaterial. Insgesamt wurden die unterschiedlichen Elemente der Bildschirmoberfläche, also Einstellungsmenüs, App-Portale, Programmführer usw. im Look harmonisiert, aufgeräumt und kompakter gestaltet. Dabei muss sich der LG-Kenner etwas neu orientieren, wenn beispielsweise intelligente Bildfunktionen der Lichtsensorik nun bei „AI“ oder „Energieoptionen“ zu finden sind, statt unter „Bild“. Das ist aber nur eine Frage der Gewöhnung an die überarbeitete Philosophie.

LG wird immer schlauer

Auch wenn die letztjährigen Serien bereits eine preisgekrönte Bildqualität auf absolutem Studioniveau liefern konnten, war da natürlich noch nicht Schluss. Der neue Topprozessor „Alpha9 Gen 4 AI 4K“ besitzt eine verbesserte Objekterkennung und versteht sich nun auf genrespezifische Optimierungen. Für Filmfreunde, die originalgetreue Qualität bevorzugen, ist natürlich der Filmmaker-Mode gedacht, der unseren Messungen nach ab Werk vorzüglich funktioniert. Die „AI-Helligkeitsregelung“ verbesserte die Durchzeichnung dunkler Filmobjekte im hellen Wohnzimmer jedoch nur im HDR-Modus – und als „IQ“ in Kombination mit Dolby Vision.

Bei normalem HDTV (Bluray) wird abends einfach nur Strom gespart. Bei hochwertigen Bildquellen im optimierten Raum standen LGs OLED-TVs lange schon weit über jeglicher Kritik und verweilen dort nun logischerweise auch. Hier gibt es nichts Fatales zu diskutieren. Was den tatsächlichen Mehrwert des Differenzierungsarguments „evo-Panel“ betrifft, sind Aussagen jedoch schwer zu treffen. Wir erkennen tatsächlich wie versprochen schmalbandigere, also reinere Grundfarben im Spektrogramm, doch messen wir insgesamt keinen größeren HDR-Farbraum.

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Die Lichtstärke ist tatsächlich fast 20% höher als bei anderen Panels, doch kann diese vom Hersteller sozusagen frei gewählt werden. Je heller ein OLED-Panel leuchtet, desto schneller wird es altern. Die Kunst der Hersteller liegt darin, lokale Überhitzungen zu vermeiden, und genügend Reserven vorzuhalten, damit über viele Jahre hinaus keine Reklamationen auftreten. Ob die vermeintlich hochwertigeren Basismaterialien der LG evo-Panels tatsächlich effizienter und langlebiger sind, sich also gefahrlos heller einstellen lassen, wird man erst in Jahren nachmessen können.

Vor ein paar Generationen hatten wir bereits dynamische HDR-Modi einiger Hersteller um die 1000 Nits gemessen, später wurde die Leistung wieder reduziert, vielleicht weil doch Probleme auftraten. Sony will gerüchteweise jetzt, gemäßigt durch ein Kühlblech, in Spitzen kurzzeitig 1300 Nits erreichen. Da erscheinen die durch das evo-Panel des G1 erzielten 800 cd/m² eher konservativ. Vielleicht sind sie genau das ja auch, LG geht ganz auf Nummer sicher und liefert ein Gerät, mit dem man bedenkenlos bingewatchen und tagelang zocken kann.

Ein Paradies für Gamer

LG OLED65G19LA im Test
Nach Filmfans scheinen nun Gamer die kaufkräftige Zielgruppe zu sein, um die sich TV-Macher reißen. Das gelingt perfekt durch variable Bildraten, minimale Latenzen und genrespezifische Bildparameter.
© video

Auf die Gamer hat es LG übrigens ganz konkret als Zielgruppe abgesehen. Als man letztes Jahr als erster selbst entwickelte HDMI-Chips nutzte, die Fähigkeiten der Version 2.1 unterstützten, konnte man variable Bildraten und 4K@120Hz anbieten, dazu ultrakurze Latenzzeiten – automatisch aktiviert durch ALLM, sobald eine Konsole am Start war. Sogar HGiG, ein Verfahren zur Perfektionierung der Durchzeichnung bei HDR-Spielen, wurde integriert. Jetzt toppt LG das Ganze noch durch den „Game Optimizer“. Neben allen Varianten zur variablen Bildrate (VRR, G-Sync, Freesync Premium) kann man auf Spielegenres abgestimmte Bildparameter wählen und die Präsenz von dunklen und hellen Inhalten abgleichen.

LG OLED65G19LA im Test
© video

Mit der Erfahrung des letzten Jahres sollte man anderen Herstellern dabei nun deutlich voraus sein. Bei all diesen modernen Anwendungen vergaß LG glücklicherweise nicht, den G1 auch zu einem richtig guten Fernseher zu machen. Neben einem natürlichen Bild und vielen ausgereiften Luxusoptionen bietet er auch einen für das Volumen des Korpus erstaunlich stressfreien AI-Klang.

Fazit

Der OLED65G1 ist ein absolutes TV-Highlight, das wirklich alles kann. Durch das elegante Gallery-Design reicht seine Zielgruppe vom künstlerisch angehauchten, minimalistischen Intellektuellen über authentische Filmprofis bis hin zu kaufkräftigen Gamern.

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