Digitale Fotografie - Test & Praxis
Spiegellose Systemkamera

Leica TL2 im Test: Bedienung, Bildqualität und Fazit

Inhalt
  1. Leica TL2 im Test
  2. Leica TL2 im Test: Bedienung, Bildqualität und Fazit

Bedienung und Performance 

Wer ein Smartphone bedienen kann, dürfte – fototechnisches Grundwissen vorausgesetzt – mit der TL2 keine Probleme haben. Das Hauptmenü zeigt neun Funktionsgruppen (Kacheln) auf einen Blick, thematisch übersichtlich gegliedert. Tippt man auf ein Icon, öffnet sich entweder ein Untermenü, oder man ändert die Einstellung direkt (durch mehrmaliges Tippen), wobei Punkte oberhalb der Icons die Orientierung erleichtern. 

Das Ganze ist höchst übersichtlich, der Funktionsumfang der Kamera erschließt sich in kurzer Zeit. Im Live-View sind alle wichtigen Informationen ober- und unterhalb des Sucherbilds zu sehen. Rechts davon finden sich drei Icons für Einstellungen: Über das Info-Feld verändert man die Informationsdichte der Monitoranzeige; dazu gehören unter anderem das Ein- und Ausblenden von Aufnahmedaten, Histogramm oder Gestaltungsraster. Das obere Icon ist den Belichtungsprogrammen gewidmet: Hier gelangt man in das entsprechende Auswahlmenü.

Am häufigsten wird man das mittlere Icon mit dem Kamerasymbol brauchen: Es führt zum MyCamera-Menü, wo bis zu neun Funktionsfelder auf einen Blick zu sehen sind; ab dem zehnten muss man scrollen. Das MyCamera-Menü kann der Anwender selbst erweitern, indem er aus dem Hauptmenü Kacheln auf das MyCamera-Symbol zieht. 

© Leica

Die Draufsicht zeigt, abgesehen vom Touchscreen, alle verfügbaren Bedienelemente: rechts vom Auslöser die Funktionstaste, darunter zwei Einstellräder. Die Öffnungen links und rechts vom Zubehörschuh gehören zum eingebauten Stereomikrofon.

Ebenfalls durch Ziehen mit dem Finger kann man die Reihenfolge der Kacheln verändern oder einzelne löschen, indem man sie in den Papierkorb zieht. Alles in allem ist das Touchscreen-Konzept sehr übersichtlich, wenngleich sich das Bedientempo damit nicht generell erhöht. Praktisch ist natürlich neben dem Touch-AF die Gestensteuerung, zum Beispiel das Blättern mit dem Finger im Bildbestand oder das Vergrößern von Aufnahmen bei der Wiedergabe durch Ziehen mit zwei Fingern. 

Die einzige verfügbare Funktionstaste rechts vom Auslöser kann mit nur drei verschiedenen Funktionen belegt werden: Video-Start, Bildwiedergabe oder manueller Wechsel zwischen Sucher- und Monitoranzeige. Von den beiden Einstellrädern in Daumenposition ist das rechte mit einer Funktion verknüpft, die mit dem Belichtungsprogramm variiert – es dient etwa dem Einstellen von Verschlusszeit oder Blende bei Blenden- oder Zeitautomatik. 

Im manuellen Modus stellt man über das rechte Rad die Verschlusszeit, über das linke die Blende ein. Davon abgesehen, kann zumindest das linke Rad mit einer von sechs Funktionen belegt werden: ISO, Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Schärfeeinstellung (AF-S, AF-C, M), Selbstauslöser (2/12 s) und Blitzmodus. Während des Testzeitraums wurde dem linken Einstellrad je nach Aufnahmesituation mal die Belichtungskorrektur, mal die ISO-Einstellung zugeordnet. Eines von beiden sollte man auch mit der Funktionstaste verknüpfen können – ein Vorschlag fürs nächste Software-Update. 

© Leica

Der elektronische Aufstecksucher Visoflex ist verstellbar und bietet integriertes GPS.

Bildqualität 

Mit 24-Megapixel-Sensor und dem vom SL-Modell bekannten Maestro-II-Bildprozessor erreicht die TL2 bei ISO 100/400 eine hohe Auflösung von 1800/1764 LP/BH, bleibt bei den Dead-Leaves-Werten – maximal 927/918 bei ISO 100 – aber hinter direkten Konkurrenten wie Fujifilm X-T2, Nikon D500 oder Sony A6500 zurück. Bereits bei ISO 400 geht die Bildqualität leicht zurück, bei ISO 800 und 1600 deutlich. Weniger als der Rückgang bei der Auflösung belegen das die Dead-Leaves-Werte, die bei ISO 1600 nur noch 450/317 LP/BH betragen. 

Das Rauschen bleibt bis ISO 1600 mit VN 1,3 gering – wohl die Kehrseite einer starken Rauschfilterung, die Texturen aus den Bildern bügelt. Die Dynamik ist mit rund zehn Blenden bis ISO 1600 hoch. Dringend empfehlen wir den Wechsel zum RAW-Modus (hier in der universellen DNG-Variante): Bei RAW-Verarbeitung in Lightroom erreicht man deutlich mehr Schärfe und Feinzeichnung, bessere Lichter-/Schattenzeichnung und gesättigtere Farben.

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Quelle: PC Magazin
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Fazit

Die Leica TL2 ist bestechend schön: klassischer Kamerabau à la Leica mit futuristischer Note. Gehäusematerial und Verarbeitung sind vom Feinsten. Bei der Bedienung setzt der Hersteller konsequent auf ein Touchscreen-Konzept, das jedem Smartphone-Besitzer in Fleisch und Blut übergegangen ist. Bei der praktischen Arbeit vermisst man dennoch manchen Direktzugriff auf wichtige Funktionen. 

Die fehlende Lupenfunktion im EVF bei der Bildwiedergabe enttäuscht, und die kamerainterne Bildverarbeitung sollte der Hersteller überarbeiten. Im RAW-Modus erzielt die Kamera eine deutlich bessere Bildqualität als mit JEPGs. Die TL-Systemobjektive sind zwar teuer, aber zumindest gut verarbeitet. Ein wenig Leica-affin sollte man allerdings schon sein, wenn man rund 3500 Euro für eine APS-C-Kamera mit Standardzoom ohne Bildstabilisator investiert.

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