Testbericht

Leica Digilux 3/Panasonic Lumix DMC-L1

10.3.2008 von Redaktion pcmagazin und Karl Stechl

Leica Digilux 3 und Panasonic Lumix DMC-L1 werden hier im Doppelpack behandelt. Denn beide verwenden einen CMOS im Four-Thirds-Format mit 7,5 Megapixel Auflösung und sind zudem weitgehend baugleich. Unterschiede gibt es zum einen im Design - ganz in Schwarz die Panasonic, schwarz-silbern die Leica -, zum anderen bei der Kamera-Software. Laut Leica wurde beispielsweise die kamerainterne Bildverarbeitung auf europäische Hauttöne optimiert. Zudem habe man die Grundschärfung der Bilder im Vergleich zur Lumix etwas zurück genommen.

ca. 2:15 Min
Testbericht
Leica Digilux 3 Vorderseite
Leica Digilux 3 Vorderseite
© Archiv

Eine SD-Karte (1 GB) befindet sich bei der Leica bereits im Lieferumfang. Einigkeit herrscht beim mitgelieferten Setobjektiv, einem Leica D Vario-Elmarit 2,8-3,5/14-50 mm, das aufgrund des Four-Thirds-Bildsensors einem KB-Objektiv mit 28 bis 100 mm Brennweite entspricht (Bildwinkelfaktor 2,0). Beide Kameras zeigen auf sympathische Weise Ecken und Kanten. Die Metallgehäuse wirken sehr robust und liegen gut in der Hand. Beim SLR-Sucher handelt es sich um einen sogenannten Porro-Spiegelsucher, bei dem der Lichtstrahl nicht durch ein Pentraprisma, sondern durch Planspiegel umgelenkt wird - zudem nicht in vertikaler, sondern in horizontaler Richtung. Der Rückschwingspiegel ist dafür nicht liegend, sondern auf einer Kante stehend angebracht und lenkt die Lichtstrahlen seitlich in Richtung des Sucherokulars.

Leica Digilux 3/Panasonic Lumix DMC-L1 Blitzgerät
Das eingebaute Blitzgerät der Digilux und Lumix lässt sich wahlweise fürs direkte oder indirekte Blitzen verwenden.
© Archiv

Der 2,5-Zoll-Monitor lässt sich auch als Sucher bei der Aufnahme verwenden (Live-View). Dafür werden der Spiegel aus dem Strahlengang geklappt und der Bildsensor zum Generieren des Monitorbilds verwendet. Zur AF-Messung wird ausschließlich das Phasendetektionsverfahren (3 AF-Sensoren) angewandt. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit ist mit einer knappen 1/2 s bei beiden Modellen zu lang, die Einschaltverzögerung bei der Leica doppelt so lang wie bei der Lumix (1,0 gegenüber 0,5 s). Die Bedienung orientiert sich an klassischen Konzepten. Der Blendenring am Leica-Objektiv findet seine Entsprechung im Verschlusszeitenrad oben am Kameragehäuse. Dem Zeitenrad zugeordnet sind zwei Schiebeschalter: der eine für Einzel- und Serienbild, Belichtungsreihe (Bracketing) und Selbstauslöser, der andere für die Wahl der Belichtungsmessmethode (Matrix, mittenbetont, Spot).

Leica Digilux 3/Panasonic Lumix DMC-L1 Verschlusszeitenrad
Wählt man "A" am Verschlusszeitenrad, aktiviert man das Belichtungsprogramm Zeitautomatik mit Blendenvorwahl.
© Archiv

Bildqualität

Die Four-Thirds-Modelle von Panasonic und Leica bringen eine Auflösung um 1000 LP/BH. Beim Rauschen ist die Digilux 3 geringfügig besser (VN 0,8/2,7 gegenüber 1,0/2,8 bei ISO 100/400), ebenso beim Objektkontrast (9,0/7,5 Blenden gegenüber 8,5/7,5 Blenden bei ISO 100/400). Auffallend gut funktioniert bei beiden der Weißabgleich. Im Gesamtergebnis für die Bildqualität liegen die Kameras praktisch gleichauf: 54/44,5 (Digilux) bzw. 54/45 Punkte (Lumix) bei ISO 100/400. Auffallend dabei: der Qualitätsabfall zwischen niedrigen und höheren Empfindlichkeiten.

$umbruch$

Test
© Archiv

$umbruch$ Beurteilung nach neuen Testkriterien

Leica Digilux 3

8 Megapixel-Kamera, Schwestermodell der Panasonic L1, kann damit in der Grenzauflösung nicht ganz mithalten. Die Bildqualität bei ISO100 ist noch recht gut, da hält sich das Bildrauschen in Grenzen. Schon bei ISO 400 sackt die Leica aber in der Leistung ab, liefert noch eine ordentliche Bildqualität. Bei ISO 800 wird sie schwächer und landet bei ISO 1600 auf einem der hinteren Plätze im Testfeld. Starkes Bildrauschen und niedriger Objektkontrast führen zu einem unterdurchschnittlichen Abschneiden - zumal sie auch relativ langsam auf den Auslöser reagiert.

Panasonic Lumix DMC-L1

8 Megapixel-Kamera, die schon in der Grenzauflösung im unteren Bereich bleibt. Hinzu kommt ein deutlicheres Bildrauschen als üblich schon bei ISO 100, das bei ISO 400 und höherer Empfindlichkeit zu stark ansteigt. Besonders schnell reagiert die Kamera auch nicht auf den Auslöser und so bleibt in der Kategorie der Kameras über 1000 Euro nur ein hinterer Platz.

Detaillierte Testergebnisse - Leica Digilux 3

Menü Live-View-Modus Leica Digilux 3/Panasonic Lumix DMC-L1
Der Live-View-Modus erlaubt unter anderem das Einblenden von Gitterlinien, praktisch etwa bei Architekturaufnahmen.
© Archiv
Menü Weißabgleich Leica Digilux 3/Panasonic Lumix DMC-L1
Der Auswahlbildschirm ermöglicht das schnelle Anpassen von Einstellungen, hier beispielsweise für den Weißabgleich.
© Archiv

Mehr lesen

Chronologische Liste und Netflix-Links

Marvel-Filme- und -Serien: Das ist die richtige Reihenfolge

Neuerscheinungen in der Übersicht

Netflix: Neue Filme und Serien

Vorschau auf Film- und Serien-Highlights

Amazon Prime Video: Neuheiten

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Leica M Test

Systemkamera

Leica M im Test: M wie Maestro

67,4%

Die Leica M kommt erstmals bei einer Leica-Messsucherkamera mit Live-View und Videofunktion. Rechtfertigt das den stolzen Preis?

Leica M RAW-Test

Messsucherkamera

Leica M im RAW-Test

Wir haben die Leica M zum RAW-Test gebeten: Von ISO 100 bis 800 kann die Leica M selbst feinste Details darstellen.

Leica M Monochrom RAW-Test

Schwarzweiß-Digitalkamera

Leica M Monochrom im RAW-Test

Wie schlägt sich die Leica M Monochrom im RAW-Test? Wir prüfen die Aufnahmen der Schwarzweiß-Kamera im Labor.

Leica T Test

Systemkamera

Leica T im Test

64,7%

Leica T - schlicht, schlank und schön: Doch was leistet die schicke Systemkamera in Punkto Preis-Leistung? Wir prüfen die Leica T im Test.

Leica X-E

Kompaktkameras

Leica X-E im Test

Mit der X-E bringt Leica eine in erster Linie optisch überarbeitete X2 für 1500 Euro. Kernelemente wie der 16-Megapixel-APS-C-Sensor bleiben…