Testbericht

Leica Digilux 3/Panasonic L1

11.3.2009 von Redaktion pcmagazin und Karl Stechl

Bei der Leica Digilux 3 (1800 Euro) handelt es sich um eine modifizierte Panasonic Lumix DMC-L1 (1400 Euro), bei der wiederum die Olympus E-330 Pate stand. Alle drei Kameras sind mit einem Bildsensor des Four-Thirds-Formats und dem dazugehörigen Objektivbajonett ausgestattet. Aus diesem Grund passen neben dem Kit-Objektiv Leica D Vario-Elmarit 2,8-3,5/14-50 mm mit optischem Bildstabilisator auch Four-Thirds-Objektive anderer Hersteller an die Leica bzw. Panasonic.

ca. 2:05 Min
Testbericht
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© Archiv

Die Digilux 3 zeigt wie ihr Panasonic-Pendant Ecken und Kanten - eine offensichtliche Hommage an Kameraklassiker wie Leica M oder Contax G. Im Gegensatz zu diesen analogen Messsucherkameras ist die Leica/Lumix allerdings eine digitale Spiegelreflexkamera. Das Metallgehäuse wirkt sehr robust und liegt gut in der Hand. Die für eine SLR-Kamera ungewöhnlich flache Bauweise ergibt sich durch den Porro-Spiegelsucher, bei dem der Lichtstrahl durch Planspiegel in horizontaler Richtung umgelenkt wird. Der Rückschwingspiegel ist dafür nicht liegend, sondern auf einer Kante stehend angebracht. Die recht geringe effektive Suchervergrößerung von 0,44x verspricht allerdings kaum ungetrübten SLR-Genuss.

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Der Filmmodus erlaubt die Wahl zwischen verschiedenen Voreinstellungen der JPEG-Verarbeitung.
© Archiv

Der 2,5-Zoll-Monitor lässt sich auch als Sucher verwenden. Zum Fokussieren im Live-Modus steht ausschließlich der Phasen-AF mit drei Messfeldern bereit, so dass wegen der dafür nötigen Spiegelbewegungen von schnellem Fokussieren keine Rede sein kann. Zudem ist die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit auch bei nicht aktiviertem Live-View recht lang: 0,46/0,81 s bei 3000/30 Lux.

Bei der Bedienung orientiert sich die Leica/Lumix stark an klassischen Kamerakonzepten. Am Leica-Objektiv befindet sich ein Blendenring, der rechts oben am Gehäuse seine Entsprechung im Verschlusszeitenrad mit integriertem Auslöser findet. Dem Zeitenrad zugeordnet sind zwei Schiebeschalter - der eine für die Positionen Einzel- und Serienbild, Belichtungsreihe (Bracketing) und Selbstauslöser, der andere für die Wahl der Belichtungsmessmethode (Matrix, mittenbetont, Spot).

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Das große Verschlusszeitenrad unterstreicht das klassische Kameradesign des Leica-Panasonic-Modells.
© Archiv

Stellt man Blendenring und Zeitrad auf Position "A", so arbeitet die Kamera in Programmautomatik inklusive Shift-Funktion. Belässt man das Zeitenrad auf "A", um dann am Blendenring eine Arbeitsblende vorzuwählen, agiert die Kamera in Zeitautomatik. Umgekehrt: Ist am Blendenring "A" eingestellt, und wählt man dann eine Belichtungszeit vor, so befindet man sich in der Betriebsart Blendenautomatik. Zudem kann man Blenden- und Zeitwerte auch manuell einstellen bzw. mit Nachführmessung arbeiten.Das eingebaute Blitzgerät der Leica/Lumix lässt sich alternativ für direkte und indirekte Lichtführung verwenden: Drückt man die Blitztaste leicht, fährt nur der obere Teil der Reflektorhalterung aus, und der kleine Reflektor zielt nach oben. Drückt man die Taste weiter durch, klappt auch noch der untere Teil der Halterung aus, wobei sich der Reflektor in die Horizontale schiebt und sein Licht nach vorne abstrahlt.

Bildqualität

7,5 Megapixel an nomineller Auflösung sind bei einem Four-Thirds-Sensor aus heutiger Sicht eher wenig, da Olympus zwischen 10 und 12 Millionen Pixel auf der gleichen Sensorfläche versammelt. Die gemessene Grenzauflösung variiert bei der Leica/Lumix zwischen etwa 1000 LP/BH bei ISO 100 und etwas weniger als 900 LP/BH bei ISO 1600; der Texturverlust ist mit maximal 0,2 sehr gering. Beide Kameras rauschen heftig bei höheren Empfindlichkeiten; bei ISO 1600 werden enttäuschende Messwerte von 6,0/6,7 VN (Leica/Lumix) erreicht. Der Objektkontrast sinkt von 9,0/8,5 Blenden (Leica/Lumix) bei ISO 100 bis auf 6 Blenden bei ISO 1600 ab.

Detaillierte Testergebnisse - Leica Digilux 3

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