Testbericht

LCD-Fernseher PEAQ PTV421100-B im Test

12.1.2012 von Roland Seibt

Wir haben zum exklusiven Test eines der ersten fast serienreifen Muster eines PEAQ-Fernsehers bekommen. Er lieferte für seinen angestrebten Preis viele positiv überraschende Eigenschaften, jedoch auch einige ernüchternde Ergebnisse.

ca. 2:30 Min
Testbericht
  1. LCD-Fernseher PEAQ PTV421100-B im Test
  2. Fazit
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© Media-Saturn, Archiv

Wenn eine Handelsorganisation zum Hersteller wird, gibt es viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen. Keiner ist wohl so kundennah wie ein guter Händler und könnte bei Produktkonzepten alle wichtigen Wünsche der Käufer berücksichtigen, andere Gerätemerkmale, die bei den klassischen Herstellern eher politischer Natur sind, hingegen vernachlässigen.

Und natürlich wird ein komplettes Glied der Wertschöpfungskette ausgelassen, wenn die Media-Saturn-Gruppe jetzt eigene Geräte auf den Markt bringt, wodurch die jeweiligen Produkte entweder besonders preiswert oder besonders profitabel werden.

Der Rahmen stimmt

Als zur IFA das geplante Projekt der Eigenmarken von Saturn und Media Markt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, standen die Vorurteile des gemeinen Testredakteurs schnell fest: Die Traumfernseher eines Produktmanagers, der "Geiz geil" findet, aber "doch nicht blöd" ist, werden Flimmerkisten sein, die neben Gemüse und Getränken in einigen Lebensmittelmärkten auf Paletten stehen.

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Optimale Einstellungen: Bildmodus: natürlich | Kontrast: 62 | Helligkeit: 30 | Schärfe: 10| Farbe: 31 | Hintergrundbeleuchtung: mittel | Farbe: 31 | Dynamischer Kontrast: niedrig | Rauschunterdrückung: aus | Farbtemperatur: warm | Farbverschiebung: 0 | Hautton: 0 | RGB-Gain: 16, 16, 16 | HDMI True Black: aus; Optimaler Sehabstand (mindestens): TV: 3,3 m // PAL-DVD: 2,9 m // HD: 1,9 m
© Media-Saturn, Archiv

Doch weit gefehlt. Schon beim Auspacken bemerkt man eine solide Verarbeitung, gekrönt von einem echten Glasfuß. Seine satinierte Oberfläche ist sogar recht unempfindlich gegen Staub, Fingerabdrücke und Kratzer.

Zudem bereitet der Aufbau des Geräts keine Probleme, obwohl uns noch keine Bedienungs- und Installationsanleitung mitgeliefert werden konnte - sie war noch nicht fertig.

Wenn man die aktuellen Designs der Top-Marken-TVs im Vergleich sieht, erscheint der Rahmen des PEAQ eher breit. Seine leicht mattierte Anthrazitfarbe ist durch ihre Unauffälligkeit gut fürs Bild. Wer es etwas extravaganter haben will, bekommt das Gerät aber auch in Weiß.

Positiv fällt auch die große Fernbedienung auf. Sie quittiert jeden Druck auf ihre gummierten Tasten mit einem schön spürbaren Rasten und dem Aufblitzen einer Kontroll-LED. Zudem ist das Feld rund um die Menüsteuerung erhaben und dadurch besonders ergonomisch. Einige der vielen Tasten sind sinnvollen Direktfunktionen gewidmet, andere allerdings eher bedeutungslos.

Schaut man auf die Anschlussfelder des PEAQ, findet man eine gute Kombination aus klassischen und modernen Buchsen. Insgesamt vier HDMI-Anschlüsse - drei hinten, einer an der Seite - öffnen das Tor zu HD-Quellen, zwei echte Scart-Buchsen sorgen für genügend Rückwärtskompatibilität.

Komponente und VGA dürfen nicht fehlen, ein Subwoofer-Ausgang kann dem schwachen Klang erheblichen Tiefgang verleihen. Die beiden USB-Anschlüsse sind sofort belegt: mit dem beigelegten WLAN-n-Adapter und mit unserer externen Festplatte, auf der frei empfangbare Sendungen aufgezeichnet werden können.

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Mit echtem Glasfuß und ordentlich schwerer Verarbeitung macht der PEAQ beim Anfassen einen besseren Eindruck als manches doppelt so teure Gerät. Die leicht mattierte, dunkle Oberfläche des Gehäuses wirkt dabei nicht wirklich topmodern. Dank des Verzichts auf Design-Spielereien konzentriert sich die Aufmerksamkeit jedoch richtigerweise auf das Bild, statt den Rahmen in den Vordergrund zu rücken.
© Media-Saturn, Archiv

Diese holt sich der PEAQ über zwei Antennenbuchsen, die durch einen CI-Plus-Schacht mit allerlei Pay-TV-Anbietern zusammenarbeiten. Dass der Front-AV-Eingang über einen Adapter erfolgt, ist nicht ungewöhnlich; dass die Lautstärke des Kopfhörers über ein kleines Drehrädchen geregelt wird, hingegen schon.

Einen Multi-Tuner haben mittlerweile die meisten hochwertigen Fernseher, doch vor allem die Satellitenvariante des PEAQ glänzt mit einer leichten Erstinstallation mit vorsortierter Liste und einer guten Anpassung an die üblichen Varianten von Satellitenanlagen.

So liegt dann ARD HD auf Programmplatz eins, gefolgt von ZDF HD. Die Umschaltzeiten des Tuners sind sehr gut, nach dem Umschalten wird wie üblich eine Sendungsinfo gezeigt, die gefolgt wird von der Einblendungsoption für HbbTV.

Tatsächlich besitzt der PEAQ diese neue Technik bereits, um die ihn einige Geräte der Topmarken beneiden. Alles funktioniert einigermaßen zügig - natürlich erst, nachdem das Gerät an das weltweite Datennetz gestöpselt wurde.

Dann kommt man auch in den Genuss des neuen Internet-Portals, das bereits viele gute Apps besitzt, und auch lokale DLNA-Medien-Server im Heimnetz können genutzt werden. Bei unseren Tests stürzten Medienzugriffe und komplexe HbbTV-Applikationen (ProSieben: Maxdome) mehrmals ab. Der Grund: Die Firmware-Version 0.7.4.3 war noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

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