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Soundbar

JBL Link Bar im Test

Normale Soundbars werten lediglich den Klang eines Flatscreens auf. Die JBL Link Bar verwandelt konventionelle Fernsehgeräte in Smart-TVs. Dafür haben die Amerikaner Android TV und Google Assistant zur Sprachsteuerung integriert. Lesen Sie hierzu unseren Test.

JBL Link Bar im Test

© JBL

Die JBL Link Bar besticht besonders durch ihre vielen smarten Funktionen inklusive Android-TV.

Pro

  • ausgewogener Klang mit verblüffend sattem Bass
  • ausgeklügelte Bedienung
  • smarte Funktionen

Contra

  • zum Start wenige Online-Dienste verfügbar

Fazit

Video-Testurteil: gut; Preis/Leistung: überragend; video "Highlight"; video "Innovation"
75,0%

Zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen ist ein Versuch, der in der Unterhaltungselektronik immer wieder gerne unternommen wird. Doch selten klang schon das Konzept so clever wie bei der JBL Link Bar: Man nehme eine Soundbar und verwandele damit jeden konventionellen Flatscreen in einen Smart TV samt Google Assistant zur Steuerung durch Sprache. 

Das damit verbundene Sound-Upgrade ist dann die willkommene Dreingabe. Angesichts der Feature-Flut verblüfft der niedrige Preis von 400 Euro. Immerhin verbergen sich in dem 65 cm breiten Gehäuse nicht nur zwei 2-cm-Hochtöner sowie vier 7,4-cm-Tiefmitteltöner (JBL nennt sie reißerisch „Racetrack-Treiber“), sondern ein integriertes Android-TV-System – eine Weltpremiere. 

In mancherlei Hinsicht handelt es sich allerdings trotz einiger Verzögerung gegenüber der US-Version um einen Frühstart. Es gibt im Moment nämlich noch keine Apps, um Streaming-Dienste wie Sky Ticket, Sky Q oder Amazon Prime Video direkt über die JBL Link Bar zu verwenden. 

Bis Amazon seine angekündigte App lanciert, muss es die Google-Cast- Technologie in der Smartphone-App von Amazon Prime richten. Das ist umständlich und nicht so betriebssicher wie eine integrierte Lösung.

Smarte Umsetzung 

Das war aber auch schon das Einzige, das man gegen diese „Wunder-Bar“ anführen kann. Um es vorwegzunehmen:  Sie ist ein ganz großer Wurf in jeder Hinsicht. So begann der Test schon während der Inbetriebnahme mit positiven Überraschungen: 

JBL Link Bar im Test - Fernbedienung

© Josef Bleier

Keine uns bekannte Soundbar hat mehr auf dem Kasten. Trotzdem genügt eine aufgeräumte, minimalistische Fernbedienung, um sie zu steuern.

Direkt nach dem Verkabeln und Anschalten schleifte die JBL das Bild zum Flatscreen durch und überraschte mit einem kraftvollen, ausgewogenen Sound. Als der Autor in vorauseilendem Gehorsam im Apple App Store nach einer App für die Link Bar suchte, wurde er nicht fündig. 

Kein Wunder, der smarte Balken verzichtet bewusst auf solche Hilfsmittel, die für wenig computeraffine eher ein Handycap denn einen Segen darstellen. Die Amerikaner haben ihre sprachgesteuerte Soundbar mit den Sekundärtugenden eines Smart-TVs in weiser Voraussicht zur Verwendung mit einer speziell gestalteten, extrem übersichtlichen Fernbedienung ausgelegt. 

Auf deren nur mit wenigen Buttons besiedelter Oberseite sticht vor allem der mit dem Logo des Google Assistant gekennzeichnete Knopf für den Sprachassistenten heraus.

Der hinterließ einen überwiegend positiven Eindruck. Das begann schon mit dem Aufwecken. Meist genügte auch bei gehobenem Wiedergabepegel das Losungswort „Okay Google“, um das Gehör des virtuellen Dieners zu erlangen. 

Wenn der Assistant die Stimme seines Herrn aufgeschnappt hat, unterbricht er die Tonwiedergabe. Allerdings kann man seinen Befehl oder seine Frage direkt im Anschluss an den Weckruf aussprechen. Manchmal kam es jedoch ohne ersichtlichen Grund vor, dass der Sprachassistent gar nicht auf die Parole „Okay Google“ reagierte.

JBL Link Bar im Test - Online-Dienste Screenshot

© Screenshot: video

Aus dem App Store kann man neue Online-Dienste oder Spiele herunterladen. So soll bald auch Amazon Prime integriert werden.

In diesem Fall gibt es eine einfache Lösung: Durch die entsprechende Taste auf der Fernbedienung wird die Tonwiedergabe aus der Soundbar gemutet und der Assistent in Alarmbereitschaft versetzt. Was der Sprachassistent versteht, zeigt die JBL über den angeschlossenen Flatscreen durch Einblendungen am unteren Bildrand an. 

Wer lernwillig ist, kann damit seine Kommandoaussprache trainieren. Was eindrucksvoll klappte, war die Frage nach der Wettervorhersage. Dabei war es nicht mal erforderlich, seinen Aufenthaltsort zu nennen, sofern man eine Information zum lokalen Wetter wünschte. Das kann man je nachdem, wie man es mit dem Datenschutz hält, entweder als sehr praktisch oder etwas spooky empfinden. 

Während die meisten Smart Speaker einem nur etwas von Regen oder Sonnenschein sowie der für den Ort ermittelten Temperatur erzählen, zeigte die JBL Link Bar gleich noch detailliertere Angaben auf dem Bildschirm an. Das entspricht dem, was wir von Smartphones gewohnt sind und ist vom Informationsgehalt reinen Sprachmitteilungen weit überlegen.

Was die Nutzung des Assistenten jenseits solcher allgemeinen Alltagshilfen betrifft, hängt der Grad der Zufriedenheit im Wesentlichen vom jeweiligen Programm ab. Während sich Sprachassistenten bei vielen anderen Lautsprechern eher als Gimmick mit kurzer Halbwertszeit anstatt als wirklicher Zusatznutzen erweisen, entpuppte er sich hier beispielsweise bei YouTube als echter Segen. 

JBL Link Bar im Test- Bassreflexöffnung

© JBL

Das zierliche Gehäuse ermöglicht mit seinen seitlichen Bassreflexöffnungen einen erstaunlich tiefen Bass. Die untere Grenzfrequenz liegt bei immerhin 57 Hz. Wem das nicht genug Action verheißt, der kann den Link Bar mit dem drahtlosen Subwoofer JBL SW 10 verbinden, der allerdings derzeit nicht direkt in Deutschland erhältlich ist.

Ohne Tastatur über die Fernbedienung gerät die Suche nach bestimmten Inhalten nämlich zu einer umständlichen Angelegenheit. Nicht so bei der JBL Link Bar. 

Sie erfüllte nicht nur den Wunsch, „Okay Google, spiele Videos von Katzen (beziehungsweise Hunden oder Hamstern)“, sondern verstand sogar multilinguale Befehle – für alle, die sich mit der Materie auskennen, die Königsdisziplin in Sachen Sprachsteuerungen. 

So klappte es reibungslos, sich Videos von Pink Floyd und anderen Bands zu wünschen. Prompt servierte die JBL eine Übersicht von angesagten Musikvideos und Konzertfilmen der jeweiligen Künstler. 

Das zierliche Gehäuse ermöglicht mit seinen seitlichen Bassreflexöffnungen einen erstaunlich tiefen Bass. Die untere Grenzfrequenz liegt bei immerhin 57 Hz. Wem das nicht genug Action verheißt, der kann den Link Bar mit dem drahtlosen Subwoofer JBL SW 10 verbinden, der allerdings derzeit nicht direkt in Deutschland erhältlich ist. 


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So weit, so gut. Nach dieser angenehmen Erfahrung gab es eine kleine Enttäuschung mit dem ebenfalls kostenlosen Vergnügen aus der ZDF Mediathek. 

Wer nun meinte, etwas, das ihm sogar in der Übersicht angezeigt wurde, nicht extra mit den Navigationstasten auswählen zu müssen, sondern den Assistenten damit zu betrauen, konnte sich bildlich den Mund fusselig reden – nichts passierte. 

Erst beim x-ten Versuch reagierte der Google Assistant überhaupt, allerdings nur, um mitzuteilen, dass in der Mediathek und beim Live-Fernsehen seine Dienste nicht zur Verfügung stehen.

JBL Link Bar im Test - Sprachassistent Screenshot

© Screenshot: video

Selbst englische Namen versteht der Sprachassistent und zeigt wie hier eine Übersicht beliebter YouTube-Videos der Imagine Dragons.

Hin- und hergerissen zwischen Zuckerbrot und Peitsche, durchstöberten wir das restliche, über den Home-But​ton bequem erreichbare App-Angebot des Android TVs. Dazu zählten kostenpflichtige Dienste wie Netflix. Wem das nicht genügt, der kann über den integrierten App Store weitere Programmangebote oder Video-Spiele herunterladen und nutzen. 

Wie erwähnt, befindet sich das Angebot noch im Aufbau, doch was die Nutzungsmöglichkeiten betrifft, sind die 400 Euro für die JBL bestens angelegt. Das gilt erst recht für den Ton. Schon in dem Moment, in dem die Link Bar den ersten Ton von sich gab, fragte sich manch einer von uns, ob da nicht ein versteckter Subwoofer mitspielte. Der Bass kam bemerkenswert tief und dabei sehr sauber aus dem zierlichen Klangbalken.

Vor allem aber wirkten Stimmen äußerst farbenfroh und authentisch. Ohne irgendwelche Klang-Presets umzuschalten, brachte die Link Bar neben Filmen von Blu-ray auch CDs bestens zu Gehör. Das äußerte sich besonders eindrucksvoll in den naturgetreuen, warmen und differenzierten akustischen Gitarren von „Hell Freezes Over“ von den Eagles. Und selbst die mächtige Bass Drum meisterte die Soundbar noch recht tapfer für ihre geringe Größe.​

[Testsiegel] video Magazin Testurteil gut

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: gut

Fazit

Mit der Link Bar gelang JBL in jeder Hinsicht ein Ausnahmeprodukt zu einem Hammerpreis.

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