Powerstation mit Solarpanelen

Jackery Explorer 2000 Pro im Test

19.8.2022 von Alana Friedrichs

Der Explorer 2000 Pro ist Jackerys Powerstation-Flaggschiff. Bis zu 2 kWh Verbrauch, 2000 Watt Leistung und sechs Solarpanele für günstigen, grünen Strom. Aber rechtfertigt das den Preis?

ca. 5:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Der Jackery Explorer 2000 Pro beim Camping am Strand
Für den Einsatz am Strand, wie hier abgebildet, ist der Explorer 2000 Pro aufgrund seines Gewichts nur eingeschränkt zu empfehlen.
© Jackery

Pro

  • bis zu 2 kWh Verbrauch möglich
  • grüner Strom dank Solarpanelen
  • Aufbau und Display sind leicht verständlich
  • bleibt kühl und leise
  • hochwertige Verarbeitung

Contra

  • hoher Preis
  • Panele brauchen ausreichend Platz
  • keine App

Fazit

Bei Verarbeitung, Leistung und Kühlung haben wir am Explorer 2000 Pro nichts zu meckern. Interessierte sollten sich jedoch die Frage stellen, ob die Powerstation tatsächlich gewinnbringend genutzt wird. Wer eine Notstromversorgung für Zuhause, ein kleines Kraftwerk für Balkon oder Garten oder eine leistungsstarke Lösung für Power-Camping und Reisegruppen sucht, kann mit dem Jackery Explorer 2000 Pro sehr glücklich werden.


Hervorragend

In Zeiten hoher Strompreise wird die Idee, sich selbst mit eigener Energie zu versorgen, immer attraktiver. Noch schöner wird der Gedanke, wenn man sich gleichzeitig unabhängig vom Stromnetz machen kann und dabei auch noch umweltfreundlich unterwegs ist.

Einen Beitrag dazu können Solarzellen auf dem Dach, Balkonkraftwerke oder eine solarbetriebene Powerstation leisten. Eine ebensolche hat Jackery mit dem Explorer 2000 Pro im Angebot.

Dieser richtet sich vor allem an Campende und soll eine Familie mit mehr als einer Handvoll Geräte für einen Zwei-Tages-Trip versorgen können. Aber auch zuhause als Notstrom-Akku kann der Explorer 2000 Pro zum Einsatz kommen.

Wie sich die tragbare Powerstation im Test schlägt und für wen sich das Gerät trotz seines stolzen vierstelligen Kaufbetrags lohnt, erfahren Sie in unserem Praxistest.

Jackery Explorer 2000 Pro im Test: Bedienung und Anschlüsse

Die erste gute Nachricht: Von einer technischen Hürde bei der Bedienung muss sich niemand abschrecken lassen. Anschlüsse, Display und Co. sind beim Explorer 2000 Pro selbsterklärend. Auch ohne Anleitung kamen wir ohne großes Hirnschmalz gut zurecht. Alle Elemente sind gut beschriftet und das Display der Powerstation stellt minimalistisch Aufnahme, Verbrauch und Akkustand dar.

Wer darüber hinaus tiefergehendere Statistiken oder Einstellungsmöglichkeiten sucht, wird hingegen enttäuscht. Hier wäre etwa eine zusätzliche App oder eine komplexere Menüführung am Display das Sahnehäubchen für Zahlenfans gewesen, die mit Auswertungen zu Effizienz oder historischen Daten ihr Setup optimieren möchten.

Dank der ausufernden Konnektivitäts-Optionen am Explorer 2000 Pro können wir nahezu alles an die Powerstation anschließen, was einen Akku besitzt. Insgesamt verfügt das Gerät über je zwei AC-, USB-A- und USB-C-Ausgänge sowie einen Auto-Ausgang.

Die größeren Anschlüsse für AC und Auto sowie die eingebaute Leuchte lassen sich zudem mit einer Abdeckung verschließen. So sind die Anschlüsse sicher vor Outdoor-Verunreinigungen und Kinderhänden.

Produktbild des Jackery Explorer 2000 Pro mit 2 Solarpanelen
In Kombination mit den SolarSaga-Solarpanelen bietet der Explorer 2000 Pro günstigen grünen Strom.
© Jackery

Jackery Explorer 2000 Pro im Test: Laden und Leistung

Zum Laden stellt uns der Jackery Explorer 2000 Pro zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Natürlich können wir die Powerstation einfach an die Wandsteckdose hängen und aufladen. Deutlich spannender ist aber die Lademöglichkeit per Solarstrom.

Hier kommen die Solarpanele SolarSaga mit 200 Watt Leistung zum Einsatz. Bis zu sechs der guten Stücke können wir an unseren Explorer 2000 Pro anschließen. Je nach Einsatzzweck können wir entweder ganz auf die Panele verzichten und nur die Powerstation für rund 2.300 Euro bestellen. Oder wir fügen unserer Bestellung die gewünschte Menge an SolarSaga-Panelen für jeweils rund 700 Euro hinzu.

Je mehr Panele wir mit dem Explorer 2000 Pro verbinden, desto schneller ist dieser geladen. Als Referenzmarke bei gutem Wetter gibt Jackery die Dauer mit 7,5 Stunden bei zwei Panelen, 4 Stunden bei vier Panelen und 2,5 Stunden bei 6 Panelen an. Diese Angaben konnten wir in unserem Test bestätigen. Lediglich bei der Version mit 6 Panelen fiel die Ladedauer bei uns etwas höher aus - allerdings auch an einem recht bewölkten Tag, also keinesfalls unter Idealbedingungen.

Der Aufbau der Panele erfolgt dabei schnell und ohne Probleme. Jedes der Panele wird aus seiner Hülle geholt, aufgeklappt und nach Bedienungsanleitung an die bis zu zwei DC-Solar-Eingänge angeschlossen. Das ist in etwa 10 Minuten erledigt, treibt uns bei gutem Wetter aber auch den Schweiß auf die Stirn. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch der benötigte Platz. Jedes der Panele braucht ausgeklappt 1,25 m² Platz. Ergibt in der Summe 7,5 m². Auf offener Fläche kein Problem - im Garten oder auf dem Balkon sollte man hingegen vorher ausrechnen, wie viele der Panele untergebracht werden können.

Während des Ladens hat uns vor allem die Kühlung der Powerstation überzeugt. Trotz der keinesfalls geringen Ladeleistung blieb der Explorer 2000 Pro handwarm. Der für die Kühlung zuständige Lüfter gab zwar ein hörbares, aber nie störendes Geräusch von sich.

Die weniger umweltfreundliche, aber schnellste Ladevariante ist das Laden über die Wand. Auch hier wurden die von Jackery versprochenen rund 2 Stunden Ladezeit eingehalten.

Ein absolutes Komfortfeature ist dabei das Pass-Through-Charging des Explorer 2000 Pro. Während wir bei heißem Wetter den Solarpanelen der Powerstation beim Laden zusahen, konnten wir uns so gleichzeitig mit einem angeschlossenen und daher grün betriebenen Ventilator kühlen.

Anschlüsse des Jackery Explorer 2000 Pro
Bis zu sieben Geräte gleichzeitig können wir theoretisch am Explorer 2000 Pro anschließen.
© Jackery

Jackery Explorer 2000 Pro im der Praxis

Unser erstes Szenario, dem wir die Powerstation unterwarfen, war der absolute Stresstest: Wie lange schafft es der Explorer 2000 Pro, eine Heizung mit seiner maximalen Ladeleistung von 2.000 Watt zu betreiben. 56 Minuten später hatten wir unser Ergebnis (und einen für diese Jahreszeit viel zu warmen Raum): Die Heizung war glühend heiß und der Explorer 2000 Pro leer. Zwischenzeitlich sank die Ladeleistung nie unter 1.800 Watt. Der angegebene Verbrauch von rund 2 kWh wurde also annähernd erfüllt.

Danach haben wir der Powerstation ein paar leichter zu bewältigende Aufgaben gegönnt. Das Smartphone (ein Samsung Galaxy A53 G mit 5000 mAh) wurde innerhalb einer Stunde von 25 auf 70 Prozent geladen, der Case der dazu passenden Wireless-Kopfhörer (Samsung Galaxy Buds Live mit 472 mAh) in derselben Zeit von 0 auf 65 Prozent. Diese Aufgabe steckte der Explorer 2000 Pro wie erwartet ohne große Probleme weg. Akkustand der Powerstation nach der Stunde: 96 Prozent.

In weiteren Praxistests bestätigten sich die Angaben, die Jackery für das Produkt macht: Eine Mikrowelle betreiben wir etwa 1,5 Stunden, eine Kaffeemaschine 3 Stunden.

Weitere Szenarien wären laut Jackery etwa der Betrieb einer Kühlbox für 15 Stunden, eines Elektrogrills für rund 1 Stunde oder einer Klimaanlage für 2 Stunden.

Unser letzter Praxistest hingegen fällt sehr schnell ins Wasser: Das Laden eines E-Autos. Zugegeben: Mit 2 kWh wäre die Ladeleistung hier so oder so überschaubar. Allerdings fällt die Ladeleistung des Explorer 2000 Pro zu niedrig aus, um den Ladevorgang überhaupt anzustoßen.

Damit lässt sich der Explorer 2000 Pro bis auf das Laden von E-Autos so ziemlich für alle Gegebenheiten einsetzen, die beim Camping oder im Falle eines Stromausfalls anstehen könnten. Aufgrund seines hohen Gewichts ist aber die Mobilität recht eingeschränkt. Für schnelle Ausflüge an den See oder Stromversorgung beim Wandern sind daher kleinere Modelle zu empfehlen.

Vorstellen können wir uns den Jackery Explorer 2000 Pro etwa wie bereits angesprochen als Notstrom-Versorgung für Zuhause, als Stromquelle im Garten oder auf dem (großen) Balkon oder für Camper mit hohem Verbrauch. Auch als gemeinsam genutztes Camping-Equipment für Reisegruppen dürfte der Explorer 2000 Pro eine gute Figur machen.

Jackery Explorer 2000 Pro im Test: Fazit

Bei Verarbeitung, Leistung und Kühlung haben wir am Explorer 2000 Pro nichts zu meckern. Hier macht die Powerstation eine durchweg gute Figur. Wer unbedingt Kritik anbringen möchte, könnte dies aufgrund einer fehlenden App oder tiefergehenderer Analyse-Möglichkeiten am Display tun.

Aufgrund des hohen Anschaffungspreises und Gewichts sollten sich Interessierte jedoch die Frage stellen, ob die Powerstation tatsächlich auch im Alltag gewinnbringend genutzt wird. Wer eine Notstromversorgung für Zuhause, ein kleines Kraftwerk für Balkon oder Garten oder eine leistungsstarke Lösung für Power-Camping und Reisegruppen sucht, kann mit dem Jackery Explorer 2000 Pro trotz des hohen Preises sehr glücklich werden.

PCM-Check-sehr-gut-August-2022
© WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH

Technische Fakten zum Jackery Explorer 2000 Pro

Vollbildansicht
Kategorie Wert
Batterie-Kapazität 2160 Wh (43,2 V, 50 Ah)
Batterie-Zellchemie Li-ion NMC
Eingänge AC, DC
Anschlüsse 2x AC (230 V), 2x USB-A (18 W), 2x USB-C (100 W), Auto
Ladezeit (AC) ca. 2 Stunden
Ladezeit (2 Panele) ca. 7,5 Stunden
Ladezeit (4 Panele) ca. 4 Stunden
Ladezeit (6 Panele) ca. 2,5 Stunden
Ladetemperatur 0 bis 40 °C
Entladetemperatur -10 bis 40 °C
Gewicht 19,5 kg
Maße 38,4 x 26,9 x 30,75 cm
Garantie 36 Monate

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