CPU

Intel Core i9-10900K im Test: Neuer Turbo soll es rausreißen

Die Benchmark-Tests sind durchgelaufen. Das Ergebnis ist da. Jetzt nach dem Test wissen wir, ob Intels neuer König, der Core i9-10900K eine Krone verdient.

© Oliver Ketterer

Intel Core i9-10900K - der neue König der Desktop-CPUs bei Intel.

Pro

  • Hohe Leistung
  • 10 Kerne
  • 20 Threads
  • Turbo
  • Thunderbolt 3 Unterstützung
  • Wifi 6 Unterstützung

Contra

  • Neuer Sockel erfordert Neues Mainboard

Fazit

PC Magazin Testurteil: sehr gut
93,0%

Wenn Intel eine neue CPU-Generation präsentiert​, dann ist das etwas ganz besonderes. Denn der Technologie-Gigant kleckert nicht. Für gewöhnlich. Im Testlabor haben wir den König der neuen CPU-Generation - den Intel Core i9-10900K - ausgiebig malträtiert. Die Begeisterung hält sich aber in Grenzen. Lohnt es sich die CPU zu kaufen ist wohl die entscheidende Frage.

Nicht weniger als 32 neue Prozessoren hat Intel am 30. April 2020 für die 10. Generation seiner Desktop-CPUs vorgestellt – vom Celeron G5900 bis zum Core i9-10900K soll für jeden etwas dabei sein. Wir haben ausführlich über Intels neue Prozessoren 2020 berichtet. Die Liste der Neuerungen ist üppig: 5,3 GHz Thermal Velocity Boost, Turbo Boost Max 3.0, DDR4-2933 Unterstützung, WiFi 6 und 2.5 G Ethernet Hardware-Implementierung, um nur einige zu nennen. Aber, nicht jeder Prozessor verfügt über alle Features.

Dem i9-10900K wurde von Intel großzügig das Prädikat „World‘s fastest gaming processor“ verpasst. Und diese Behauptung hat Intel mit diversen Gaming-Benchmarks untermauert und zudem auch einen Leistungsgewinn gegenüber einem drei Jahre alten PC-System beiseite gestellt. Im Labor messen wir grundsätzlich die reine CPU-Leistung, es kommen keine Benchmarks zum Einsatz, die die Grafikleistung mit einbeziehen. Ein Gen-10-Gaming-PC wird aber sicherlich bald bei uns aufschlagen. Außerdem vergleichen wir gerne die Leistung einer neuen CPU mit der seines Vorgängers oder auch gerne mit jenen von der Konkurrenz – also aus dem Hause AMD. Werfen wir also einen genauen Blick auf die Ergebnisse.

© Oliver Ketterer

Der neue Intel Core i9-10900K benötigt den Sockel 1200 (LGA) und kann nicht in älteren Mainboards verbaut werden.

Mit dem Tool Handbrake messen wir, wie lange die CPU benötigt, um eine 4K-Video-Datei in ein Full-HD-Video umzuwandeln. Für unsere Testdatei benötigt die neue CPU 187 Sekunden – das sind drei Sekunden mehr als der alte Intel Core i9-9900K brauchte und nur 12 Sekunden schneller als ein AMD Ryzen 5 3600.

Auch bei Y-Cruncher können wir keine signifikanten Leistungszuwächse zum fast zwei Jahre alten i9-9000K feststellen. Y-Cruncher veranlasst die CPU die Zahl Pi zu berechnen. Gute 20 Prozent legt der i9-10900K allerdings beim Rendering-Benchmark Cinebench 15 zu – 2586 Punkte sind ein sehr gutes Ergebnis und deutlich besser als sein Vorgänger der i9-9000K. Blickt man auf das Single-Core-Ergebnis, so ist die Leistung eines einzelnen CPU-Kerns aber nicht besser. Mehr Kerne sorgen also für mehr Renderleistung, das ist normal.

Diese Logik gilt aber nicht für CPU-Z. Denn hier erzielt der Intel Core i9-10900K mit 7512 Punkten ein extrem gutes Ergebnis – 181 Zähler mehr als der Intel Core i9-10980XE mit 18 Kernen.

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Kommen wir zur entscheidenden Frage zurück. Wie so oft hat Intel auch für diese neue Prozessor-Generation auch einen neuen Sockel aus dem Hut gezaubert. Das mag für die neue Technologie notwendig sein, bringt aber für den treuen Intel-Kunden einen entscheidenden Nachteil: Ein neuer Prozessor alleine kann nicht erworben werden, um ein PC-Upgrade durchzuführen. Ein neues Mainboard steht damit ebenfalls auf der Einkaufsliste, und das macht die Sache nicht eben zum Schnäppchen. Immerhin: die alte Wasserkühlung oder der alte CPU-Kühler würde noch passen.

Fazit

Wir resümieren. Die Basis-Leistung des Intel Core i9-10900K kann sich kaum von jener seines Vorgängers abheben. Das Gros des Leistungszuwachses beruht offenbar auf dem neuen Turbo. Der Turbo entfaltet sich – so verstehen wir Intel – insbesondere beim Gaming. Rechnet man rund 500 Euro für die CPU und 300 Euro für ein Mainboard, dann sind wir bei 800 Euro.

Eine stolze Summe, die Gamer womöglich lieber in eine zweite RTX 2080 Super investieren und im 2-Way-SLI betreiben. Wer allerdings noch einen richtig alten Gaming-PC zuhause betreibt und diesen komplett ersetzen möchte, der fährt mit dem neuen Gespann nicht schlecht – die Feature-Liste ist mit Wifi 6, Thunderbolt 3 und anderem durchaus attraktiv.

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