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Heimkino

Beamer Test 2016: InFocus SP1080

© Infocus

InFocus SP1080

Pro

  • 3D
  • kein Pulldownruckeln
  • Zoom
  • sehr gute Voreinstellung

Contra

  • Sekundärfarben verschoben
  • Weißsegment

Beamer der unteren Preisklasse verzichten teils auf wichtige Details der Bildverarbeitung. InFocus hat hier nachgebessert und zielt mit dem neuen Modell SP1080 auf besonders preisbewusste Heimkinofans.

Als wir uns vor einem Dreivierteljahr Projektoren der unteren und mittleren Preisklasse angeschaut hatten, war die Überraschung groß, was man an Bildverarbeitung alles weglassen kann, um im knallharten Preiskampf bestehen zu können. Sind die Geräte ab Werk ordentlich vorgerüstet, sind exzessives Farbmanagement oder Bewegungsglättung nicht unbedingt nötig. Aber dass teilweise eine Anpassung der Grautreppe (RGB Gain und -Offset) nur dann möglich war, wenn analoge VGA-Signale zugespielt werden, ist eine Zumutung. Schlimmer noch, wenn existenzielle Einstellungen wie Farbsättigung und Schärfe über HDMI gar nicht erst angeboten werden.

So ein Kandidat war der IN119HDX von InFocus, ein Hybrid, der im kinoschwarzen, hohen Gehäuse daherkam, aber viele Features für Präsentationen zu bieten hatte - inklusive zweier VGAEingänge, S-Video und Monitorausgang. Trotz einiger Mankos wurde dieses Gerät für seinen unschlagbaren Preis von uns zum Kauftipp erklärt.

Weniger Präsentation heißt mehr Kino

Jetzt hat InFocus das Konzept etwas überarbeitet, bei den schmerzlich vermissten Bildparametern nachgelegt und längst verjährte Eingangsbuchsen eingespart. Herausgekommen ist der SP1080, der nun mehr Freude im Heimkino machen soll und sogar noch einige Euros preiswerter verkauft wird. Filmfreunde brauchen eigentlich nur einen HDMI-Eingang, der aber dann bitte das bestmögliche Bild mit korrekten Farben und hoher Brillanz ergeben soll. Hier zeigt der neue InFocus eine exzellente Werkseinstellung, was alle Grundparameter betrifft.

Stellt man die Farbtemperatur auf "sehr warm" und das Gamma auf "Kino", liefert der SP1080 bereits die rechts abgebildete Messung ab. Dabei sind Einstellungen "Farbe" "Tint" und "Schärfe" entgegen der Aussagen des Handbuchs durchaus verfügbar und zeigen auch Funktion - im Gegensatz zum Vorgänger. Bei fast alle anderen Messwerten und Eigenschaften sind sich die Brüder ähnlich wie Zwillinge. Leider auch bei der Mischung der Sekundärfarben, die das größte Farbproblem beider Geräte darstellen. Hier könnte ein Feintuning oder Firmwareupdate das Bild deutlich natürlicher machen. Verglichen mit den bösen Farbpositionen von Cyan und Gelb sind das etwas zu dunkle Rot oder das gelbliche Grün in dieser Preisklasse zu verschmerzen.

Die gut 1000 gemessenen Lumen sind farblich optimiert, den gigantischen Grüngelbanteil der superhellen Voreinstellung (mit BrillantColor, Weißsegment) wollten wir nicht bewerten. Empfehlenswert ist die Drosselung in den ECO-Modus, da der Lüfter dann erheblich weniger nervt, die Lichtleistung bei vergleichbarem Kontrast nur um 20 % abnimmt und sich die Lampenlebensdauer auf 10.000 Stunden verdoppelt. Laut Datenblatt wird ein 6-Segment-Farbrad genutzt , aber das muss ja nicht RGBRGB sein. Wir konnten ein Weißsegment erkennen und die Aufnahme unserer Highspeedkamera zeigte, dass jeder Frame viermal belichtet wird (120 Hz). Bei 24p-Filmen gibt es glücklicherweise kein Pulldownruckeln, im 3D-Modus sollen gar 144 Hz erreicht werden. Diese Leistungen sind mit Geräten vergleichbar, die gerne das Doppelte kosten können.

Auch unser erster Eindruck der Optik war überzeugend. Da hatten wir uns aber erst die rechte Hälfte der Leinwand von ganz nahe angeschaut. Die DLP-Struktur des Bildchips war noch klar erkennbar, Farbfehler am Rand hielten sich im Rahmen. Interessanterweise zeigten sich diese Effekte auf der linken Bildhälfte deutlich stärker, was den Gesamteindruck etwas trübte. Aber eine hochwertige Glasoptik kann man für knapp 600 Euro nun wirklich nicht erwarten.

Fazit

Für diesen superattraktiven Preis hat InFocus ein paar PC-Eingänge abgespeckt, aber wichtige Filmeinstellungen dazugelernt. Etwas natürlichere Farben bekommt man bei der Konkurrenz erst gegen satte 25 % Aufpreis.

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