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Hisense H65U8QF im Test

In den letzten Jahren tat sich der Hersteller Hisense sowohl durch massives Sponsoring im Fußballbereich als auch durch eine besonders hochwertige Verarbeitung sowie gutes Design seiner TV-Geräte hervor. Jetzt trimmt er ein Gerät voll auf überlegene HDR-Bildqualität. Lesen Sie unseren Test zum H65U8QF.

© Josef Bleier / popovartem.com / shutterstock.com / Montage: video

Hisense H65U8QF im Test

Pro

  • exzellenter Kontrast
  • natürliche satte Farben
  • hohe HDR-Brillanz
  • gutes Sender-Handling

Contra

  • kein Doppeltuner

Fazit

video-Testurteil: sehr gut
85,0%

Wir kennen Hisense als knallhart kalkulierenden Hersteller, der sich in den letzten Jahren jedoch ein Entwicklungszentrum in Deutschland leistete, ja sogar in eine Kooperation mit Loewe investierte, um näher am europäischen Markt agieren zu können.

Ein brandneues TV-Produkt, das Hisense bescheiden „die neue Oberklasse“ nennt, ist nun deutlich europäischer als die meisten anderen Fernseher aus chinesischen Fabriken: der 65U8QF. Im mit 28 Kilogramm schön schwergewichtigen Gehäuse stecken viele Aspekte gehobener AV- Qualität, die einen deutlich höheren Preis als 1600 Euro würden vermuten lassen. 

Unser erster Bildeindruck offenbarte schon, dass im Vergleich zum Vorjahr etwas Großartiges geschehen sein musste, was die Bildtechnik angeht. Sofort fallen die kräftigen überreinen Farben ins Auge, die in allerhöchster Brillanz dem Zuschauer entgegenstrahlen – mit exzellentem Tageslichtkontrast. 

Des Rätsels Lösung fand sich in unserem Labor bei Mikroskopaufnahmen, Spektralmessungen sowie den Reflexions- und Dimmingtests: Hisense setzt ein teures LCD-Panel hinter einer effektiven Kontrastscheibe ein und versorgt es direkt mit Quantum-Dot LEDs, die lokal gedimmt werden. 

Im Gegensatz zu anderen Herstellern, die LCD-Fernseher als Einstiegsware nur immer billiger werden lassen, steigt Hisense gleich ein paar Qualitätsklassen auf und will in der Liga mitspielen, die Samsung exklusiv mit den hochpreisigen und wertigen QLED-TVs der Q90- und Q80-Serien definiert hat.

© Screenshot & Montage: video

Dafür, dass Hisense das Betriebssystem Vidaa im Alleingang stemmt, sind lobenswert viele Streamingdienste mit an Bord. Die Aufstellung im Menü ist äußerst übersichtlich.

Bild im Fokus

Genau wie bei den Koreanern erkauft man sich das tolle Bild jedoch mit einer größeren Gehäusetiefe. Die ultraflachen Panels der früheren Hisensemodelle gibt es nun auch hier nur bei den kleineren Serien, deren Backlight sich am unteren Gehäuserand befindet. Der 65U8QF ist stolze neun Zentimeter tief, was aber von vorn betrachtet kaum auffällt. 

Das Gehäuse ist auch weniger chromspiegelnd als früher, sondern dezent dunkel matt metallisch. Der professionelle, wenig verspielte Look wird gestützt durch eine schmale Bespannung der Front in Akustikstoff – mit dem Hinweis, der Sound käme von JBL. 

Die Anschlüsse beschränken sich auf das Wesentliche in Form von viermal HDMI 2.0. Nur zweimal USB und kein Kopfhörerausgang sind zu verschmerzen, weil die Sounds auch einem Bluetoothkopfhörer zugespielt werden können. 

Einer unserer besonders stromhungrigen Festplatten verweigerte sich der Hisense allerdings, als wir aufnehmen wollten. Die USB-Aufnahme funktioniert mit moderneren Platten zwar brav, doch fehlt das in der Spitzenklasse eigentlich übliche Feature des Doppeltuners. 

© Josef Bleier

Eine mit Akustikstoff bespannte Front sowie der Hinweis auf JBL als Partner für die Klangabstimmung lassen Vorfreude auf gehobene Ansprüche im Soundbereich aufkommen.

Man kann also nur aufnehmen, was man sieht, oder halt Timer setzen. Dafür klappt der Timeshift intuitiver als z.B. bei Panasonic, durch einfaches Drücken der Pausetaste.

Für den Singletuner, der natürlich alle vier Empfangswege abdeckt, muss man den Entwicklern ein großes Lob aussprechen. Im Satbereich sind nicht nur Einkabellösungen und Motorsteuerung verfügbar, der TV erkennt auch die Satelliten einer Multifeedanlage automatisch, was bei unseren Tests allein nicht klappte, weil ein Sturm unsere Hotbirdschüssel verbogen hatte. 

Nach der Sendersuche (auch mit Blindscan oder LCN) wurden alle Kanäle gefunden und in eine sehr sinnvolle Reihenfolge gebracht. Eine manuelle Umsortierung ist schnell und übersichtlich möglich – Favoritenlisten inklusive. 

Für globales Denken sind das ganz schön spezifisch deutsche Ansprüche, die da berücksichtigt sind, genauso wie es speziell die Wünsche von uns Bildqualitätsfetischisten sind, die bei den Einstellungen umgesetzt wurden. Neben RGB-Balance und Gammakurve als Mehrpunktabgleich ist auch eine Farbraumanpassung möglich.

© WEKA Media Publishing GmbH

Beim Durchprobieren der Voreinstellungen sahen wir bis zu 1406 Nit Brillanz und eine BT.2020 Farbraumabdeckung von 79%. Die Hardware ist also schön hell und superbunt. Der abgedruckte HDR-Nachtmodus ist toll abgestimmt.

Bedienung

Das Betriebssystem Vidaa von Hisense zeichnet sich durch schnell reagierende, gut lesbar beschriftete Bildschirmmenüs aus. Es erscheint simpler und damit intuitiver als Android, bietet dafür aber nicht ganz so viele Apps. Die wichtigsten Partner sind allerdings mit im Boot.

Die Fernbedienung ist schmaler und edler als im Vorjahr, ihre Tasten äußerst präzise. Sie wird per Bluetooth verbunden und kann Sprachbefehle transportieren. Nach Anmeldung und Einbindung agiert der TV als Alexa und steuert sich wie die Amazonwelt.

Medienquellen wie DLNA, USB, Miracast oder App-Casting unterstützt der TV selbstredend – in vielen Codecvarianten (außer AV1).

Streaming mit 3D-Sound und HDR

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Höchste Dynamik

Eingangs zogen wir Vergleiche mit den lokal dimmenden Serien von Samsung. Denen hat dieser 65U8QF sogar etwas voraus – nämlich die Unterstützung von Dolby Vision. Neben HLG hat der Hisense auch HDR10+ im Gepäck. Und gerade das, sowie der Fakt, dass er hohe Lichtstärken länger halten kann als die Samsungs, macht ihn zum HDR-Knaller. 

Mit seinen farbechten 1300 Nits geht er deutlich verschwenderischer um als andere TVs, dimmt aber bei düsteren Szenen nicht so tief herunter, dass Dunkles wegbricht. Somit liefert er im Schwarzraum auch kein ganz perfektes Schwarz wie ein OLED, brilliert aber wie kaum ein anderer TV. 

Beim Dimming konnten wir die wahrscheinlich 12×15 Zonen kaum ausmachen, so gut werden sie verborgen. Sie sind auch für das Backlightscanning des schnellen 120Hz-Panels verantwortlich, das dem Hisense eine sehr flüssige Bewegungsdarstellung beschert. 

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© Josef Bleier

(links) Die aus vielen LEDs bestehende, autodimmende Hintergrundbeleuchtung ist dafür verantwortlich, dass eine größere Gehäusetiefe (9 cm) benötigt wird. Das zahlt sich beim exzellenten Kontrast und Schwarzwert aus. (rechts) Die schlanke Fernbedienung im Metallgehäuse besitzt einen sehr präzisen Druckpunkt. Die Tasten sind zu gleichförmig, um intuitiv gefunden zu werden.

Übrigens: Mit gemessenen 14 Millisekunden im Gamemodus reagiert das Display unfassbar schnell. Im hellen Wohnzimmer ist der Kontrasteindruck stets äußerst beeindruckend, wenn auch ohne HDR locker 500 bis 700 Nits abgestrahlt werden. 

Hier wird man natürlich haarklein auf jedes Sendeartefakt der TV-Stationen oder Streamingaanbieteer aufmerksam. Dabei liegt die Farbpotenz des Hisense viel höher als bei normalen LCD-TVs oder OLEDs – auf vollem Samsung QLED-Niveau. 

Beim Bild dieses Hisense bleibt also kein Auge trocken, hört man sich den Klang an fängt man bei größeren Lautstärken eher durch Verzerrungen oder quälende Mitten an zu weinen. 

Nachrichtensprecher sind sehr gut verständlich, für Filmton oder Musik muss eine andere Lösung her. Ein Argument mehr, den Hisense als tollen HDR-Monitor anzuerkennen und ihm im Wohnzimmer für das gesparte Geld ein passendes Heimkinosetup an die Seite zu stellen.

© video Magazin / Weka Media Publishing GmbH

video Magazin Testurteil: sehr gut

Fazit

Kurz gesagt haben wir noch nie ein so brillantes, sattes und farbenfrohes Bild in dieser Preisklasse gesehen. Und das ist immer noch das wichtigste Argument für eine TV-Kaufentscheidung.​

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