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WM-Special von Hisense

Hisense H55U7A im Test: Weltmeisterlich günstig

Hisense bringt mit dem H55U7A rechtzeitig zur WM 2018 eine Special Edition heraus. Ob sich mit dem Weltmeister-TV gut Fußball schauen lässt, zeigt unser Test.

Hisense WM Edition

© Hisense

WM-Editionen sind keine Seltenheit. Auch Hisense hat mitgezogen und wurde von video unter die Lupe genommen.

EUR 699,99

Pro

  • tolle Verarbeitung
  • angenehmes HDTV-Bild

Contra

  • mattes HDR
  • Blickwinkel

Fazit

video Testurteil: gut; Preis/Leistung: überragend
79,0%

Beim Hisense H55U7A in diesem Test handelt es sich um eine Special Edition zur WM 2018. Events wie diese sind extrem wichtig für den TV-Markt. Man weiß, dass immer neueste Übertragungsverfahren eingesetzt werden, und vielen Deutschen ist es sehr wichtig, bei den Spielen in maximaler Erlebnisqualität mitfiebern zu können. Also wird so ein Sportereignis oft als Anlass genommen, um die Wohnzimmertechnik aufzurüsten, sprich das alte TV-Gerät auszutauschen – jetzt gegen ein Ultra-HD HDR-Gerät in mindestens 55 Zoll. Alle vier Jahre belegen die Marktzahlen einen enormen Anstieg beim TV-Umsatz kurz vor den Fußball-Weltmeisterschaften. Hisense gibt als offizieller Sponsor der Fifa WM 2018 einen gewaltigen Batzen Geld aus, um Bandenwerbung zu schalten und die VIP-Lounges der russischen Stadien mit den passenden Geräten ausstatten zu dürfen. So wird der Bekanntheitsgrad der Marke enorm gesteigert, und Auserwählte erleben, dass die Qualität dieser chinesischen Produkte mit lange etablierten A-Marken voll mithalten kann.

Für uns TV-Tester ist das wenig überraschend, denn wir verfolgen die Entwicklung des Herstellers seit über zehn Jahren. Er scheint es als einzige chinesische Firma neben TPVision, wo man vor einigen Jahren Philips-TV einfach in Gänze übernommen hatte, wirklich ernst mit  Europa zu meinen. Erst brachte sich Hisense stark in eine Kooperation mit dem Traditions-HighEnd-Produzenten Loewe ein, dann wurde ein europäisches Entwicklungs- und Qualitätssicherungszentrum in Düsseldorf etabliert.

Andere chinesische Hersteller sind einfach zu weit vom deutschen Konsumenten, Markt und Handel entfernt, um deren spezielle Bedürfnisse zu erfüllen. Trotz Globalisierung sind Ansprüche, was Haptik, Bildabstimmung oder Smart-TV-Apps betrifft, extrem unterschiedlich in verschiedenen Ländern. Hier hat sich in den letzten drei Jahren sehr viel bei Hisense getan, sodass einige Produkte in unseren Tests schon sehr positiv auffallen konnten. Wenn jetzt noch mehr Menschen das merken und die Marke mit guter Qualität in Verbindung bringen, haben die Chinesen es geschafft und werden vom Konsumenten ernst genommen wie von der Konkurrenz gefürchtet. Da hilft so eine WM-Kampagne ungemein, wenn halt auch die Produkte stimmen.

Hisense Bilder

© Hisense

Das Panel des Hisense ist wirklich ultradünn und wirkt damit äußerst edel. Die Hintergrundbeleuchtung wanderte in die Unterkante.

Dahingehend waren wir beim H55U7A schon vor dem Test recht überzeugt, denn schon sein etwas teurerer Vorgänger H55NU8700 wurde uns vor einem halben Jahr als WM-TV angepriesen und schnitt im Test überraschend sehr gut ab. Die Geräte sehen sich zum Verwechseln ähnlich, und auch im Datenblatt ist die Verwandschaft nicht von der Hand zu weisen. Doch gerade bei der Darstellung von Sportprogrammen wurde Entscheidendes verbessert.

Jedenfalls weist der H55U7A wieder eine exzellente Verarbeitungsqualität auf und besitzt mit seinem ultradünnen Panel ein gehobenes Design. Eingespart wurden Komponenten- und Kopfhöreranschluss sowie teure Audiochips von Dolby. So sind zwei der drei HDMI-Buchsen 4K-HDR-tauglich, eine der drei USBs ist für die Festplatte bestimmt und konnte die 65MB/s  unseres Labormusters locker umsetzen. Geschwindigkeit ist hier wichtig für problemlose Aufnahmen und den automatischen Timeshift.

4K-TV: Kaufberatung

© Tooykrub / shutterstock

Unsere Kaufberatung für 4K-TVs verrät, worauf Sie bei UHD-Fernsehern achten müssen.

Der Vierwegetuner ist einmal vorhanden, seine Astra-LCN-Sortierung schob uns die Privatstationen jedoch zu weit nach hinten. Dafür ist die manuelle Nachsortierung gut gelöst. Umschaltzeiten sind etwas höher als bei Top AMarken-TVs, die Einschaltzeit liegt mit 5,5 Sekunden jedoch schön niedrig.

Nicht ganz so gut hat die Beurteilung der Reaktionszeit der Menüs abgeschnitten. Der TV kam uns deutlich langsamer vor als sein Vorgänger, obwohl die Menüinhalte dieselben waren und der Prozessor nicht heruntergestuft sein dürfte. Dabei ist die Logik der Steuerung und die Gestaltung der Bildschirmseiten sehr gelungen. Das Ganze funktioniert klassisch ohne Spracheingabe oder Mausfunktion. Programmliste, EPG, Aufnahme und Smart-TV-Apps sind dennoch intuitiv und leicht zu kontrollieren. Dabei sind die Einstellungen, die man zum Abgleich der Bildqualität vornehmen kann, völlig professionell gelöst. Hier ist eine komplette Kalibration von Farben und Helligkeitsparametern durch den Fachmann möglich, soweit es natürlich die Qualität des eigentlichen LCD-Panels zulässt.

Hisense Screen Hauptmenü

© Hisense

Im Hauptmenü lassen sich Apps und Quellen ablegen. Das beschleunigt die Suche danach.

Diese positive Einstellung von Hisense in puncto Bildqualität zeigt sich auch darin, dass ab Werk der Kinomodus weitgehend korrekt abgeglichen ist. Sogar in „Standard“, wo Hersteller üblicherweise schon gern reißerisch übertreiben, ist das Bild für unsere überkritischen Augen erträglich. Dabei wird vor allem der Tuner deutlich entrauscht und geglättet. Die TVElektronik erlaubt sogar ein lokales Dimmen der 16 LEDs, die sich im unteren Bildrand befinden. Das sind gut und gern doppelt so viele wie in teureren TVs der Preisklasse, doch der  Effekt ist nicht optimal. Unsere Messwerte für Kontrast und Schwarzwert werden so allerdings deutlich nach oben korrigiert. 

Hisense Farbeinstellungen

© Hisense

Vollprofi: neben 20-Punkt-Weißabgleich und vollwertigem CMS sind eine Gammaauswahl und Primärfarbmodi vorhanden.

Im täglichen Betrieb arbeitet das Dimmen ordentlich und verleiht dunklen Szenen global besseres Schwarz. Dennoch erscheinen Objekte deutlich matter als auf doppelt so teuren OLED-Screens – wen wundert es. Wie üblich nimmt die Reinheit der Farben auch bei seitlichem Blickwinkel ab. Auch keine Überraschung, denn es wird kein IPS-Panel verwendet. Wir haben den Effekt jedoch schon deutlich schlimmer gesehen. Insgesamt überzeugt die TV-Wiedergabe für die Preisklasse voll, und wird sogar besser bewertet als beim teureren, etwas besser ausgestatteten Vorgänger. Das liegt bei nahezu deckungsgleichen Messwerten vor allem daran, dass wir jetzt eine Zwischenbildberechnung aktivieren konnten, die damals nicht auffindbar war. Sie verbessert die Ruhe und Schärfe von Bewegungen immens, rechnet sie doch zu jedem Kinofilmbild gleich vier neue Bewegungspositionen hinzu.

Dabei lässt sich sogar der 2:3-Pulldown ein- und ausschalten. Auch 50-Hz-Aufnahmen wie Fußball werden durch jeweils ein Zwischenbild glattere Bewegungen verpasst. Sie erscheinen harmonischer und der Ball ruhiger. Artefakte dieser Rechenalgorithmen bleiben bei schnellen Aktionen nicht aus, sind aber für die Preisklasse sehr dezent. Klanglich hat Hisende zwar auf ein paar Algorithmen verzichtet, jedoch in Hardware investiert – frei nach hinten strahlende Langhub-Mitteltieftöner. Der TV liefert so eine hohe Stadiondynamik mit brachialen Mitten für Fangesänge.  Es ist also kein Werbegag, dass dieser TV sich für Sportübertragungen besser eigent als die meisten gleichteuren Mitbewerber. Wir würden natürlich das größere Modell in 65 Zoll vorziehen, das es schon für 1499 Euro gibt.

Fazit

Hisense Rückseite

© Hisense

Im Vergleich zum ebenfalls bestens und massiv verarbeiteten Vorgänger wurde das Metall dunkler und matter veredelt. Der dezentere Look wird vielen noch besser gefallen. So einen schicken TV, sogar mit Kabelführung durch die Rückseite des Fußes, findet man in der Preisklasse sonst nie. Neu sind auch die dicken Lautsprecher, die viel Dynamik nach hinten pusten.

Mit dem WM-Fernseher von Hisense kann man besonders elegant und bewegungsscharf Fußball schauen. Neben exzellenter Verarbeitung und 100-HzPanel gehört eine Bewegungsglättung absolut nicht zu den alltäglichen Ausstattungsmerkmalen dieser Preisklasse.

Video Designtipp

© video

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