Angespielt auf PS5 und Xbox Series X

GRID Legends im Test: Seichter Arcade-Racer ohne Tiefgang

3.3.2022 von The-Khoa Nguyen

GRID Legends ist ein Arcade-Racer und kann sich damit durchaus von einfacheren Simulationen wie Gran Turismo 7 abheben. Dennoch ist es mutig, nur wenige Tage vor dem Genrekönig der Playstation-Rennspiele zu erscheinen – nur um dann im Test so zu enttäuschen ...

ca. 3:00 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Grid Legends 2 im Test
© EA

Pro

  • Gutes Arcade-Renngefühl
  • Fünf Stunden Kampagne
  • Guter Multiplayer-Part

Contra

  • Schlechte Live-Action-Zwischensequenzen
  • Lustlos wirkende Rennen
  • Aus der Zeit gefallene Grafik
  • Unausgegorene Features
  • Liebloses Schadensmodell

Fazit

GRID Legends muss man nicht spielen. Zu lustlos wirkt das gesamte Spiel.


Durchschnittlich

Dreh- und Angelpunkt von GRID Legends ist die „Driven to Glory“-Kampagne mit 36 Events: erzählt durch Live-Action-Zwischensequenzen, also mit echten Schauspielerinnen und Schauspielern. Unter anderem konnte man dafür Ncuti Gatwa verpflichten, den man zum Beispiel aus der Netflix-Serie „Sex Education“ kennt. Die Story ist eine klassische Underdog-Geschichte, in der es gilt, den schlingernden Rennstall Seneca wieder auf Kurs zu bringen und sich des fünfmaligen GRID-Champions Nathan McKane zu erwehren.

Der Ansatz, auf echte Schauspielerinnen und Schauspieler zu setzen, ist mutig. Angekündigt war „Driven to Glory“ als echtes Highlight, das man zwischenzeitlich sogar mit der Netflix-Serie „Driven to Survive“ verglich. Doch alle Hoffnungen auf eine gehaltvolle, gut ausgearbeitete Story verfliegen bereits nach wenigen Minuten. Die zigmal durchgekaute Story vom Underdog zum Heiland, die häufigen Trash-Momente, die zwischen Tragik und Komik schlingern und die teils unwürdigen Schauspielleistungen lassen einen doch mit Regelmäßigkeit auf ein baldiges Ende der jeweiligen Zwischensequenz hoffen.

Das größte Problem von GRID Legends ist aber ist, dass sich diese Lustlosigkeit auch in den Rennen fortsetzt. Denn die meisten Rennevents fühlen sich mittelmäßig, nahezu gar nicht inspirierend, geschweige denn bombastisch an. Die Rennen bestehen aus drei bis vier Runden, die sich zwar hinsichtlich der Strecken unterscheiden, aber ansonsten nur wenig bis keine Abwechslung bieten. Sogar die drei Eventtypen Elimination-, Zeit- und Rundenrennen unterscheiden sich nur marginal voneinander.

Grid Legends im Test
© EA

Und auch abseits der Strecke passiert ... nicht viel. Wir können weder unsere Spielfigur „Fahrer 22“ individualisieren, noch macht es besonders viel Spaß, die Seneca-Fahrzeuge zu verbessern – zu lieblos dahingeklatscht wirken die „Talentbäume“ der Wagen. 

GRID Legends: Vom Killer-Feature zum Rohrkrepierer 

Im Vorfeld als Killer-Feature angekündigt, entpuppt sich auch das eigentlich spannend klingende Nemesis-System als Reinfall. Die Idee dahinter sind mehrere Rennen lang anhaltende Rivalitäten zwischen Rennsportlern. Das Problem dahinter: schon kleinste Berührungen während eines Rennens reichen manchmal aus, um sich einen weiteren Konkurrenten zu schaffen. Noch unausgegorener wirkt das Feature, wenn die Auswirkungen zu Tage treten. Denn mehr als kleine, völlig sinnlose Rempler wissen die Rivalen nicht als Waffe einzusetzen. Kampflinie fahren? Aggressives Fahrverhalten? Pustekuchen. Sehr, sehr schade.

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Genau diese Unausgewogenheit setzt sich weiter fort. So soll es realistisch erscheinen, dass die Gegner Fehler machen. Wenn aber nahezu in jedem Rennen an völlig harmlosen Streckenabschnitten ein Fahrer in die Bande kracht, dann wirkt das nur noch wenig authentisch. Ebenfalls wenig authentisch: das Schadenssystem. Zwar gibt es Dellen, bewegliche Teile und zersplitterte Scheiben, ein Vergleich zum ersten GRID, das mit einem ausgeklügelten Schadenssystem aufwartete, ist das aber lange nicht. 

Und auch sonst bietet GRID Legends eher wenig, obwohl der Umfang recht groß ist. Doch Umfang ist eben nicht alles, wenn sich auf der Strecke zu viel wiederholt. So muss man beispielsweise Events mehrfach fahren, um alle Auto-Upgrades freizuschalten. Und frische Ideen oder gar neue Ansätze? Pustekuchen. GRID Legends liefert viel von Altbekanntem. 

Grid Legends im Test
Grid Legends im Test
© EA

Allein im Multiplayer-Modus kann man GRID Legends wirklich loben. Hier machen die Rennen Spaß und das arcadige Fahrgefühl trägt enorm dazu bei. Dieses Fahrgefühl ist es auch, das GRID Legends von Titel wie Gran Turismo 7 abhebt, denn bremsen muss man tatsächlich nur recht wenig. Schade aber, dass man grafisch wenig getan hat. Zwar sind die Strecken allesamt nett anzuschauen, doch gerade die Fahrzeuge wirken eher wie Spielzeugautos als wie wahre Rennschleudern. Grundsätzlich wirkt GRID Legends im Vergleich zu Gran Turismo 7 aus der Zeit gefallen. Daran können auch die zahlreichen Witterungsbedingungen (unter anderem Schnee) nichts ändern. Vor allem deshalb nicht, weil es keinen Wetterwechsel gibt. Wenn wir bei Sonnenschein starten, kommen wir auch bei Sonnenschein ins Ziel. 

GRID Legends im Test: Fazit 

Eingefleischten Arcade-Racing-Fans könnte GRID Legends gefallen. Aber allein jenen, die sich mit Altbekanntem durchaus anfreunden können und ein Herz für trashige Zwischensequenzen haben. Ansonsten muss man leider konstatieren, dass Codemasters und EA es nicht verstanden haben, die Marke für die Zukunft fit zu machen oder gar mit Neuerungen zu begeistern. Die Lustlosigkeit trieft aus allen Poren, möchte man meinen. Schade, dass man ein Projekt mit so wenig Herz umsetzt. 

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