Digitale Fotografie - Test & Praxis
Kompaktkamera

Fujifilm XF10 im Test

Mit der XF10 erweitert Fujifilm seine Baureihe kompakter Reisekameras: Die Neue kombiniert einen APS-C-Sensor mit 24 Megapixeln und einer 2,8/18,5-mm-Festbrennweite. Wir haben den Test.

Fujifilm XF10 im Test

© Fujifilm

Fujifilm XF10 im Test -Mithilfe einer Bluetooth-Verbindung kann der Fotograf seine Bilder automatisch auf ein Smartphone oder Tablet übertragen. Dazu müssen Kamera und mobiles Gerät über die App „Fujifilm Camera Remote“ drahtlos miteinander verbunden werden. Die App ist gratis für Android- und Apple- Geräte verfügbar.

Pro

  • Hohe Griffsicherheit
  • Display entspiegelt
  • Fernsteuern per App

Contra

  • Verzicht auf Sucher, Blitzschuh und den Klappmechanismus des onitors

Fazit

ColorFoto Testurteil: 46,5 Punkte (8,5 Punkte unter Durchschnitt)

Kompaktes Gehäuse mit lichtstarker Weitwinkel-Festbrennweite plus APS-C-Sensor – das ist der Bauplan einer ganzen Serie hochwertiger Reisekameras von Fujifilm. Aktuell wurde das extrem kompakte Einstiegsmodell XF10 erneuert. Es muss zwar auf Sucher, Blitzschuh und den Klappmechanismus des 3-Zoll-Monitors verzichten, kostet aber auch nur 500 Euro. 

Die XF10 hat einen 91-Punkt-Hybrid-AF, 4K-Video und Bluetooth. Der integrierte Blitz fällt mit Leitzahl 5 (ISO 100) zwar eher bescheiden aus, kann aber zum Aufhellen von Porträts dennoch nützlich sein. In der XF10 steckt ein APS-C-Sensor im CMOS-Format mit 24 Megapixeln, den man von der neuen X-T100 schon kennt. 

Zum Einsatz kommt hier damit nicht der für Fujifilm typische X-Trans-Farbfilter, sondern eine gewöhnlichere und günstigere Version mit Bayer-Pattern. Der ISO-Bereich reicht von 200 bis 12 800, manuell von ISO 100 bis 51 200.

Gehäuse und Objektiv

Die XF10 gibt es in Schwarz oder Gold mit braunen Applikationen. Ein Handgriff und eine gummierte Daumenwulst bieten hohe Griffsicherheit, zumal die sehr handliche XF10 mit 280 g noch 60 g leichter ist als ihre Vorgängerin X70 – und 3 mm flacher. Die eingebaute 2,8/18,5-mm-Optik (KB-äquiv. 28 mm) kennt man von der X70. Wenig sinnvoll erscheint dagegen der integrierte „Telekonverter“, der die Brennweite rechnrisch auf 35 mm und 50 mm (bei Standard 28 mm) erhöht. 

Dieses Digitalzoom beschneidet das Bild auf den mittleren Bereich und rechnet den Ausschnitt anschließend wieder hoch. In puncto Brennweite eignet sich die XF10 also in erster Linie für Landschafts- und Architekturaufnahmen oder für Schnappschüsse, auch Food-Fotos können gut gelingen, zumal die Naheinstellungsgrenze bei 10 cm liegt und der Hersteller passend dazu den neuen Filter „Detailliert und Fein“ ergänzt hat.

Fujifilm XF10 im Test - Monitor

© Fujifilm

Der festverbaute 3-Zoll-Monitor auf der Rückseite muss zur Bildgestaltung genügen; denn da der XF10 ein Blitzschuh fehlt, kann der Fotograf auch keinen Sucher nachrüsten.

Display

Für Motivsuche und Bildgestaltung muss der Monitor genügen, denn auch die Möglichkeit, einen Sucher nachzurüsten, gibt es aufgrund des fehlenden Blitzschuhs nicht mehr. Das kann unter ungünstigen Umständen bei viel Sonnenlicht zum Problem werden. Das Display ist immerhin zusätzlich entspiegelt und löst mit 346 666 RGB-Pixeln hoch auf. Helligkeit und Farben lassen sich individuell anpassen, die aufnahmerelevanten Informationen wie Histogramm, Gitter, Wasserwaage sowie eine Belichtungs- und Schärfentiefenvorschau kann man einblenden.

Bedienung

Deutlich reduziert wurde das Tastendesign: Mit drei Einstellrädern an der Oberseite und einem am Objektiv orientiert sich die XF10 optisch an ihren Schwestern, adressiert aber eher Ein- und Umsteiger: Sie hat ein konventionelles Moduswahlrad, das neben den PSAM-Modi eine Auto-Funktion (SR+) und direkten Zugriff auf 19 Filter, die üblichen Motivprogramme und die Panoramafunktion bietet. 

Blende und Zeit lassen sich über das vordere Einstellrad und den Blendenring wählen. Zur Belichtungskorrektur dient wie gehabt das rechte Rad, wobei eine Skala auf dem Monitor über die aktuelle Einstellung informiert. Mit dem mittig platzierten Joystick kann man ruckzuck das aktive Fokusfeld wählen, die Größe wird am vorderen Einstellrad bestimmt. 

Es gibt zwei Fn-Tasten und zudem vier Fn-Funktionen über den Monitor, die programmierbar sind. So genügt ein Fingerwisch nach rechts, um schnell in das Instagram-taugliche 1:1-Square-Format zu wechseln. In einem weiteren Bereich verbirgt sich das Schnellmenü (Q-Taste) mit 16 konfigurierbaren Einstellungen. 

Auf zusätzliche Funktionsfelder – zum Beispiel AF-Betriebsart, Filmsimulation oder Touch-AF-/Touch-Shot-Modus – greift man am Monitor per Fingertipp zu. Was fehlt, ist eine Videostarttaste: Der Fotograf muss die „Drive“-Taste bedienen, um die Funkti- on „Video“ auszuwählen und dann über den Auslöser zu starten.

Fujifilm XF10 im Test

© Fujifilm

Das Zeitenrad ist einem Programmwählrad gewichen. Es bietet alle wichtigen Aufnahmemodi, darunter den Automatik-Modus und Zugriff auf die Szenen-Modi. Das rechte Rad dient klassisch der Belichtungskorrektur.

Ausstattung

Wie von Fujifilm gewohnt, gehört ein zeitgemäßes Ausstattungsbundle zur XF10: Die Kamera beherrscht Belichtungsreihen mit maximal neun Bildern und HDR-Aufnahmen. Dazu hat sie noch diverse BKT-Modi wie ISO, Weißabgleich und Filmsimulation zu bieten. Außerdem meistert die XF10 Langzeitsynchronisationen, Synchronisationen auf den zweiten Vorhang und Blitzbelichtungskorrekturen von -2 EV bis +2 EV. 

Ebenfalls in den Funktionsumfang integriert wurden 4K-Serienbilder und 4K-Mehrfachfokussierungen (Auswahl der Schärfeebene nach der Aufnahme, Fokus-Stacking). In Sachen Videoaufzeichnung muss der Nutzer Kompromisse eingehen. Die Kamera kann zwar 4K-Videos aufnehmen, allerdings ist die Frequenz auf magere 15 B/s begrenzt. Full-HD-Aufnahmen sind dafür mit 60 B/s möglich, außerdem kann man Zeit lupenvideos mit 4-fach-Tempo und in HD-Auflösung filmen. 

Die Kombination aus Wifi und Bluetooth für die Bildübertragung und eine stromsparende Dauerkoppelung mit dem Smartphone ist bereits von anderen Fujifilm-Kameras bekannt. Per App lässt sich die XF10 fernsteuern samt Livebildübertragung, außerdem lassen sich Fotos ausdrucken oder im laufenden Betrieb GPS-Daten vom Smartphone übertragen.

Fujifilm XF10 im Test - Anschlüsse

© Fujifilm

Neben dem Micro- HDMI- und einem Micro-USB-Anschluss bietet die XF10 eine Klinkenbuchse, über die sich ein Stereomikrofon oder ein Kabelfernauslöser anschließen lassen.

Autofokus

Das Autofokussystem kombiniert in einem Hybridsystem Phasendetektion mit Kontrast-AF über 91 Messpunkte. Als Modi stehen mit der XF10 „Single“, kontinuierlicher AF und die manuelle Steuerung zur Wahl. Ein Spot-, Zonen- und Flächen-Autofokus, ein Wide/Tracking-Modus (Wide stellt automatisch auf kontrastreiche Bereiche scharf, nur AF-S) sowie eine Gesichts- und Lächelerkennung runden die Steueroptionen ab.

Beim manuellen Scharfstellen unterstützen ein Fokus-Peaking, eine Lupenfunktion und eine Schärfentiefenvorschau auf dem Monitor. Wird die AF-Funktion auf eine Fn-Taste gelegt, lässt sich notfalls schnell automatisch fokussieren. Enttäuschend fielen allerdings die Ergebnisse im Labor aus:

Mit 0,7 s (300/30 Lux) zeigt sich die XF10 deutlich langsamer als die X70, und bei schlechten Lichtverhältnissen ist sie alles andere als schnappschuss tauglich (X70 0,33/0,34 s). Auch bei Serien hinkt sie mit 6 B/s deutlich hinter der X70 her, dabei gelingen ihr nur 15 JPEGs und 4 RAWS in Folge. Zum Vergleich: Die X70 konnte noch Serien mit 8 B/s und 14 JPEGs / 7 RAWs aufnehmen.

FUIFILM XF10 Promotional Video / FUJIFILM

Quelle: Fujifilm
1:31 min

Bildqualität

Mit 2098 LP/BH erreicht die XF10 eine respektable Auflösung, die sie bis ISO 3200 nahezu konstant halten kann (2045 LP/BH). Auch die Dead-Leaves-Werte liegen mit mehr als 1000 LP/BH auf sehr hohem Niveau, sowohl in Bereichen mit hohen als auch mit niedrigen Kontrasten. Dabei überschreiten die Kurven nur bei ISO 200 minimal die 1er-Grenze, was für eine moderate Kontrastanhebung steht.

Die kräftigen Kantenprofile weisen jedoch in den Hochkontrastbereichen auf eine deutliche Nachschärfung hin, was zu störenden Artefakten führen kann. Die XF10 rauscht zudem deutlich mehr als die X70 mit X-Trans-Sensor – und das gilt tendenziell für den gesamten ISO-Bereich: Schon bei ISO 1600 nähern sich die Werte der VN/Marke von 2,0 (VN 1,9; X70: VN 1,5) und erreicht diese 2,0 ab ISO 3200 (X70: 1,7). 

Texturverluste in JPEGs werden ab ISO 800 deutlich, ein Wechsel zu RAW ist darum bereits bei niedrigeren ISO-Werten sinnvoll. Das Objektiv zeigt im Randbereich Schwächen, ist aber bereits offen gut nutzbar. Angesichts der Baugröße passt die Leistung.

Fazit

Mit der XF10 erweitert Fujifilm sein Kompaktsortiment um ein extrem günstiges Modell mit Festbrennweite. Als Alternative zum Smartphone ergänzt es die Systemkamera mit viel Bildqualität auf wenig Raum. Zeitgemäß ist das intuitive Handling mit Touchscreen und virtuellen Fn-Funktionen, die sich per Fingerwisch bedienen lassen, inklusive der Wifi/Bluetooth-Konnektivität. 

Der 24-MP-CMOS-Sensor überzeugt mit hoher Auflösung, allerdings ist die Abstimmung etwas hart. Enttäuschend langsam arbeitet das 91-Punkt-Hybrid-AF-System, das in teureren Fujifilm-Modellen, auch in der X-T100, mit Wechselobjektiv sehr erfolgreich zum Einsatz kommt. Der niedrige Preis von 500 Euro und das geringe Gewicht machen die XF10 zur attraktiven Reisebegleitung. Was fehlt, ist aber ein zumindest nachrüstbarer Sucher.

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