Digitale Fotografie - Test & Praxis
APS-C-Kamera

Fujifilm X-Pro3: Autofokus, Belichtung & Fazit

© Fujifilm

Wie die ganze Kamera ist auch die Klappe für die beiden Steckplätze für UHS-II-SD-Karten staub- und spritzwasserfest.

Der neue Sensor beschert der X-Pro3 das Hybrid-AF-System mit Phasen- und Kontrast-AF der X-T3. Der AF arbeitet im Mehrfeld-Modus wahlweise mit 117 oder 425 AF-Feldern und einer Bildfeldabdeckung von 91 % der Sensorbreite und 94,5 % seiner Höhe. 

Der Lowlight-AF funktioniert bis zu -6EV. Ob mit Phasen- oder Kontrast-AF gearbeitet wird, entscheidet die X-Pro3 automatisch. Neben der automatischen AF-Messpunktwahl und einem Spot-AF mit variabler Größe stehen AF-Messzonen mit Gruppen von 9, 25 oder 49 Feldern zur Wahl. 

Für AF-S bietet die X-Pro3 noch die Option „Weit“, für AF-C „Verfolgung“. Beides ist für Motive gedacht, die sich durch einen größeren Bereich im Bild bewegen. Die Gesichtserkennung mit Augen-AF erlaubt auf Wunsch die Fokuspriorität auf das rechte oder das linke Auge. 

Eine Pre-AF-Option sorgt durch permanente Vorfokussierung für die schnellstmögliche Aufnahmebereitschaft. Mit einer Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit von 0,4/0,4 s bei 300/30 Lux war die X-Pro3 im Labor ebenso schnell wie die X-T3, die X-Pro2 agierte mit 0,34/0,39 s noch einen Tick schneller. 

Der mechanische Verschluss bietet Belichtungszeiten von 1/8000 bis 30 s; die elektronische Variante arbeitet völlig lautlos bis zu 1/32 000 s. Beide Verschlussarten können einzeln oder kombiniert genutzt werden. 

Wie schon die X-T3 beherrscht auch die X-Pro3 mit elektronischem Verschluss maximal 20 B/s, mit mechanischem Verschluss sind es 11 B/s. Die elektronische Variante ermöglicht im Sport-Modus mit einer Auflösung von 16 Megapixeln sogar Serien mit 30 B/s. 

© Screenshot & Montage: ColorFoto

Hinzugekommen ist die Farbfilmsimulation „Classic Negativ“ (3), im deutschen Menü falsch mit „Klassik Schwarz“ übersetzt. Bei der neuen HDR-Funktion kann der Effekt der Dynamik des Motivs entsprechend variiert werden (4).

Bei der Belichtungsmessung stehen die Modi Mehrfeld, Mitte, Spot und Integral zur Wahl. Die „Drive“-Taste neben dem Suchereinblick bringt zehn Funktionen zum Vorschein, darunter sieben Bracketing-Varianten und viele digitale Filtereffekte sowie – das ist neu – „HDR“. 

Im HDR-Modus macht die X-Pro3 mit jedem Auslösen drei Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen und kombiniert sie zu einem einzigen Bild, allerdings mit minimalem Beschnitt an den Rändern. 

Vier Mehrfachbelichtungs-Modi erlauben unterschiedlich gewichtete Kombinationen von bis zu neun Einzelbildern. Neu im Belichtungs-Menü sind die Optionen „Farbe Chromeffekt“ und „Farbe Chrom FX Blau“. Fujifilm verspricht stärker gesättigte und tiefere Farbtöne. 

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Fotobearbeitung

Wir zeigen Nutzern von Lightroom & Co., wie sich RAW-Fotos punktgenau in einzelnen Bildregionen bearbeiten und optimieren lassen.

Der Effekt fällt aber deutlich schwächer aus als zum Beispiel die Unterschiede zwischen den diversen Filmsimulationen. In den Modi „SW“ und „Acros“ kann die Monochrom-Tönung individuell variiert werden, zum Beispiel hin zu einem kühleren, wärmeren oder auch grünlicheren Grundton. 

Die Einstellung „Klarheit“, ergänzend zu Farbe, Schärfe und Rauschen, beeinflusst Texturen und Konturen des Motivs, ähnlich wie die gleichnamigen Regler in Bildbearbeitungsprogrammen. 

Die Lichter-/Schattenkorrektur ist jetzt in einer Tonwertkurven-Einstellung grafisch zusammengefasst. So muss man nicht immer wieder neu darüber nachdenken, ob etwa +2 für die Schatten diese nun tiefer schwarz oder in der Abstufung differenzierter macht.

Ein deutlicher Fortschritt der X-Pro3 gegenüber dem Vorgängermodell ist die 4K-Videofunktion, auch wenn der X-Pro3 manche Videofeatures der X-T3 fehlen, darunter 400 Mbit/s und 10-Bit-Aufnahme.

© WEKA Media Publishing GmbH

ColorFoto vergibt für dieses Gerät einen Kauftipp "Sucher"

Fazit

„Evolution statt Revolution“ lautete Fujifilms Motto bei der Aufrüstung der X-Pro2 zur X-Pro3. In Sachen Bildqualität spielen X-Pro3 und X-T3 in der gleichen Liga, in der aber auch X-Pro2 und X-H1 mithalten können. Die Fortschritte der X-Pro3 zeigen sich dank ihres leistungsfähigeren Bildprozessors vor allem beim Autofokus und der Belichtungssteuerung sowie den Videofunktionen. 

Das Sucherbild ist nun schärfer, kontrastreicher und größer. Seine Auflösung steigt um 60 Prozent. Der praktischere Joystick übernimmt mit die Aufgaben der Vierrichtungswippe. Das macht die X-Pro2 nicht zum alten Eisen, zeigt aber, dass die Neue deutlich mehr ist als nur ein Update. 

Beim praktischen Einsatz der vielfältigen Belichtungsoptionen kommen spätestens bei Dunkelheit und knapp über 0°C auf dem Weihnachtsmarkt Zweifel auf. Vielleicht ist es ja doch sinnvoller, die zahlreichen Optionen zur Bildbeeinflussung erst daheim am Computer einzusetzen. 

Vor Ort laufen sonst die Motive davon. Aber wer mit der X-Pro3 JPEG und RAW parallel fotografiert, kann ohnehin wenig falsch machen. In Summe: Der Hybridsucher fasziniert auch in der dritten Generation, die Bildqualität ist auf dem erwarteten, sehr hohen Niveau – Kauftipp Sucher.

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