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Mittelformatkamera

Fujifilm GFX 50R im Test

Die GFX 50R von Fujifilm ist nicht nur handlicher als andere Mittelformatmodelle, sondern mit 4500 Euro auch günstiger. Technische Basis der Bildaufzeichnung bleibt der Mittelformat-CMOS mit 51,4 Megapixeln. Was sie leistet, lesen Sie in unserem Test

Fujifilm GFX 50R im Test

© Fujifilm

Puristisches Sucherkameradesign: Der vorne angesetzte Griff ist ein Tribut an die Ergonomie, aber klein genug, um die klare Linienführung nicht zu stören.

Pro

  • sehr gute Bildqualität
  • im Studio, bei Landschaft und Architektur spielt sie ihre Stärken aus
  • handlich

Contra

  • Sport und Action sind nicht die bevorzugten Arbeitsfelder

Fazit

ColorFoto Testurteil: 86,5 Punkte (27 Punkte über Durchschnitt)

Sollte Ihnen die GFX 50R bekannt vorkommen, ist vielleicht die X-E3 der Grund. Jedoch ist die GFX 50R größer und wiegt mehr als das Doppelte: 775 statt 337 g. Beide Modelle sind klassischen Sucherkameras nachempfunden, unterscheiden sich aber im Sensorformat: APS-C (23,5 x 15,6 mm) bei der X-E3, Mittelformat (43,8 x 32,9 mm) bei der GFX 50R. 

Wer beim Mittelformat-Boliden den gerade für Fujifilm typischen X-Trans-Sensor vermutet, irrt sich leider. Stattdessen verbaut man einen konventionellen CMOS mit Bayer-Filter-Pattern und 51,4 Megapixeln (Seitenverhältnis 4:3), den gleichen wie bei der GFX 50S, die mit 5500 Euro deutlich mehr kostet als die GFX 50R (4500 Euro). Dafür wiegt die Neue knapp 150 g weniger, was sie zu einer handlichen Mittelformatkamera macht.

Gehäuse und Ausstattung

Das Gehäuse der GFX 50R besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist spritzwassergeschützt. Es vermittelt die Solidität eines Tresors, schon wegen seiner fühlbaren Masse. Ein Handgriff vorne und eine solide Daumenstütze an der Rückseite, beide griffig beschichtet, geben den Fingern Halt. 

Man fühlt sich wohl mit der Kamera, obwohl eine große Profi-SLR ergonomischer geformt ist. Unter der Abdeckung an der rechten Schmalseite finden sich zwei Steckplätze für SD-Karten. Als Stromquelle dient der Lithium-Ionen-Akku NP-T125, der aufgrund seiner Größe eine höhere Kapazität erwarten lässt als die ausgewiesenen 1250 mAh. Ein optionaler Batteriehandgriff für erhöhte Energiereserven bleibt dem Topmodell 50S vorbehalten. 

Die Befestigung eines Handgriffs wäre bei der 50R problematisch, weil sich einige Anschlüsse an der Unterseite befinden: eine USB-C-Schnittstelle und eine Netzteilbuchse (15 V). An der linken Seite des Gehäuses findet sich ein Mikrofon-/Remote-Anschluss (Miniklinke), an der rechten Seite eine HDMI-Schnittstelle. 

An der Gehäusefront sitzt eine Synchronkabelbuchse für Studioblitzgeräte. Einen Kopfhöreranschluss für Videos sucht man vergebens. Bei den Drahtlosfunktionen befindet sich die GFX 50R auf dem Stand der X-T3 und X-H1: Möglich ist die Fernbedienung der Kamera über die Handy-App „Fujifilm Camera Remote“ mit Live-Bild am Smartphone sowie der Bildtransfer zwischen Kamera und Smartphone über WLAN und Bluetooth LE. 

Bei der Koppelung mit dem Smartphone hilft ein QR-Code am Kameramonitor, wenn die Fujifilm-App zuvor aktiviert wurde. Auch in ein PC-Netzwerk lässt sich die 50R einbinden, was vor allem bei der Studioarbeit sehr hilfreich ist.

Fujifilm GFX 50R im Test - Monitor

© Fujifilm

Klappmonitor - Einen 4-Wege-Schalter sucht man vergebens. Der Joystick oberhalb der Menü-/OK-Taste ist aber wie bei der X-E3 ein adäquater Ersatz. Außerdem kann man in den Menüs – hier die Filmsimulation – auch per Touch-Funktion navigieren.

Sucher und Monitor

Typisch für das Sucherkameradesign der GFX 50R ist der an den linken Gehäuserand verlagerte OLED-Sucher mit einer Auflösung von 1 230 000 RGB-Pixeln und 0,77-facher Vergrößerung. Die Qualität des Suchers entspricht dem, was man von anderen aktuellen Fujifilm-Modellen wie der X-H1 kennt.

Detail-, Kontrast- und Farbwiedergabe befinden sich auf hohem Niveau. Kameraschwenks werden flüssig dargestellt, ein leichtes Ruckeln zeigt sich nur bei sehr schlechten Lichtverhältnissen. Links am Sucherokular befindet sich das Dioptrienrad; es lässt sich erfreulicherweise nur verstellen, wenn man es ein Stück aus dem Gehäuse zieht. 

Der 3,2-Zoll-Monitor hat eine Auflösung von 786 667 RGB-Pixeln und ist touchfähig. Er lässt sich über zwei Achsen aus dem Gehäuse schwenken, sodass man ihn frontal von oben (für Motive in Bodennähe) und schräg von unten (für Über-Kopf-Aufnahmen) betrachten kann. Auf eine dritte Einstellachse für Hochformataufnahmen wie bei der X-T2/X-T3 hat man verzichtet.

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