Digitale Fotografie - Test & Praxis
Mittelformatkamera

Fujifilm GFX 50R: Bedienkonzept, Bildqualität und Fazit

Inhalt
  1. Fujifilm GFX 50R im Test
  2. Fujifilm GFX 50R: Autofokus, Serienbilder und Beleuchtung
  3. Fujifilm GFX 50R: Bedienkonzept, Bildqualität und Fazit

Bedienkonzept

Beim Bedienkonzept orientiert sich die GFX 50R an der kleinen Schwester X-E3. Den sonst üblichen 4-Wege-Schalter sucht man vergebens, doch der „Joystick“ erweist sich als adäquater Ersatz. Man verwendet den kleinen Steuer-knüppel zum Navigieren in den Menüs ebenso wie zum Positionieren von AF-Feldern bzw. AF-Feld-Gruppen. 

Ein kurzer Druck auf den Joystick blendet das AF-Feld-Raster ein, anschließend wählt man die gewünschte Position für den AF-Punkt bzw. die Zone mittels Joystick. Durch Drehen eines Einstellrads verändert man die Größe eines AF-Felds oder einer Zone. Zum Einstellen von Werten bzw. Funktionen stehen zwei Endlosräder, das eine für den Daumen, das zweite für den Auslösefinger, bereit. 

Fünf Funktionstasten sind über das Gehäuse verteilt und mit einer von 44 Funktionen belegbar. Am berührungsempfindlichen Monitor gewinnt man durch Wischen nach links/rechts bzw. oben/unten weitere Direktzugriffe auf Funktionsbereiche wie AF-Modus, Filmsimulation, Weißabgleich oder ISO-Einstellung. 

Das dazugehörige Einstellmenü mit Kameragrafik erreicht man am schnellsten, wenn man die „Disp/Back“-Taste länger als zwei Sekunden drückt. Das Hauptmenü der GFX 50R ist durch sieben senkrecht angeordnete Karteireiter strukturiert, hinter denen sich bis zu drei Menüseiten verstecken. Unter „Mein Menü“ (MY) kann man sich häufig gebrauchte Einträge zusammenstellen. 

Eine weitere Einstellebene bildet das frei konfigurierbare Schnelleinstellmenü (Q-Taste). Auch dort hilft die Touch-Funktion beim Navigieren und Einstellen. Das Gleiche gilt für die Bildwiedergabe mit der Möglichkeit, durch den Bildbestand zu „blättern“. Auch das Vergrößern von Bildern durch „Ziehen“ mit zwei Fingern ist möglich.

Fujifilm GFX 50R im Test - Anschlüsse & Slots

© Fujifilm

Im Detail Unter dem Deckel an der Bodenplatte findet man den Netzteilanschluss und eine USB-C- Buchse – ein ungewohnter Fundort. Für SD-Karten bietet die Kamera zwei Steckplätze. Unter der kleinen Abdeckung darüber befindet sich der HDMI-Anschluss.

Bildqualität

Mit einer extrem hohen Auflösung um 3000 LP/BH bis ISO 12 800, Dead- Leaves-Werten über 2000 LP/BH – auch noch bei ISO 1600 – und entsprechend feiner Detailwiedergabe liefert die Fujifilm GFX 50R mit ihrem 51-MP-Sensor überzeugende Argumente für das Mittelformat. 

Die Konkurrenz mit Vollformatsensor wie die Sony A7R III (42 MP) oder Nikon Z7 (45 MP) findet da auf höchstem Qualitätsniveau ihren Meister. Allerdings nicht in jeder Disziplin: Die Sony lieferte im Labortest bessere Rauschwerte mit JPEGs bei höheren ISO-Einstellungen, z.B. VN 1,5/1,9 gegenüber VN 2,0/2,6 bei ISO 3200/6400. 

Leider hebt Fujifilm den Farbkontrast bei der JPEG-Verarbeitung weit über das natürliche Maß hinaus an und schärft zudem stark nach – weniger wäre hier mehr. Ergebnisse eines RAW-Tests mit der GFX 50R stehen zwar noch aus, doch kann man den RAW-Test der 50S mit gleichem Sensor und Bildprozessor als Richtschnur nehmen: 

Bei nochmals gesteigerter Auflösung verbesserte sich das Rauschen bis ISO 1600, während die Dead-Leaves-Werte im Vergleich zu den JPEGs aus der Kamera deutlich zurückgingen. Unterm Strich waren die aus RAWs gewonnenen Bilder dennoch besser.

[Testsiegel] ColorFoto Kauftipp Bildqualität

© ColorFoto / Weka Media Publishing GmbH

ColorFoto Kauftipp Bildqualität

Fazit

Wenn man die Fujifilm GFX 50R in die Hand nimmt und die ersten Aufnahmen in 100-Prozent-Darstellung am PC-Monitor sieht, möchte man dem Mittelformat sofort höhere Marktanteile wünschen. Die Bildqualität ist spitze, die Kamera überraschend handlich. Sport und Action sind nicht die bevorzugten Aufgabenfelder der GFX 50R, dafür arbeitet der Kontrast- AF doch etwas zu gemächlich. 

Bei Sachaufnahmen und Porträts im Studio, bei Landschaft und Architektur spielt die Fujifilm ihre Stärken dagegen voll aus. Besonders entspannt ist man mit der Kamera unterwegs, wenn man sie mit einer kompakten Festbrennweite wie dem Fujinon GF 2,8/63 mm (50 mm/KB) kombiniert. 

Leider verlangt bereits das 63er als derzeit erschwinglichstes GFX-Objektiv einen tieferen Griff in den Geldbeutel (ca. 1600 Euro). Günstig ist das Mittelformat sicher nicht, ein Faszinosum und Garant für Qualität allemal. Schön, dass solche Kameras noch gebaut werden.

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