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Grundig 65GUS9790 im Test

© Josef Bleier - Grundig

Grundigs Standfuß ist aus massivem Aluminium gefräst. Der Metallrahmen wirkt genauso hochwertig, die Rückwand weniger.

Pro

  • einfache Bedienung
  • massive Verarbeitung
  • sehr guter Blinkwinkel
  • Bluetooth Audio
  • Sat>IP

Contra

  • mäßige HDR-Brillanz

Fazit

video Testurteil: sehr gut (82 Prozent); Preis/Leistung: überragen

Auch wenn die deutsche Traditi­onsmarke Grundig nicht mehr wirklich "made in Germany" ist, bieten die Geräte Eigenschaften, die besser auf unsere Wünsche zuge­schnitten sind als die meisten asiati­schen Fernseher. So verbessert Grun­dig ständig seine Doppeltuner-Archi­tektur und den Programmführer, um Aufnahmen noch einfacher zu gestal­ten, während Sony zwei Jahre brauchte, um eine Aufnahmefunktion überhaupt zuverlässig in seine Android-TVs zu integrieren. 

Und während die Japaner und Ko­reaner komplett auf analoge AV-Buchsen verzichten oder nur Komponenten zulassen, gibt es bei Grundig noch den guten alten Scart-RGB-Ein­gang. Sendersuche und -Sor­tierung sind weitere Themen, die oft stiefmütterlich behan­delt werden und bei Grundig bestens funktionieren. 

Kom­plexe Satellitenkonfiguratio­nen werden verarbeitet, selbst einige Tausend gefun­dene​ Sender lassen sich schnell sortieren und in Fa­voriten zusammenfassen – und diese sind dann auch nicht weg, wenn man einen neuen Suchlauf startet, weil sich ein paar Frequenzen geändert haben. Übersichtlich aufgeteilte Me­nüs werden trotz (Nur-)Doppelkern­prozessor von einer klassischen Fern­bedienung mit präzisen Drückern flink durchforstet. 

Klassischer TV-Genuss steht bei Grundig im Mittel­punkt, allerdings meisterlich ergänzt durch multimediale Inhalte. Nur Smart-TV kommt zu kurz: An Video-on-Demand-Diensten gibt es nur Maxdome und Youtube, andere Apps überzeugen nicht wirklich. Pro­grammempfehlungen oder Spracheingabe suchen wir vergeblich. 

© Josef Bleier - Grundig

Durch ihren präzisen Druckpunkt und die schnelle Reaktion bereitet diese übersichtliche Fernbedienung viel Spielfreude.

Viel Ausstattung: Schauen wir auf den Preis des Grun­dig, überzeugt seine Ausstattung je­doch vollends. Schon beim Auspa­cken fallen der massive Fuß und der Metallrahmen ums Display ins Auge. Auch was Tunerausstattung (Dual, 2xCI-plus, DVB->IP) und Anschlüsse betrifft, schlägt der Grundig den et­wa gleich teuren Hisense locker und zieht fast mit den Luxus-TVs gleich.

Bleibt die alles entscheidende Frage nach der Bildqualität. Grundig hat sich für ein IPS-Panel ent­schieden und liegt damit beim Blickwinkel deutlich vor dem restlichen Testfeld. Genauso groß ist aber auch der Abstand beim Kontrast, diesmal vom unteren Ende der Skala. Für normales HDTV spielt das keine so entscheidende Rolle, bei High-Dy­namic-Range leiden die Details nahe Schwarz jedoch. 

Hier wirken auch die Farben etwas kräftiger und krea­tiver als bei den Mitbewerbern. Viele werden diese Bildqualität als anspre­chend beschreiben, wir messen sie aber als beschönigend. In allen Modi ergänzt der Grundig ein Quentchen an Schärfe, liefert aber im Spielfilm-Modus ordentlich normgerechte Far­ben. 

Schon die Farbtemperatur na­mens "Normal" ist viel zu kalt. Ein weiterer positiver Aspekt ist der dynamische Klang des 65GUS9790. Auch ohne die krachende Optimie­rung durch eingebaute dts-Algorith­men ist der Grundig kräftiger und dabei klarer und voller als das restli­che Feld. Allein Samsung kann ihn bei der Homogenität ausstechen, je­doch nur in moderaten Lautstärken.

Fazit: Grundig besticht durch eine sagenhaft gute Ausstattung und hohe Verarbei­tungsqualität fürs Geld – und er klingt sehr dynamisch. Die Bildqualität ist deutlich besser als im Vorjahr und zeigt viel Charakter.

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